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Ruhrmetal.com Review : SABATON, GRAVE DIGGER, THERION 17.01.07, Weststadthalle Essen
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Von: 18.01.2007


Review : SABATON, GRAVE DIGGER, THERION 17.01.07, Weststadthalle Essen

 
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Datum: 18.01.2007
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Wotans wilde Jagd zog übers Land und brachte den Wintersturm Kyrill mit sich. Währenddessen streunten zwei einsame Metaller durch die Essener Innenstadt und suchten verzweifelt nach der Weststadthalle. Nach mehreren Irrwegen und bis auf die Knochen durchnässt fanden wir sie schließlich doch noch (liegt direkt neben Colloseum und Cinemaxx) und warteten gespannt darauf, dass sich die Tore öffneten.
Vor der Halle war es noch relativ leer, aber es konnte schon der eine oder andere Kuttenträger ausgemacht werden. Besonders schön war ein Pärchen, dass aus einem grimmigen Black Metaller und seiner Mutter bestand.
Als dann um 19:00 Uhr die Tore geöffnet wurden, fiel erst einmal auf, wie gemütlich die Weststadthalle doch ist. Relativ breite Bühne, dafür keine allzu große Tiefe, versprachen von überall einen günstigen Blickwinkel. Dazu kam eine Galerie für die Leute, die nicht so auf kuscheln stehen. Nett. Insgesamt konnte die Halle den typischen Industriecharme vorweisen, wie er auch in den Zechen zu finden ist.
Pünktlich um 20:00 Uhr legten dann Sabaton los. Diese Band war mein eigentlicher Hauptgrund dieses Konzert zu besuchen, hatten mich doch die letzten beiden Alben vollkommen überzeugt und wollte ich mich vergewissern, ob der fette Sound auch live rübergebracht werden konnte. Dies konnte von Anfang an mit einem klaren „Ja!” beantwortet werden. Die Keys machten den Sound breit, die Gitarren klangen wunderbar differenziert und der Gesang war genauso innovativ und herausragend wie auf Platte. Noch dazu konnte man der Band die Spielfreude wirklich bei jeder Note ansehen. Nach jedem Song stimmte der Sänger die Massen zu „Noch ein Bier!”-Rufen an, welche sich mit jedem Song um ein weiteres Bier erhöhten. Mit Metal Crüe, die ultimative Hymne an alle Heavy Metal Legenden, wurde das Set dann feierlich abgeschlossen. Nach lediglich einer halben Stunde Spielzeit leider viel zu früh. Auch die langanhaltenden Zugabe Rufe konnten die Band nicht wieder auf die Bühne zurückholen. Das Schicksal einer Vorband.
Also erstmal ab zum Bierstand, mit irgendwelchen Metalcorern, die sich dann auf einmal als waschechte Metaller herausgestellt haben, geplaudert und danach wieder in die Halle und auf Therion gewartet.
Aber Therion kam nicht auf die Bühne. Plötzlich standen Grave Digger dort und performten bereits ihren ersten Song vom neuen Album. Merkwürdig, dass eine Legende des teutonischen Stahls vor Therion spielen musste. Aber immerhin konnte man sich Grave Digger so noch komplett zu Gemüte führen bevor die letzte Bahn Richtung Gelsenkirchen verschwand.
Grave Digger lieferten von Anfang an eine solide Performance ab. Chris Boltendahl motivierte die Fans immer wieder mitzuklatschen, in den Gesang einzustimmen oder die Fäuste zu recken. Aber irgendwie wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Das lag zum einen daran, dass in der ersten Hälfte des Sets recht viel vom neuen Album und bis auf Valhalla auch kein wirklicher Knaller dabei war. Desweiteren war der Gitarren Sound ziemlich dünn, die Keys gingen sogar komplett unter. Dies änderte sich aber schlagartig in der zweiten Hälfte. Der Sound war nun genau so wie er sein musste und die zahllosen Hits wurden rausgehauen. „The Round Table”, „Morgan LeFey”, „Kinghts of The Cross”, „The Last Supper” um nur einige zu nennen. Nachdem Grave Digger die Bühne verlassen hatten, erbebte die Halle wie erwartet von den Zugabe-Rufen und so wurden natürlich noch die obligatorischen Songs „Rebellion” und in einer zweiten Zugabe „Heavy Metal Brakedown” gespielt. Ein spitzen Auftritt mit ersten Anlaufschwierigkeiten, aber dafür einem furiosen Finale.
Da ich leider die letzte Bahn erwischen musste, konnte ich mir Therion nicht mehr zu Gemüte führen. Wie man an der sich deutlich geleerten Halle erkennen konnte, hatten diese wohl vor einem deutlich kleineren Publikum zu spielen.
Alles in allem ein schöner Abend voll metallischem Liedgut und auf den Sabaton Auftritt auf dem Rock Hard freue ich mich bereits jetzt schon.


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