Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 09:57 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Subway to Sally - Nord Nord Ost
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Homepage : www.subwaytosally.de
 

Subway to Sally - Nord Nord Ost
  »Trackliste

1. Sarabande de Noir
2. Schneekönigin
3. Feuerland
4. Sieben
5. Lacrimae '74 (Instrumental)
6. Feuerkind
7. Das Rätsel II
8. S.O.S.
9. Eisblumen
10. Seemannslied


Release: 22.08.2005
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Folk Metal
Laufzeit: 42.11 min
Format: CD Audio
Label: Nuclear Blast

 

Schon mit „Herzblut“ begannen Subway to Sally im Jahre 2001 ihren Sound merklich umzukrempeln. Die Mittelalterparts machten immer mehr Platz für moderne Klanginstrumente oder gar elektronische Parts. Mit dem 2003er Output „Engelkrieger“ spalteten StS ihre Fangemeinde. Das Mittelalter war so gut wie getilgt. Stattdessen dominierten harte Metalriffs fast das gesamte Album. Mit „Nord Nord Ost“ besinnen sich Eric Fish, Frau Schmitt, Bodenski und Co. zwar nicht mehr zurück auf ihre alten Tugenden machen gegenüber der Vergangenheit jedoch einige Zugeständnisse.
Nach dem leicht sterilen Intro „Sarabande de Noir“ stellt sich mit „Schneekönigen“ schnell der Eindruck ein, dass sich der Sound gegenüber „Engelkrieger“ kein bisschen verändert hat. Harte Gitarrenwände dominieren das Geschehen. Nur der melancholische Refrain lässt mehr vermuten. „Feuerland“ lässt zum ersten Mal die Dudelsäcke erklingen, auch wenn diese sich ganz weit im Hintergrund halten um den kaum verzerrten Gitarren nicht die Show zu stehlen. „Sieben“ dürfte allen Fans bereits hinlänglich bekannt sein, da der Song bereits vor dem Albumrelease als Vorabsingle auf den Markt geworfen wurde. Und dies nicht ohne Grund. Denn „Sieben“ ist der eindeutig am leichtesten zu verdauende Song auf „Nord Nord Ost“. Der Text könnte ebenso gut aus einem Kinderbuch stammen und gibt daher keinen großen Anlass sich über den eventuellen philosophischen Hintergrund Gedanken machen zu müssen. Die Gitarren dominieren zwar auch hier, sind jedoch wesentlich leiser abgemischt. Da hätte ich mir gerne eine Albumversion gewünscht die etwas mehr Power besitzt. Nach der recht harten ersten Albumhälfte kann man mit dem wunderschönen Akustikgitarrenstück „Lacrimae `74“ zunächst etwas zur Ruhe kommen, bevor, dass wunderschön traurige und epische „Feuerkind“ einen so richtig schön in die Depression reisst. Textlich ist die Nummer allerdings die ultimative Hymne für jeden Pyromanen. „Das Rätsel II“ beweihräuchert sich selbst bzw. die ihn erschaffende Band (Songs wie „Blood of the Kings“ von Manowar lassen grüßen). Die Dudelsäcke drängen zum ersten Mal in die vorderste Reihe, der Refrain ist zum Mitsingen geboren und die obligatorischen „Schrei“ Einlagen dürften dafür sorgen, dass die Nummer zu einer gewaltigen Livehymne wachsen wird. „S.O.S“ darf getrost als einziger aber dafür totaler Ausfall bezeichnet werden. Das Grundriff klingt langweilig, der text all zu pathetisch und die Arrangements unübersichtlich. Zum Ende hin beweisen StS jedoch wieder welches gewaltige Potential noch immer in der Band schlummert. „Eisblumen“ dürfte zu einem DER Gruftieerfolge der letzten Jahre werden. Der Song ist nicht nur wegen seines melancholischen Textes sondern auch wegen, des schweren Riffs, das von Frau Schmitts zauberhafter Geige übertönt wird, wie geschaffen für die Tanztempel der Nation. Ganz großes Tennis erwartet den Hörer dann in Form des abschließenden „Seemannslied“. Die hammergeile Ballade verzichtet auf die olle Gitarre und lässt lieber die ungeheure Atmosphäre erzeugt durch die oft herbeigesehnten alten Tugenden sprechen. Gänsehaut pur.
Fazit: „Nord Nord Ost“ stellt weder den von vielen Fans erhofften Schritt Back to the Roots dar, verkörpert aber auch nicht den Stillstand von Subway to Sally. Das Album kann als gelungene Weiterentwicklung verstanden werden. Leider wird noch all zu oft deutlich, dass die Band ihren „neuen“ Sound noch nicht ganz gefunden hat. Ein weiteres Manko stellt die Produktion dar. Klang „Engelskrieger“ noch ziemlich schroff und leicht roh, so wirkt „Nord Nord Ost“ an vielen Stellen zu steril, wie es schon auf „Herzblut“ oft der Fall war. Weniger ist halt manchmal mehr.



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