Datum : 21.06.2018
Uhrzeit: : 06:49 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Skyforger - Semigalls Warchant
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Homepage : www.skyforger.lv
 

Skyforger - Semigalls Warchant
  »Trackliste
1. Sunrise over the sacred forest
2. Werewolves
3. Chief Nemeisis
4. Signs carved in stone
5. Night over the winter solstice
6. Long I heard, now I see
7. Semigalls Warchant
8. To the northern shore (bonus)
9. Bloodfield (bonus)
10 Kävie (bonus)
11 Sunset over the sacred forest (bonus)

Release: 2005
WERTUNG
5.5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 45.01 min
Format: CD Audio
Label: Folter Records

 

Skyforger aus Lettland dürften den meisten Freunden von Pagan und Black Metal längst ein Begriff sein. Seit der Bandgründung 1995 und ihrem ersten Demotape von 1997 – eben „Semigalls Warchant“- sind einige Jahre ins Land gezogen und der Stil der Letten hat sich stark verändert. Um so besser das Folter Records das längst vergriffene 97er Demo in klanglich aufpolierter Form und mit Bonusmaterial anno 2005 nochmal an den Mann bringen. Acht Jahre und fünf Veröffentlichungen liegen zwischen Demotape und der Neuauflage. Alles wurde remastert , was für einen guten Sound sorgt. Doch das alte Feeling ist geblieben- die Songs erinnern an den Black Metal der frühen 90er. Das Intro „Sunrise over the sacred forest“ startet mit Vogelgezwitschern, Flötenspiel und Trommeln – ein gelungener Auftakt der den Hörer in eine andere Welt katapultiert. Nun wird deftig nachgelegt mit „Werwolves“. Ein rasendes Gitarrenspiel und Wolfsheulen ebnen den Weg für Peters fiese, gnarzige Stimme die fast alle Songs dominiert. Auch bei „Chief nemeisis“ und „Signs carved in stone“ wird fleißig dem harschen Black Metal gefrönt. Folkloristische Instrumente und mittelalterliche Melodieparts lockern Skyforgers recht kalten, rauen Stil immer wieder auf und wurden somit schon 1997 ein wichtiger Aspekt und Wiedererkennungszeichen der Band. „Night over the winter solstice“ wird dementsprechend ganz altertümlich von Dudelsack und Schellen eingeläutet in einer packenden schrägen Melodie, welche sich sofort ins Ohr frisst. Der Song startet nun im gemäßigten Tempo mit einem ordentlichen Pfund Death Metal Anleihen durch den deftigen Bass, groovenden Drums und dem fast sprechartigen Gesang statt der üblichen keifenden Trollstimme. Doch auch die kommt im Verlauf des Songs noch zum Zug, der mit immerhin 5:50 Minutenverdammt abwechslungsreich ausgefallen ist. Akustikgitarre und Schellen stimmen auf das Ende des Songs ein, welcher auch durch zahlreiche Tempiwechsel überzeugt. „Long I heard, now I see“ ist ein stimmungsvolles BonsBons von Semigalls Warchant. Mehrstimmiger lettischer Männergesang, der nordischer nicht klingen könnte. Ganz ohne Instrumente wird allein durch den Chor eine folkloristische, altertümliche Stimmung rübergebracht die im besonderen Kontrast zur üblichen stimme des Sängers sowie des wütenden Sounds von Skyforger steht. Das sind 2:36 Minuten pure Lagerfeuerstimmung. Der abschließende Song „Semigalls Warchant“ des ürsprünglichen Demos hämmert nun wieder in bester Black Metal Manier durch die Boxen und erzeugt eine düstere Athmosphäre mit wetzendem Drumming und wütendem Gesang. Ein Song mit Nackenbrecherpotenzial. Zum Ende wird die Melodie sanfter und erinnert an den vorrangegangenen Männerchorus.
Wahnsinnsteil! Auf der vorliegenden 2005er Version von Semigalls Warchant finden wir nun noch die Bonus EP „Asinslauks“ welche aus drei Tracks besteht sowie einem Outro.“To the northern shores“, „Bloodfield“ und „Kävie“ sind ein stilistischer Bruch - zeigen sie doch Skyforger wie sie heutzutage klingen. Ein auffälliger Rückgang an Rauheit des Black Metals, eine glatte Produktion, kein Keifen mehr stattdessen thrashiger Gesang und insgesamt eine ordentliche Portion Thrash und Death Metal Einflüsse. Das Outro „Sunset over the sacred forest“ ist dann glücklicherweise wieder im alten Stil und greift die Melodie vom Intro auf - um mit Grillenzirpen, Akustikgitarre, Trommeln und Flöten eine nächtliche, ruhige Stimmung zum Ausklang des Albums zu erzeugen.
Fazit: Eine rundum gelungene und mehr als hörenswerte Neuauflage vom urigen Skyforger Demo. Ie drei Bonus Songs vom neueren Material sind nicht unbedingt mein Geschmack, da sie aus der Gesammtstimmung des Albums ausbrechen und glatt produziertes Songmaterial vorstellen. Doch Gelichzeitig zeigen sie auch die Entwicklung der Band auf.
Also eine Empfehlung für alle Freunde von Black Metal der 90er und Pagan der härteren Gangart.



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