Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 18:09 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Rhapsody - Symphony of enchanted Lands Part II – The Dark Secret
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Rhapsody - Symphony of enchanted Lands Part II – The Dark Secret
  »Trackliste
1. The Dark Secret -Ira Divina-
2. Unholy Warcry
3. Never Forgotten Heroes
4. Elgard´s Green Valleys
5. The Magic Of The Wizards Dream
6. Erian´s Mystical Rhymes -The White Dragon‘s Order-
7. The Last Angels´ Cal
8. Dragonland‘s Rivers
9. Sacred Power Of Raging Winds
10.Guardiani Del Destino
11. Shadows Of Death
12.Nightfall On The Grey Mountain

Release: 2004
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Power Metal
Laufzeit: 72.53 min
Format: CD Audio
Label: SPV

 

Meine Herren, was haben die Italo-Bombastiker denn da wieder raus gehauen? Wer geglaubt hat nach „Power of the Dragonflame“ würde es nicht noch eine ganze Schüppe epischer und bombastischer gehen, dem wird „Symphony of enchanted Lands Part II – The Dark Secret“ ordentlich die Eier weich kochen. Klar den beinharten Rhapsody Hassern wird mit dieser Platte neues Futter verabreicht, eingefleischte Symphonic-Epic-Hollywood-Metaller dürften jedoch vor Freude an die Decke hopsen. Dank Manager und True Metal King Joey DeMaio konnte bekanntlich Christopher Lee (seines Zeichens der meist gefilmte Schauspieler aller Zeiten und nebenbei Besitzer einer grandiosen, markerschütternden Brummbärstimme) als neuer Sprecher in seiner Rolle des Priester-Königs, für die kommende Saga mit ins Boot geholt werden. Das allein ist schon eine ordentliche Verbesserung (machen wir uns nichts vor der alte Sprecher war mehr als dürftig) und sorgt dafür, dass die seichte Fantasy-Story Tiefgang bekommt und an Glaubwürdigkeit gewinnt. Über die Story will ich an dieser Stelle nichts verraten, wenden wir uns also dem weitaus wichtigeren Teil der Sache zu, der Mucke. Mit ins Studio bzw. die Konzerthalle zerrten Rhapsody ein komplettes Orchester und einen 50 Mann bzw. Frau starken Chor. Schluss mit ausgelutschten Synthi-Instrumenten, Rhapsody setzen wieder einmal Maßstäbe, was originellen und authentischen Sound angeht. Metal in Verbindung mit klassischen Orchestern gab es in den letzten Jahren bekanntlich zu Genüge (selbst Verratica mussten sich einreihen) aber keine dieser Produktionen erreicht(e) auch nur annährend das Format oder die Klasse von Rhapsody.
Die Platte startet nach einem gewohnten Schema. Christopher Lee erzählt die Grundlegende Storyline, Chor und Orchester setzten ein und steigern sekündlich in Bombast und Leidenschaft um schließlich nahtlos in „Unholy Warcry“ zu münden und förmlich zu explodieren. Diese Album Version wirkt deutlich ausgereifter als die zerstückelte Version die man auf die Vorab-EP gepackt hatte. Die Nummer besitzt alle typischen Rhapsody Trademarks, soll heißen toller Chor, ne Menge Bombast, Mitsingchorus und eingängige Melodien. Das nachfolgende „Never forgotten Heroes“ steht dem in keinerlei Hinsicht nach. „Elgard’s Green Valleys“ ist ein kleines aber feines Instrumental in dem sich eine Querflöte und eine Violine ein tolles Duell liefern. Nun wird’s aber erst einmal etwas beschaulicher. „The Magic of the Wizard’s Dream“ ist eine mächtige, vor Kraft strotzende Ballade mit unglaublich epischer Atmosphäre. Ohne Scheiß zum heulen schön. „Erian’s Mystical Rhymes“ ist die erste von zwei Nummern die eine Spielzeit von über zehn Minuten aufzuweisen haben. Ich denke mal viel muss dazu nicht mehr gesagt werden. Highspeedpassagen wechseln sich mit groovig rockenden Elementen, mal wieder überwältigenden Chören und wahnsinnigen Arrangements. „The Last Angel’s Call“ ist mein persönlicher Favorit. Obwohl der Song im Vergleich zu seinen Brüdern und Schwestern eher schlicht aufgebaut ist, geht er (vielleicht auch gerade deswegen) sofort in Ohr. „Dragonland’s River“ ist das eindeutige Sequel zu „Forest of Unicorns“ und mit etwas mehr als dreieinhalb Minuten der zweitkürzeste Song der ganzen Scheibe. Danach geht’s wieder Härter zu Sache. Der nächste Monstertrack „Sacred Power of raging Winds“ bringt die Story ein ganzes Stück weiter nach vorn und zeichnet sich natürlich wieder dadurch aus, das gesamte Können dieser einzigartigen Band in sich zu vereinen. Zusätzlich zu allem bisher angesprochenen gesellen sich hier aber auch noch teilweise extrem düstere Melodien und Gitarrenläufe dazu. „Guardiani Del Destino“ ist die obligatorische, in Italienisch gehaltene, symphonische Ballade. Elektrische Gitarren hat die Nummer bei weitem nicht nötig. „Shadows of Death“ ist für meine Gehörgänge der einzige Ausfall. Zwar ist das Stück keinesfalls schlecht, kann aber das verdammt hohe Niveau der Platte nicht ganz halten. Leider hat alles einmal ein Ende, selbiges trägt in diesem Fall den Titel „Nightfall on the grey Mountains“, eine langsame und düstere Nummer mit vielen bombastischen Hochs und Tiefs.
Fazit: Noch bombastischer, noch verspielter, noch besser. Ein unumgänglicher Kritikpunkt dabei ist natürlich, dass die neuen Stücke Live noch mehr als ihre Vorgänger vom Tonband unterstützt werden müssen. Aber scheiß drauf!!
Achja…erwähnte ich das Rhapsody mal wieder eine neue Schublade geöffnet haben? Is nix mehr mit Epic Symphonic Hollywood Metal. Ab heute soll der Motor der die Band am Laufen hält schlicht mit „Film Score Metal“ betitelt werden! Nagut!



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