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Ruhrmetal.com Nachbericht : Metal Cruise 2 – 27.10.2007, Koblenz, MS Drachenfels
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Von: 18.11.2007


Nachbericht : Metal Cruise 2 – 27.10.2007, Koblenz, MS Drachenfels

 
Quelle/Link: www.metal-cruise.de
Datum: 18.11.2007
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Bereits zum zweiten Mal luden die Veranstalter des einzigartigen Metal Cruise zur hartmetallischen Bootsfahrt über Rhein und Mosel. Arbeitsbedingt fanden wir uns erst gegen halb acht am Deutschen Eck ein, wo uns bereits die propper gefüllte MS Drachenfels erwartete. Also nix wie an Bord, die ersten Bierchen geordert (übrigens für angenehme 2 € das 0,3er Pils) und ab ins Unterdeck an dessen vorderen Ende der kleine Bühnenbereich aufgebaut worden war. Ob es an der Bandauswahl oder der mehr als kultigen Location lag, vermag ich nicht zu sagen, jedenfalls war die „trueness-Latte“ an jenem Abend verdammt hoch gelegt. Wo man hinsah, bekannte, in amtlichen Kutten gehüllte, Gesichter. Der harte Kern der Metal-Szene, kennt sich halt auch überregional, bzw. bundesweit.
Pünktlich gegen 20:00 Uhr wurden die Anker gelichtet, so dass die feucht-fröhliche Bootsfahrt der etwas über 500 anwesenden Kopfschüttler beginnen konnte. Kaum dass der Ankerplatz außer Sicht kam, legten auch schon die Lokalmatadore von STEELPREACHER mit ihrem Set los und brachten die ersten Reihen vor der Bühne prompt zum Kochen. Mit ihrem traditionellen Sound, ihrer 80er-Attitüde und truen Lyrics wie „I’m fucking Metal“ und „Metal Hangover“ konnten die Jungs von Beginn an überzeugen. Nachdem mehr als gelungenen AC/DC-Cover „Dirty deeds done dirt cheap“ konnten schließlich auch die wenigen Skeptiker zum Fäusterecken und Headbangen überredet werden. Ein großes Manko wurde gleich zu Beginn der Reise deutlich. Wer nicht gerade einen Platz in den vorderen fünf Reihen ergattert hatte, der konnte, von gelegentlichen Haarschöpfen, so gut wie überhaupt nichts von den Bands sehen, da sich die Bühne ebenerdig mit dem Rest des Decks befand. Zwar wäre eine Erhöhung der Bühne auch nicht möglich gewesen (gefühlte Deckenhöhe von 2,50 Meter), dennoch sorgte diese Tatsache bei einigen Leuten für reichlich Frust, welcher jedoch mit der ordentlichen Portion Gerstensaft milde gestimmt werden konnte. Die kurze Umbaupause wurde erst einmal dafür genutzt, dem Alkohol-geschwängerten Verdauungstrakt auch ein wenig feste Nahrung zuzuführen. In der kleinen Kombüse im hinteren Teil des Unterdecks wurden für kleine Preise Currywurst, Pommes, Frikadellen und weitere kulinarische Devotionalien angeboten, so dass frisch gestärkt erst einmal ein Besuch auf dem Oberdeck auf dem Programm stand. Wurde dies auf der ersten Metal Cruise noch massenhaft genutzt, fanden sich dieses Mal bei leicht regnerischen und vor allem saukaltem Herbstwetter nur einige wenige Grüppchen hier ein. Als ich erneut das Unterdeck betrat, wurde ich erst einmal von einer wenigen Zentimeter tiefen Wasserpfütze begrüßt und nicht wenige sprachen davon, der Kahn würde absaufen. Wo das Wasser letzten Endes herkam, soll mir auch Schnuppe sein. Fest steht jedenfalls, dass die Drachenfells ihre Reise ungehindert fortsetzte und nach dem Gig der schwedischen Black/Doom Metaller PAGAN RITES alles wieder in trockenen Tüchern war. Die Nordlichter, von denen ein Großteil der Besetzung übrigens auch bei den genialen DEVIL LEE ROT zockt(e), ist eigentlich nur einem kleinen Kreis von Liebhabern ein Begriff. Schön zu sehen war, dass sich ein Großteil jener Liebhaber offensichtlich auf ein und demselben Schiff befand. Die Temperaturen unter Deck erreichten zum ersten Mal annähernd den Siedepunkt, als die Schweden ihr kompromissloses Set nach einer knappen Stunde beendeten. Bis dann endlich die Ruhrpott-Thrasher von SODOM ihren Gig begannen, mussten sich die Anwesenden jedoch noch mal eine halbe Stunde gedulden, da nachdem die Roadies alle Instrumente aufgebaut, gestimmt und gecheckt hatten, der feine Herr Angelripper erst einmal noch alles ganz genau unter die Lupe nehmen musste, was natürlich zu einer gehörigen Verzögerung und vor allem zu zahlreichen Sprüchen wie „Halts Maul und spiel“ sowie johlenden KREATOR und DESTRUCTION-Rufen führte. Nachdem Tom dann irgendwann zufrieden war, legten die Herrschaften dann doch los. Und wie die loslegten! Songs jüngeren Datums wie „Outbreak of Evil“ und „Napalm in the Morning“ wurde ebenso abgefeiert wie die des unvermeidlichen heimatsprachlichen Teils mit „Wachturm“, „Die Stumme Ursel“ und „Ausgebombt“. Lediglich „Aber bitte mit Sahne“ hätte man sich meiner Meinung nach schenken können. Auf die Ansage hin:“Wir haben keine Setlist und spielen heute auf Zuruf“ folgten neben Klassikern wie „Agent Orange“ und „Witching Metal“ (welcher laut arg angeberischer Aussage von Tom gleich „mehrere Generationen von Metallern beeinflusst hat“ – da ist wohl jemand bei einem gewissen Herrn DeMajo in die Schule gegangen) auch lange nicht mehr gespielte Songs wie „Obsessed by Cruelty“, „Blasphemer“ und „Christ Passion“. Die Temperaturen erreichten nach gut 90 Minuten infernale Regionen, so dass sich nach dem Anlegen eine Horde erschöpfter, durchgeschwitzter aber glücklicher Metalheads auf in die örtliche Metalkneipe am Florinsmarkt machte. Für mich war die Reise auf Grund des nahenden sonntäglichen Frühdienstes leider vorbei, so dass unser kleiner Pulk die Heimreise antrat.
Mein Kompliment geht an die Veranstalter, die einen unvergesslichen Abend in genialer Atmosphäre und freundlichen Preisen geboten haben und besonders an Petra. Netter Email-Kontakt, die mir extra meine vorbestellten Merch-Artikel zurückgelegt hat, welche ich dann im besoffenen Kopp doch noch vergessen habe, abzuholen.


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