Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:23 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Odroerir - Götterlieder
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Homepage : www.odroerir.com
 

Odroerir - Götterlieder
  »Trackliste
1. Ginungagap (Intro)
2. Weltenanfang
3. Wanenkrieg
4. Odroerir
5. Ask und Embla
6. Zwergenschmiede
7. Skirnirs Fahrt

Release: 2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 51.42 min
Format: CD Audio
Label: Einheit Produktionen

 

Wenn sich Mitglieder der beiden deutschen Pagan Metal Größen "Menhir" und "XIV Dark Centuries" zusammentun um die Edda in folkig metallischem Gewand zu vertonen, dann sind die Erwartungen wahrlich hoch. Schon das Vorgänger Album versprühte einen gewißen Charme und brachte frischen neuen Wind in die heidnischen Gefilde des Pagan Metal. Doch zumindest bei mir wollte der Funke nicht so recht überspringen. Insgesamt zu unausgegoren, die Struktur mancher Lieder schien ein bisschen merkwürdig und der Musikstil war nicht vollends aufeinander abgestimmt. Zwar ein gutes Album, doch fehlte vieleicht einfach noch die Erfahrung um das ganze wirklich rund zu machen.
Dies ist nun mit der neuen Scheibe "Götterlieder" vortrefflich gelungen. Wo beim ersten Album sporadischer Einsatz von Schalmeien und anderen Blasinstrumenten sowie teilweise schon sehr stark schwarz metallische Passagen das Gesamtbild ein wenig zerrissen, beruft man sich nun auf die Kernelemente, stellt diese in den Mittelpunkt und baut sie konsequent aus. Konkret heißt dies, wunderbar sanfte Akkustikgitarren Klänge, vermischt mit erhabenen cleanen Vocals und dezenter E-Gitarren Einsatz, begleitet von epischen Chören.
Und die Produktion weiß hier durchaus zu überzeugen. Es ist nicht so, dass die verzerrten Gitarren alles umpflügen was im Weg steht, vielmehr bieten sie einen wunderbaren Teppich für Gesang und die anderen Instrumente, was dem Album einen sehr schön vollen Sound liefert, ohne dabei aber allzu breiig zu werden. Die Gitarren Soli binden sich allesamt perfekt in den Song ein und bestechen zwar nicht durch unglaubliche Virtuosität, sind aber schlichtweg stilvoll und passend.

Das Album beginnt mit dem Track "Ginungagap", ein Intro bei dem lediglich das rauschen des Windes zu hören ist. Besser kann die leere von Ginungagap wohl nicht dargestellt werden. Darauf folgt freilich die Schöpfung der Welt, "Weltenanfang". Ein sehr ruhiger Track, der sich durch die gepickte Akkustik Gitarre und den wechselseitigen Gesang von Frau und Mann auszeichnet. Gegen Ende steigt die Intensität deutlich (dies wird hier vorallem duch das Schlagzeug erreich) und gipfelt dann in einer Erzählerpassage die einen nahtlosen Übergang zum nächsten Track "Wanenkrieg" bietet. Sehr gute Überleitung und nun wird auch erstmal auf treibende Weise eine verzerrte Gitarre eingesetzt. Insgesamt trotzdem ein eher ruhigerer Track, der besonders durch das Solo am Ende zu überzeugen weiß.
Als nächstes folgt mein persönliches Highlight dieses Album. "Odroerir" genannt, wie die Band höchstselbst, handelt er von der Erschaffung des Skaldenmets und der Sage wie Odin ihn einst nach Asgard hohlte. Klar weiß dieser Song duch den wunderbaren Rhytmus des Gesangs zu überzeugen und speziell der Refrain ist wahrlich herausragend gelungen. Eine Zweistimmige Gesangsmelodie, begleitet von einer Geige, welche definitv Ohrwurm Charakter besitzt. Klarer Anspieltipp!
Weiter geht es mit "Ask und Embla", ein Track über die ersten beiden Menschen. Für mich klar der schwächste Track des Albums. Insgesamt sehr ruhig gehalten, ohne aber großartige Höhepunkte zu setzen, plätschert der Song vor sich hin. Beileibe nicht schlecht, aber im Vergleich zum Rest doch eher langweilig.
Doch es geht sofort danach großartig weiter mit dem Lied "Zwergenschmiede". Ein sehr energiegeladener Track, wieder etwas härter, aber konstant äußerst melodisch und mit einer Klasse Songstruktur die das Lied zu einem wahren Vergnügen macht.

Odroerir ist der Skaldenmet und von diesem müssen wir Bandmitglieder wahrlich gekostet haben, denn ihnen ist es gelungen, sowohl ansprechende Texte mit wunderbar atmosphärischer und Stimmungsvoller Musik zu verknüpfen. Und endlich hat man nun wohl auch seinen eigenen Stil gefunden, der hoffentlich so beibehalten wird, denn "Götterlieder" sticht positiv aus dem gewohten "Wir sind Heiden und hassen alle Christen" Pagan Metal Einheitsbrei hervor. Eine klare Kaufempfehlung an alle Freunde von ruhigen heidnischen Klängen, die es trotz allem gerne mal krachen lassen.


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