Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 18:02 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Reprieve - Brutal Awakening
» Reprieve - Brutal Awakening
Homepage : www.reprieve.tk
 

Reprieve - Brutal Awakening
  »Trackliste
1. Intro
2. Dead Girls (Don't Say No!)
3. Madness Of The Inner Evil
4. Brutal Awakening
5. Lukas Vs. Jacob
6. Blood In Our Eyes
7. New Kind Of Slavery
8. Denying Soul (Outro)

Release: 2004
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Thrash Metal
Laufzeit: 31.05 min
Format: CD Audio
Label: Eigenprduktion

 

Mit dem Album “Brutal Awakening“ hat die Berliner Death Metal Combo Reprieve ihr soundtechnisch erfrischend abwechslungsreiches Debüt Album herausgebracht.
Die im Juni 2001 gegründete Band versucht sich bei ihrem Erstlingswerk an einer Mischung aus Death/Thrash Metal, wobei die Stimme (die ein wenig an Dani Filth ohne den homo erotischen Touch erinnert O.o) das ganze noch mit einer Portion BM Einflüssen abrundet.
Lustig wie die 4 Jungs von Reprieve sind, beginnt das Album mit einem absolut stümperhaften Intro, dass direkt von den Meinzelmännchen stammen könnte (das ist nicht zu beschreiben, dass muss man gehört haben). Doch wer daraufhin den Silberling entsetzt aus dem Fenster schmeißt, der verpasst einiges. Denn es erwartet einen durchweg guter Death Metal, mit gewitzten Riffs.
Im ersten Song geht es noch recht Thrashig zu. Danach wird es dann Deathlastiger und die Melodien werden ausgefeilter. So, auch beim Song So, auch beim Song „Madness Of The Inner Evil“. In den Tracks finden sich auch immer mal wieder ruhige, Clean gespielte Stellen, die den Tracks noch eine gute Portion Abwechslung verleihen. Der darauffolgende Titeltrack, hat jedoch seine Hänger und dümpelt eher vor sich hin, als mitzureißen. Doch dies macht das folgende Instrumental wieder wett. Hier sticht die ordentliche Gitarrenarbeit von Lukas Hecht noch einmal heraus. Ein bisschen länger hätte es vielleicht sein können, hört es doch recht unvermittelt auf. Auch in den folgenden Liedern, die alle wieder astreinen Death Metal bieten, können die Jungs von Reprieve durch ausgefeiltes Songwriting bestechen. Der 2. Teil des Albums ist kompositorisch sowieso um einiges besser als der erste, hier wird der Hörer durch ausgefeilte Melodien und präzise Nutzung der Vocals bei Stange gehalten. Schade nur, dass auch der 2. Teil nur um die 15 Minuten Hörgenuss bietet, ist das Album doch mit lediglich 30 min. etwas kurz ausgefallen. Als dann die letzten Noten des Outros ausklingen (welches sehr an ruhige Metallica erinnert) hat man das Gefühl, dass noch ein par Tracks mehr, der Album gut getan hätten.
Produktionstechnisch überrascht der recht gute Sound (den man nach dem Intro gar nicht erwartet hätte^^ ). Angenehm druckvoll, klar aber nicht zu klar, so wie man es sich von einer Death Metal Underground Band wünscht.
Zusammenfassend kann eine Kaufempfehlung an jene Death Metal Hörer ausgesprochen werden, die stimmliche etwas anderes als den sonst üblichen Growl-Gesang suchen, denn gerade durch das Fehlen dieses besticht Reprieve.
Man hat zwar das Rad nicht neu erfunden, doch manchmal ist einem gute Hausmannskost ja lieber als exotische Gerichte aus fernen Ländern.
Ich ziehe auch die Erbsensuppe dem Känguru-Hoden vor...


Ruhrmetal.com