Datum : 23.01.2018
Uhrzeit: : 13:05 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Taunusheim - Nebelkämpfe
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Homepage : www.taunusheim.de
 

Taunusheim - Nebelkämpfe
  »Trackliste

1. Sleipnir
2. Getrunken das Bier
3. Nebelkämpfe
4. Wundenschmiede
5. Taunusheim
6. Followed by the Raven
7. Die Reise zum Aar


Release: 02.05.2005
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 33.41 min
Format: CD Audio
Label: Schwarzdorn

 

Aus dem schönen Taunus, welcher in grauer Vorzeit einst das römische Imperium von den heidnischen Landen der Germanen trennte, erreicht uns eine weitere Perle des aufstrebenden Pagan Metals. Taunusheim aus Oberursel, das sind die beiden Brüder Erik und Patrick sowie die Keyboarderin Ilona. Teilweise auch über den örtlichen Underground hinaus konnte die Band sich dank dreier hervorragender Demos schnell einen Namen machen und seit ein paar Monaten steht nun auch endlich das Debütalbum „Nebelkämpfe“ in den Regalen der Fachhändler. Darauf finden sich insgesamt sieben neue Stücke die von alten Sagen und grausigen Schlachten erzählen. Die musikalische Grundlage bilden dabei weniger altertümliche Melodien und Folklore, obwohl auch diese ihren verdienten Platz auf der Scheibe gefunden haben, sondern vielmehr grimmiger Black Metal.
Gleich der Opener „Sleipnir“ (dem Wotan sein Pony) gibt die Marschrichtung vor. Eingeläutet durch ein mächtiges Horn wird eine düstere und eiskalte Atmosphäre erzeugt. Sobald der Gesang einsetzt (erinnert an frühe Dimmu Borgir) dürfte sich jeder Freizeitpaganist mit Hang zum melancholischen angesprochen fühlen. „Getrunken das Bier“ klingt nach einem Partysong und tatsächlich ist er auch der „fröhlichste“ Titel. Zum Lachen dürfte aber angesichts der fast doomigen Strukturen keinem zu Mute sein. Der cleane Refrains bringt zwar einen ordentlichen, wenn auch sehr kurzen Mitsingpart, mit aber auch dieser rettet das Stück nicht. Sorry Leute aber ein Song über Bier sollte schon ne Ecke eingängiger daher kommen. Sagte ich gerade etwas von Eingängigkeit? „Nebelkämpfe“ braucht zwar den ein oder anderen Durchgang aber der mit Abstand epischste Track weiß recht schnell zu überzeugen, auch wenn der cleane Sprechgesang am Rande der Peinlichkeit balanciert. „Wundenschmiede“ (leckerer Text) kommt erst gaaaanz langsam in Fahrt aber hat irgendwie was für sich. So, die erste Hälfte der Platte wird durch eher langsame Stücke dominiert, damit ist ab der zweiten Hälfte aber Feierabend. Von nun an ist Bleifuß angesagt. Zwar klingt „Taunusheim“ noch eine Idee zu episch um den grimmigen Durchschnittspandabären aus seiner Höhle zu locken aber die beiden Kracher „Followed by the Raven“ (klingt volle Kanne nach Immortal) und das abschließende „Die Reise zum Aar“ dürften sowohl das Pagan als auch das Blackie Herz erfreuen. Als Bonus liegt der CD noch ein Videoclip zu "Taunusheim" bei.
Fazit: Alles in allem liegt hier ein grundsolides Album vor. Wenn die Band noch etwas an der leichten Monotonie der Songs arbeitet, haben wir hier einen weiteren Anwärter auf den Pagan Metal Thron.



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