Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 18:14 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Chronicle Of Tyrants - Nemesis MMIV
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Chronicle Of Tyrants - Nemesis MMIV
  »Trackliste
1. Quest For Substance
2. Insomnia
3. Lifeless
4. Hypocrite
5. Altered Reality
6. Cerebral Assassin
7. Nemesis
8. Whole World Torn Apart
9. Nothing To Fear
10. Misanthropic
11. Morbid Apocalyptic Visions

Release: 01.05.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Death Metal
Laufzeit: 65.33 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

Kennen Sie Diepholz in Niedersachsen? Ne? Machen se sich keinen Kopp, ich kannte dieses beschauliche kleine Örtchen bis heute auch nicht. Im Grunde hat Diepholz auch nicht viel zu bieten, was das längere Verweilen des Stadtnamens in der Großhirnrinde rechtfertigen würde. Ein Schlösschen, ein Heimatmuseum und ein Moor sind die so ziemlich größten Attraktionen dieser Gemeinde. Wären da nicht die Recken von CHRONICLE OF TYRANTS. Die Jungs aus dem Norden haben sich den melodischen Death Metal auf die Fahnen gezimmert und frönen diesem auch sehr ausgiebig. Wer nun gleich seine „Children of Bodom sind voll scheiße“ Hasstiraden verbreiten möchte, sollte sich lieber er’s mal ein Bierchen holen gehen, denn CoT haben mehr mit HYPOCRISY gemein, als mit den Bälgern vom Lake Bodom. Bereits vor zwei Jahren machten CoT mit einem saugeilen, mittlerweile vergriffenen Demo („Mental Decay“), auf sich aufmerksam. Wer das Teil nicht sein Eigen nennen kann, der sollte sich schleunigst die sieben Tracks (inklusive Intro) auf der Bandhomepage in MP3 Form saugen, es lohnt sich. Aber kommen wir zum ersten selbst produzierten Full-Lenght Album. Die Bandbiographie durchzulesen wird nach wenigen Takten des Openers „Quest for Substance“ überflüssig. Schwedentod vom aller gemeinsten, sorgt für eine anständige Portion Groove, der perfekt zu den Melodiestrukturen passt. Auch „Insomnia“ kommt äußerst schwedisch daher. Das folgende „Lifeless“ kehrt den Spieß um und überrascht durch seine schon fast hymnenhaften Melodien sowie einen mehrstimmigen Chorus. Und so geht es im fröhlichen Wechsel hin und her. Flotte fast schon thrashige Songs wie „Hypocrite“ oder „Cerebral Assassin“ wechseln sich ab mit Midtempo Stampfern wie „Altered Reality“ oder dem genialen „Nothing to Fear“. Besondere Erwähnungen sollten auf jeden Fall noch der abwechslungsreiche Titeltrack sowie die Highspeed Nummer „Whole World torn apart“ erhalten. Und wäre dies alles noch nicht genug, haben CoT auch noch zwei alte Demotracks („Misanthropic“ und „Morbid Apocalyptic Visions“) neu eingespielt. Die teilweise veränderten Versionen kommen nun viel kraftvoller und ausgereifter als zu vor aus den Speakern.
Fazit:
Astrein. Metalherz was willst zu mehr. Abwechslung pur, zweistimmige Gitarren soweit das Auge reicht, ein Drummer der sich die Seele aus dem Leib prügelt und ordentliche groovende Tiefen. Shouter Manu schmettert seinen infernalen Gesang meist in tiefer Schwedenart ins Mikro, wechselt gelegentlich aber auch in fast kreischende Passagen. 66 Minuten Todesblei vom Feinsten für gerade einmal zehn Euro, so lob ich mir das.


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