Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:23 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Todtgelichter - Was bleibt…
» Todtgelichter - Was bleibt…
Homepage : www.Todtgelichter.de
 

Todtgelichter  - Was bleibt…
  »Trackliste
1. Hort des Todes
2. Asenschlacht
3. Von Hass und Trauer
4. Erinnerungen eines Wolfes
5. Wunden
6. …und gütig empfange ich euch
7. Schlachtenruf
8. Existenz aus Nichts
9. Flammenspuk

Release: todtwasbleibt
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 52.20 min
Format: CD Audio
Label: Folter Records

 

Im Februar 2005 war es soweit, die Black Metal Truppe der Todtgelichter aus dem Raum Hamburg veröffentlichte ihr Debüt Album „Was bleibt…“. Nach der Gründung Anfang 2002 wurde bereits im Juni 2003 die erfolgreiche und gelungene Demo „Fluch…Sog in den Wahnsinn“ aufgenommen. Diese überzeugte auch Folter Records und so gelangten die Jungs an ihren Plattenvertrag. Felix stieß im Mai 2004 zu der Band ; das aktuelle LineUp besteht aus Tentakel Parkinson an den Drums, Nils am Bass, Felix an der Gitarre, Frederic werkelt als zweiter Sänger und Gitarrist und dann ist da noch Mort, zuständig für Lyrics und Gesang.
Der Bandname Todtgelichter setzt sich übrigens zusammen aus „Todt“ (alte Schreibweise für „Tod“) und „Gelichter“ ( = „Sippe/Schlag“) was soviel bedeutet wie „Sippe des Todes“. Ein äußerst passender Name, spielen die Todtgelichter doch Black Metal voll düsterer Stimmung und Melancholie.
Die Lyrics drehen sich um Themen wie unsere Existenz und deren Sinn, Leiden und Tod, Mythologie und Götterdämmerung. Ungewöhnlich tiefgründig und zum nachdenken anregend – also schon mal volle Punktzahl in Sachen Songwriting.

Den Auftakt machen die Todtgelichter auf dem neuen Album mit dem Track „Hort des Todes“. Ein langsames, stimmungsvolles Gitarrenintro geht langsam und mit einsetzenden Drums in den Song über. Das Tempo steigert sich und als erstes schmettert den Hörer die wahnsinns Stimme nieder- irres Gekreische, durchbrochen von einzelnen tiefen Growls. Auf jeden Fall einprägsam. Weiter geht es mit „Asenschlacht“. Der charakteristische Gitarrenauftakt geht zügig in einen schnellen Song über. Das Lied überzeugt durch eine atmosphärische Melodieführung und den im Detail facettenreichen Gesang (Kreischen, Schreien, Growlen etc wechseln sich ab). Thematisch wird die nordische Mythologie aufgegriffen- der Song handelt von Ragnarök- der Schlacht der Asen gegen die Midgardschlange und den Fenriswolf. Ein gelungener Anspieltipp des Albums!
Nach „Von Hass und Trauer“ folgt nun „Erinnerungen eines Wolfes“ (mein unumstrittener Lieblingssong des Albums *grins*) Die wunderschönen, bedrückenden Lyrics und der kreischende Gesang stechen hier besonders hervor. Der druckvolle, melancholische Klavierpart in der Mitte des Songs untermalen die einsame, dunkle und dramatsiche Stimmung. Es folgt „Wunden“ sowie „…und gütig empfange ich euch“. Wir hören ein Unwetter, Regen prasselt vom Himmel, plötzlich eine Stimme: „Und Gott sprach es werde Licht…Der Beginn des Chaos“ gefolgt von einem wütenden, schnellen Auftakt mit treibendem Drumming und mehrfachen Tempowechseln zwischen ruhig und rasend. Auch dieser Song verbreitet eine nachdenklich düstere Stimmung mit Anklängen von Aggression und Verzweiflung. Die Lyrics sind diesmal besonders lang und philosophieren über den Sinn der Existenz („Ihr werdet nicht sterben, ihr habt nie gelebt!“). Sehr geiler Song! „Schlachtenruf“ hetzt wieder mit einem wilden, direkten Einstieg drauflos und besonders das Schlagzeug kommt in diesem Stück gut zur Geltung. Schöne Schrei, Kreisch, Ächz und Growlparts, sowie eine weniger manisch depressive Atmosphäre lassen den Song ungewöhnlich schwungvoll wirken und machen es so zu meinem zweiten Liebling. Mit „Existenz aus Nichts“ welches der Demo „Fluch…Sog in den Wahnsinn“ entnommen ist und „Flammenspuk“ verabschieden sich die Todtgelichter und hinterlassen glückliche, wenn auch nachdenklich gestimmte Hörer.

Insgesamt haben Mort, Freddy, Felix, Nils und Tentakel Parkinson mit „Was bleibt…“ ein düsteres, atmosphärisches und sehr leidenschaftliches Black Metal Album hingelegt und können durch geschicktes, gutes Songwriting und charakteristischen Gesang durchweg überzeugen und gefallen. Wie die Jungs auch schon live unter Beweis stellen konnten, liefern sie 1a Black Metal ohne dabei aufgesetzt zu wirken. (Report vom Releasegig unter Konzertberichte)
Den einzigen Abzug gibt’s für die vereinzelt zu dominant wirkenden Gitarren und den etwas leiernden Sound in einigen Soloparts. Das Cover und Booklet sind natürlich stilgemäß in schwarz und grautönen gehalten und enthalten einen Großteil der Songtexte sowie Fotos der Jungs.
Mein Fazit: Eine stimmungsvolle bis dramatische Black Metal Combo mit sehr ausgefeilten Lyrics und gekonntem Gesang. Die Band verdient sich locker die 5 Sterne und allen Freunden des Black Metal sei dieses Album wärmstens empfohlen! (Zu erhalten ist das Album „Was bleibt…“ unter www.todtgelichter.de)


Ruhrmetal.com