Datum : 21.06.2018
Uhrzeit: : 06:48 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Angtoria - Demo
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Homepage : www.angtoria.com
 

Angtoria - Demo
  »Trackliste
1. Six Feet Unders’s not deep enough
2. Confide in me
3. Suicide on my mind
4. Deity of Disgust
5. A Child that walks in the path of a man


Release: 2004
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Epic Metal
Laufzeit: 22.50 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

So da haben wir also das, von vielen Pressekollegen so bezeichnete, Demo des Jahres. Hinter Angtoria verbirgt sich zum einen das Sangeswunder Sarah Jezebel Deva, die ihre Goldkehle bereits zu Produktionen von Cradle of Filth, Therion und Mortiis beigesteuert hat und zum anderen Chris Rhen, der weltgewanteren Mannen als mir vielleicht als Komponist Abyssos bekannt sein dürfte. Wie dem auch sei, es geschah im Jahre 2001 da liefen sich diese Beiden Gestalten während einer Tour zufällig über den Weg und da ihre musikalischen Ideen wohl volle Kanne auf einer Wellenlänge waren, beschloss man langerhand doch mal etwas auf die Beine zu stellen. Zunächst ensprangen diesen Vorstellung rein orchestrale Stücke, welche auf Dauer allerings zu langweilig wurden, es musste also etwas geschehen. Und dieses etwas routiert nun in meinem Laufwerk. Das orchestrale, bombastische, symphonische Grundwerk ist erhalten geblieben (Symphonic Epic Hollywood Metal lässt grüßen), hinzugekommen – na wer kanns erraten? – richtig GITARREN. Dem Chris sein Bruder Tommy wirkt auf dieser Scheibe im übrigen ebenfalls fleissig mit, fragt mich aber bitte nicht in welcher Funktion. Nach einem Besuch in den ultra evil Virtual Symphony Studios hatte man plötzlich eine Demoscheibe in der Hand die einfallsreicher kaum hätte betitelt sein können. Und was macht man mit einem fertig gestellten Demo? Richtig man verschickt es an allerhand Plattenfirmen und natürlich Presseheinis damit diese in einen exklusiven Hörgenuss kommen. Soweit eigentlich keine schlechte Idee. In Zeiten in denen es vorkommen soll, dass neue Platten lange vor der Erstveröffentlichung im Netz kursieren ist es wichtig sich gegen diese unverschämte Piraterie zu schützen. Soweit immer noch keine schlechte Idee. Um sich also einen gehörigen Schutz zu verschaffen haben die Jungs und das Mädel eine feiste Sache überlegt und so nerven alle paar Minuten übelste „knirsch/rausch“-Geräusche beim Genuss dieser CD. Suuupa Ideeeee. Und das Beste kommt ja erst noch. Würden gerade die monstermäßigsten Ohrwürmer aller Zeiten durch meine Gehörgänge tingeln könnt ich diese Maßnahme ja noch einigermaßen verstehen, aber die insgesamt fünf Titel geben wirklich nicht all zu viel her. Der Opener „Six Feet Under’s not deep enough“, wow da hat wohl jemand gehörigen Brass auf jemanden gehabt als er diese Lyrics verzapft hat, nervt schon nach gut zwei Minuten. Das soll wirklich die große Sarah J. D. sein? Ich hab eigentlich immer gedacht, dass die Frau mehr als zwei Tonlagen beherrscht. Na ja irren ist menschlich. „Confide in me“ kann ebenfalls getrost übergangen werden. Zwar sind hier erstmals, in natura amtlich rockende, Riffs zu erkennen, aber die lasche Produktion und das viel zu dominante orchestrale Hintergrundgedudel überschatten diese bei weitem. „Suicide on my mind“ ist an und für sich ein bissl besser geraten, tingelt aber irgendwie vor sich hin und bringst nicht ganz auf den Punkt – was auch immer. Zumindest beim Refrain kann man ein wenig träumen und auch die Gitarren stehen nun etwas mehr im Vordergrund. „Deity of Disgust“ denkt es wäre Metal, isset aber nicht. Zuletzt haben wir dann da noch „A Child that walks in the path of a man“ – siehe Ausführungen zu „Six Feet Under's not deep enough“.
Fazit: Angtoria ist Welten von vergleichbaren Größen wie Nightwish, Within Temptation oder After Forever entfernt. Zu Gute halten muss man der Band sicherlich, dass eben genannte Musikkapellen nicht zu den direkten Einflüssen zählen und das sowohl die Wurzeln als auch die musikalischen Absichten von Angtoria mehr in Richtung klassische Orchestralmusik tendieren. Die symphonischen Arrangements sind es auch, die diese Demo vor einem Totalabsturz retten. Zwar ist die Produktion bei weiten nicht über alle Zweifel erhaben, lädt aber stellenweise schon zu einer gepflegten Gänsehaut ein.



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