Datum : 26.04.2018
Uhrzeit: : 21:02 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Suidakra - Command to Charge
» Suidakra - Command to Charge
Homepage : www.suidakra.com
 

Suidakra  - Command to Charge
  »Trackliste
1. Decibel Dance
2. C14_Measured By Infinity
3. Haughs Of Cromdale
4. The Alliance
5. A Runic Rhyme
6. Second Skin
7. Reap The Storm
8. Gathered In Fear
9. A Strange Perfection
10. Dead Man's Reel (Instrumental)
11. The End Beyond Me

Release: 25.04.2005
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Death Metal
Laufzeit: 49.10 min
Format: CD Audio
Label: Armageddon Music

 

Nachdem schon das letzte Suidakra Album (“Signs for the Fallen”) für einige Kontroversen unter den Fans gesorgt hat, wartete man nun natürlich gespannt darauf, ob das nun mittlerweile 7te Studioalbum der Mannen rund um Arkadius, den zuvor gesetzten Trend folgen wird (und somit noch Moderner und Heavyer), oder ob man sich wieder auf seine Wurzeln besinnt (und somit zurück zu folkigen Melodien geht).
Vorneweg sei schon mal gesagt, dass man den durch „Signs for the Fallen“ gesetzten Kurs gefolgt ist und noch verstärkt hat. Nichtsdestotrotz hat die Band hier ein äußerst vielschichtiges Album abgeliefert, doch dazu mehr.
Dem geneigten Suidakra Hörer der ersten Stunde wird sicherlich das für Suidakra ungewöhnliche Intro auffallen (da im Prinzip nicht vorhanden... ). Sofort brettert der Opener des Albums (Decibel Dance) mit harten Riffs und für Suidakra Verhältnisse sehr ungewöhnlichen Rhythmus los. Nachdem ersten Schlucken kommt man nicht umhin, einen gewissen Metalcore Einschlag in der Musik zu entdecken (hauptsächlich durch den für Suidakra ungewohnten Rhythmus, auch der Riffs die gänzlich anders daherkommen wie sonst). Wer bei dem Lied noch auf nette folkige Passagen wartet, der wartet vergebens. Doch zumindest ein nettes Solo wird noch dahingelegt und der Refrain bekommt schnell Ohrwurm Charakter.
Doch trotzdem sicherlich nicht das, was man nach dem Hören der Vorgängeralben erwartet hätte. Der nächste Track beginnt zumindest weitaus melodischer und das alte Suidakra Feeling setzt schon ein. Zumindest bis das Schlagzeug und die Rhythmus Gitarre einsetzen, weil dann verschwindet die Melodie und man hat fast wieder das Gefühl, Suidakra würden nun Metalcore machen. Das Lied hat immer mal wieder Lichtblicke, wenn die Hauptmelodie sich in der Vordergrund drängt und so den Ton angibt. Doch große Teile wirken schlicht langweilig.
Aber nachdem der Track langsam ausgeblendet wird, gibt es den ersten Lichtblick. Die Klänge eines schottischen Dudelsacks erreichen das Ohr des Hörers und gespannt wie ein Kind zu Weihnachten vor dem Geschenke auspacken, wartet man darauf, welch ein Song einem als nächstes aufgetischt wird. Und die Erwartungen werden nun durchaus erfüllt, findet man doch hier nahezu einen Suidakra Song der alten Schule, mit abwechslungsreichen Riffing, gepaart mit interessanten Melodien und treibenden Drums, das ganze geführt von kräftigen Vocals. Und ähnlich überzeugend geht es weiter, mit einem wunderschönen Akkustik Stück (das gar nicht Akkustik ist, weil eine E-Gitarre vorkommt^^ ) das wieder gewohntes Suidakra Feeling vermittelt und vom exzellent passenden Cleanen Gesang sehr profitiert. Nur leider mit 1:49 Minuten etwas kurz geraten, so ist es gerade als man Blut geleckt hat bereits zuende.
Optimistisch erwartet man den nächsten Track (Second Skin) der allerdings wieder moderner und deutlich innovationsloser daherkommt. Dies ändert sich jedoch schlagartig nach der Hälfte des Tracks, als die Leadgitarre ein kleines Intro für den restlichen Song spielt, der nun wieder deutlich melodischer daherkommt (auch mit der von Suidakra gewohnter guten Platzierung des cleanen Gesangs).
Der folgende Track (Reap the Storm) bietet auch wieder solide Durchschnittskost, schwere Riffs mit epischen Melodien, jedoch nichts wirklich herausragendes. Das darauffolgenden Akkustik Stück ist sicherlich das Highlight des Albums. „Gathered in Fear“ gesellt sich hier in eine Reihe mit den epischen Akkustik Balladen wie „Rise of Taliesin“ oder „Dinas Emry“. Nach diesem großartigen Stück hat der darauffolgende Song „Strange Perfection“ einen durchaus faden Beigeschmack und weiß so gar nicht recht zu überzeugen. Auch wird wenig neues geboten und es fehlt auch jegliche melodische Verspieltheit, die Suidakra ansonsten ausgemacht hat.
Als vorletztes Lied wird dem Hörer ein sehr gutes Instrumental geboten, bestehend aus schottischen/keltischen Melodien, von der E-Gitarre wunderbar wiedergegeben und treibend von den Drums begleitet.
Der letzte Track schließt sich dann leider wieder den anderen Durchschnittsliedern dieses Albums an und weiß nicht wirklich zu überzeugen. Wer nun aber nach dem Verklingen der letzten Töne eilig den CD Player ausschaltet, der verpasst einen sehr interessanten Bonus Song. So wurde nämlich „Moonlight Shadow“ gecovert (mit Zuhilfnahme einer weiblichen Person für den Gesang). Nun, davon kann man halten was man will, aber der Gesang ist sicher nicht jedermanns Sache (nicht da zu hoch/episch oder sonst was, sondern etwas zu rockig/rotzig).
Abschließend sei gesagt, dass Suidakra nun doch das getan haben, was viele Fans befürchtet haben. Die Musik wurde glatter gebügelt, simplifiziert, ein wenig dem Mainstream angepasst. Ob dies auf Songwriting technische Einflüssen des Gitarristen/Sänger zurückzuführen ist, oder ob man nun endlich den Sprung aus dem Underground schaffen will, kann man sicher nicht sagen. Tatsache ist jedoch, dass auch dieses Album wieder das Lager der Fans spalten wird.
Doch trotz dieser neuen Einflüsse ist das Album sicherlich auch Old School Suidakra Fans zu empfehlen, hauptsächlich wegen den beiden Akkustik Tracks (die restlichen werden wohl nach einmal anhören, nur noch übersprungen werden). Anderen Musikliebhabern seien eher die älteren Suidakra Alben an Herz gelegt („The Arcanum“, „Emprise to Avalon“), da diese einfach weit mehr Charakter besitzen.


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