Datum : 17.07.2018
Uhrzeit: : 17:29 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Alchemist - Austal Alien
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Alchemist - Austal Alien
  »Trackliste
1. First Contact
2. Great Southern
3. Solarburn
4. Alpha Capella Nova Vega
5. Older Than The Ancients
6. Backward Journey
7. Nature on a Leash
8. Grief Barrier
9. Epsilon
10. Speed of Life
11. Letter to the Future

Release: 2003
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Heavy Metal
Laufzeit: 40 min
Format: CD Audio
Label: Relapse

 

Eigentlich kann man bei Bands von Down Under nicht viel falsch machen, denn die Qualität der australischen Metalbands, die es zu einem Plattenvertrag in der "Alten Welt" schaffen, muss naturgemäß recht hoch sein. Beispiele wie AC/DC oder Rose Tattoo dürften da genügen.

Die Band bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit in den verschiedensten Spielarten des modernen Heavy Metal. Und dieser Umstand macht es äußerst schwer, die Truppe in irgendeine Schublade einzusortieren. Zugegebenermaßen kenne ich die drei vorher gehenden Veröffentlichungen der Band nicht, weiß also nicht, aus welcher stilistischen Richtung die vier Australier kommen.

Geht im ersten Song "First Contact" noch mächtig die Post ab, wird es im darauf folgenden "Great Southern Wasteland" ruhiger, schon fast ein wenig spacig wie Voivod zu "Nothingface"-Zeiten. Das abgedrehte "Solarburn", in dessen Mittelteil ein herrlich minimalistisches Gitarrensolo fast schon kongenial anmutet, leitet den ersten Höhepunkt des Albums ein. "Alpha Capella Nova Vega" beginnt mit leicht bluesigen Gitarren und wird zu einem melodischen Groovemonster irgendwo zwischen den unerreichten Tool, Stoner Rock und Grunge.

Etwas heftiger geht es dann bei "Older Than The Ancient" und "Backward Journey" zur Sache, wobei letzteres mit einem herrlich schrägen Orgelsound Marke frühe 70er unterlegt ist. Das anfangs recht spärlich instrumentierte "Nature On A Leash" steigert sich langsam in eine bisher auf diesem Album noch nicht dagewesene Härte und Geschwindigkeit, die fast nahtlos in das nicht minder heftige und von teilweise recht doomigen Klängen dominierte "Grief Barrier" übergeht.

"Epsilon" erinnert dann wieder ein wenig an Voivod gepaart mit einer Prise Industrial und beweist eindrucksvoll, wie minimalistisches Songwriting zu wahrhaftigen Ohrwürmern werden kann. Das darauf folgende "Speed Of Life" kann mit Fug und Recht als das Album-Highlight bezeichnet werden, perfektioniert den charakteristisch minimalistischen Stil der Band und baut sich wie eine drohende Gewitterwand am Horizont auf. Den Abschluss bildet das getragene "Letter To The Future", das mich dann ein ganz klein wenig an die deutschen Intricate erinnert, die 1993 mit "[va:l]" eine ähnliche Scheibe heraus gebracht hatten, dann aber leider in der Versenkung verschwanden.




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