Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:14 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Dissimulation - Prakeikimas
» Dissimulation - Prakeikimas
Homepage : www.ledotakas.net
 

Dissimulation  - Prakeikimas
  »Trackliste
1. As Jusu Prakeikimas
2. Suteikim Jiems Kancia
3. Ju Septynetas
4. Omega Et Alpha
5. Kol Viskas Niekur
6. Karo Ugnys / I Dausas

Release: 13.05.2005
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 39.58 min
Format: CD Audio
Label: Ledo Takas Records

 

Oho, da hat wohl wieder mal jemand sein medizinisches Wörterbuch zu Rate gezogen, als er auf der Suche nach einem Bandnamen war. Für alle nicht Akademiker hier eine kurze Erläuterung zum Thema Dissimulation: Dabei handelt es sich um das bewusste Verschweigen oder Herunterspielen von Krankheiten bzw. deren Symptomen. Dissimulationen treten häufig bei Alkis sowie Drogenfatzken (Achtung: kein medizinischer Begriff) auf. In wie weit diese Beschreibung nun im Zusammenhang mit dieser Band steht kann ich nicht beurteilen und ich werde mich auch davor hüten Vermutungen irgendwelcher Art zu äußern. Überhaupt ist über die Band wenig bekannt. Eine offizielle Homepage ist auf Gedeih und Verderb nicht zu finden, was die Informationsbeschaffung schwierig gestaltet. Aber man würde sich ja nicht Redakteur schimpfen, wenn einen solche Kleinigkeiten aufhalten würden. DISSIMULATION stammen aus dem schönen Litauen und haben sich mit Haut und Haar einer interessanten Mischung aus klassischem Thrash Metal und frostigem Schwarzmetall verschrieben. Und das nicht erst seit gestern, feierte die Band doch unlängst das Jubiläum ihres zehnjährigen Bestehens. Hier haben wir es also keinesfalls mit Anfängern zu tun sondern mit knallharten Undergroundveteranen, die im Übrigen beim selben Label unter Vertrag sind wie die etwas kontroversen LOITS. Die Scheibe beginnt mit einem Bombast strotzendem Intro das zum Song „As Jusu Prakeikimas“ gehört. Nach einer kurzen Phase in der eine etwas folkig angehauchte Melodie vorherrscht, geht’s mit einem ordentlichen Knüppelbrett weiter. Der Song ist einfach strukturiert. Das Thrash Riff knallt ohne Ende, wird jedoch jäh durch ein Break an genau der richtigen Stelle unterbrochen und die unverständlichen Lyrics werden in rauchig/kreischender Form durch Sprechgesang vorgetragen. Die Marschrichtung ist damit vorgegeben, also weiter im Text. „Suteikim Jiems Kancia“ kommt mit einem Überschuss an Thrash daher und geht sofort ins Ohr. Erinnerungen an CELTIC FROST und frühe VENOM erscheinen vor dem inneren Auge…ähm Ohr. Der Song endet atmosphärisch und geht nahtlos in das Folgende „Ju Septynetas“ über. Nun übernimmt die Black Metal Seele wieder das Kommando. Schroffe Gitarren, Blastparts unterbrochen von kurzen Pausen die zum Verschnaufen oder jetzt-erst-recht-bangen einladen. Völlig kompromisslos geht „Omega et Alpha“ zu Werke und erinnert stark an SATYRICON. Warum die letzten 90 Sekunden jedoch mit einem Rauschen, das andere vielleicht als Ambiente bezeichnen würden gefüllt ist, ist mir schleierhaft. Selbiges nervt auch wieder zum Ende des nächsten Titels „Kol Viskas Niekur“ sowie bei „Karo ugnys / I Dausas“. Man denkt sich, „hui klingt alles gar nicht so verkehrt, bohr ey und als Letztes noch ein zehn Minuten Track, geil“. Ja, Pustekuchen. Wieder dieses dämliche „atmosphärische“ Dröhnen.
Fazit: Hin und wieder gibt es immer wieder Überraschungen. DISSIMULATION sind eine eben solche. Die Songs sind relativ schlicht gehalten, jedoch nie so stark um eintönig zu wirken. Die Balance zwischen Black und Thrash Metal klappt vorzüglich und die feine Prise Folk gibt der ganzen Sache den letzten Schliff.
Ergänzung: Ha, von wegen noch nie wat von denen gehört. Hab gerade mal wieder in meinen Ordner mit Coversongs geschaut und siehe da, die Jungs haben „Tormentor“ von KREATOR gecovert und das gar nicht mal schlecht!




Ruhrmetal.com