Datum : 23.01.2018
Uhrzeit: : 13:09 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Running Wild - Rogues en Vogue
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Homepage : www.running-wild.de
 

Running Wild - Rogues en Vogue
  »Trackliste
1. Draw the Line
2. Angel of Mercy
3. Skeleton Dance
4. Skull & Bones
5. Born Bad, Dying Worse
6. Black Gold
7. Soul Vampires
8. Rogues en Vogue
9. Winged & Feathered
10. Dead Man’s Road
11. The War

Release: 2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Heavy Metal
Laufzeit: 56.45 min
Format: CD Audio
Label: G.U.N. Records

 

Als gestandenen, wenn auch jungen, old school Metaller kann mich eigentlich nicht mehr viel aus der Fassung bringen. Als jedoch die neue Scheibe einer meiner absoluten Lieblingsbands mich endlich erreichte, bin ich vor Freude dreimal die Decke rauf und runter gelatscht. Meine Erwartungen waren zudem noch extrem hoch, konnten mich doch die Veröffentlichungen seit „Masquerade“ nicht so vom Hocker hauen. Nicht mehr und nicht weniger als ein zweites „Death or Glory“ habe ich erwartet. Und meine Erwartungen wurden ÜBERTROFFEN. „Rogues en vogue“ schlägt nicht nur alle neueren Platten, sondern spielt auch sämtliche Klassiker der Marke „Under Jolly Roger“ mit Leichtigkeit an die Wand. Vergessen, sind halbherzige Songs und Skandale um gewisse imaginäre Drummer, Rock’n Rolf kann es wieder. Natürlich hat der sympathische Hamburger Piratenkapitän auch diese Scheibe wieder nahezu im Alleingang eingespielt. Lediglich für die Basslines und die Schießbude holte sich der Maestro mit Peter Pichl und Matthias Liebetruth standesgemäße Unterstützung an Bord.
Bereits nach dem ersten Durchlauf wird klar, die Songs klingen alle wie aus dem einen sprichwörtlichen Guss. Los geht’s mit einer eher sachten, aber technisch anspruchsvollen Nummer „Draw the Line“ die gleich Lust auf mehr macht. „Angel of Mercy“ ist mehr und wie viel mehr! Auch wenn das Anfangsriff mehr als offensichtlich von Gamma Ray’s „Valley of the Kings“ übernommen ist, ob absichtlich oder nicht sei einfach mal so beiseite gestellt, beweist der Song einiges an Eigenständigkeit. Knochig geht’s im Folgenden weiter mit „Skeleton Dance“ (richtig lecker heavy) und dem fast schon epischen „Skull & Bones“, das granatenmäßige Soli auffährt. Als einziges eher nach der 90er Phase klingendes Stück findet sich „Born Bad, Dying Worse“ bevor's mit „Black Gold“ wieder traditionell zur Sache geht und das heisst: einfach und schnell mit einem markanten Riff und klasse Breacks. „Soul Vampires“ ist zwar kein Ausfall im eigentlichen Sinne aber mit seinem recht lahmen Riff, die eher schlechteste Nummer. Genauso melodisch wie auch straight und druckvoll kommt der Titeltrack in flottem Tempo daher, gefolgt vom äußerst kraftvollen „Winged & Feathered“. „Dead Man’s Road“ ist genauso wie Heavy Metal nach Running Wild Maßstäben klingen sollte. Einfach strukturiert, Energie geladen vorgetragen und mit nem verfrickeltem Solo.
So und nun kommt der Überkracher der Saison. Das mehr als zehnminütige „The War“ zieht alle bisher da gewesenen Register und fügt gleich noch ein paar neue hinzu. Der Song macht einfach zu jeder Sekunde tierisch Laune. Die Melodien, die einzelnen Riffs, der Text, die endlosen Solopassagen, die massiven Gitarrenwände und die jederzeit partytauglichen Mitsingelemte überzeugen auf ganzer Linie.
Fazit: Mein lieber Scholli, wer die Platte im Schrank stehen hat, der braucht nicht mehr darauf zu warten, dass Judas Priest das Album des Jahres abliefern. „Rogues en Vogue“ klingt wie die Fleisch gewordene Lebensfreude und zeigt, dass traditioneller Sound alles andere als altbacken klingen muss. Der Sound klingt richtig schön nach glorreicheren Zeiten und ist dermaßen True, dass sich mir fast die Patches von der Kutte pellen.
Leider fehlen auf der mir vorliegenden Version noch zwei Tracks die aber im Zuge einer Limited Edition veröffentlicht werden.


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