Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 13:54 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Orden Ogan - Testimonium A. D.
» Orden Ogan - Testimonium A. D.
Homepage : www.ordenogan.de
 

Orden Ogan - Testimonium A. D.
  »Trackliste
1. Testimonium A.D.
2. Ethereal Ocean
3. Angels War
4. Moods
5. Y, U, Id ant my
6. Golden
7. The Step away

Release: 2004
WERTUNG
3 /6 Sternen
Stil: Epic Metal
Laufzeit: 40.43 min
Format: CD Audio
Label: Hellion Records (nur Vertrieb)

 

Orden Ogan aus Arnsberg wurden von einem Großteil der schreibenden Zunft als einer DER Newcomer 2004 gehandelt. Sowohl von einschlägigen Fachzeitschriften als auch von konkurrierenden OnlineMags erhielt der Orden fast durchweg Höchstnoten. Nun will ich mich weder in die endlose Schlange der schleimenden Gratulanten einreihen noch der sicherlich talentierten Band ihr musikalischen Können in irgendeiner Form streitig machen, allerdings sollte sich doch mal jemand die Mühe machen ein wenig kritischer an die Sache ranzugehen. Da sich dem Anschein nach ansonsten keiner um diesen Posten beworben hat, wird wohl Meinereiner nun schweren Herzens diesen innehaben. Die Band um Sänger und Lead Gitarrist Sebastian Levermann besteht bereits seit 1997, hat seitdem aber einige Besetzungswechsel über sich ergehen lassen müssen. Des Weiteren bildet das aktuelle Scheibchen keineswegs das Debüt, vielmehr ist „Testimonium A.D.“ die bereits vierte Demo die auch dieses mal wieder komplett in Eigenregie produziert wurde und lediglich über Hellion Records vertrieben wird. Seit dem letzten Lebenszeichen „Soli Deo Gloria“ sind bereits fast fünf Jahre vergangen, ne Menge Zeit also die insgesamt sieben Tracks, einschließlich Intro, bis in kleinste Detail hin auszuarbeiten. Die Band selbst beschreibt ihren Sound wie folgt: „Orden Ogan spielen eine Mischung aus Irish Folk, mittelalterlichen Elementen und bombastischem Fantasy-Metal. Mehrstimmige Gesänge, untermalt von höchst-melodiösen Gitarrenriffs... Atmosphärische Keyboards vermischt mit Flöten- und Violinenklängen... Einzigartige, epische Songstrukturen …“ und so weiter und so fort. Genau da geht schon mal mein erster Tadel raus und zwar an meine Schreiberkollegen in aller Welt. Jene nämlich betiteln den oben beschriebenen Sound doch glatt als Power Metal, den meine Wenigkeit jedoch selbst nach unzähligen Umdrehungen der kleinen silbernen Plastikscheibe nicht zu erkennen vermag. Und wenn ich dazu noch in unzähligen Rezis lese „dat klingt so ähnlich wie Blind Guardian, Edguy oder Gamma Ray“ kommt mir echt die Galle hoch. Doch genug des Meckerns und wenden wir uns dem Wesentlich zu. Nach dem unglaublich atmosphärischen Intro (ich liebe diese Bezeichnung einfach) geht’s los mit „Ethereal Oceans“. Viel kann ich der soundtechnischen Eigenbeschreibung nicht hinzufügen. Der Sound ist zwar etwas lasch, kann bei entsprechender Lautstärke aber dennoch überzeugen. Die Riffs sind klasse, der Chorus geht sofort ins Ohr und auch die, nennen wir sie einfach mal „Chöre“, können sich hören lassen. Selbiges gilt für das folgende „Angels War“, welches ganz klar die beste Nummer ist. Die Gitarren klingen richtig schön heavy (da kannste richtig schön die Runkel schütteln, weißt du) und auch das proggige Solo gegen Ende ist klasse. Leider nimmt die Originalität der Songs im Folgenden rapide ab. Das ruhige „Moods“ ist zwar noch ganz nett anzuhören aber spätestens beim abschließenden „The Step away“ kehrt gähnende Langeweile ein. Der heavy Anteil wird stupide runtergeschraubt, was bedeutet, dass die Klampfen proportional zum Ansteigen der soften Melodien und Gesangseinlagen, abnehmen. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die relativ langatmige Spieldauer von niemals weniger als fünf Minuten. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.
Fazit: Auch wenn ich unendlich vielen Leuten und darunter sicherlich auch der wie man hört mittlerweile ansehnlichen Anhängerschaft, mit den vergangenen Sätzen ans Bein gepinkelt haben sollte, aber hier liegt ein allemal durchschnittliches Album vor.


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