Datum : 19.01.2018
Uhrzeit: : 16:44 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Malnatt - Carmina Pagana
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Homepage : www.malnatt.org
 

Malnatt - Carmina Pagana
  »Trackliste
1. La guêra di inbezéll
2. Al Barbarén
3. Lorda nera
4. Misantronoia
5. Santo Masochismo
6. Nót trancuèlla
7. Bulaggna
8. Siamo Galli
9. La guêra d´inchión


Release: 2005
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 47.23 min
Format: CD Audio
Label: CCP Records

 

Carmina Pagana! Wenn nicht schon allein dieser Titel dafür ausreichen sollte, das Herz eines jeden Pagan Metal Fans höher schlagen zu lassen! Doch auf die erste Freude ob des schicken Album Titels, folgt die erste Ernüchterung, ob des schäbbigen Covers. Ok, letztlich ist dies natürlich Geschmackssache, aber viel unpassender konnte man es in diesem Fall wohl nicht wählen. Für ein Industrial- oder Gothic-Album, vielleicht auch noch für Black Metal durchaus angemessen, für Pagan Metal (der einen ja wohl erwarten soll, wenn man dem Titel glauben schenkt) aber sicherlich eine schlechte Wahl. Aber nun denn, die inneren Werte sind es doch die zählen und pflugs den Silberling ins Laufwerk geschoben.
Und was die 7 köpfige italienische Band "Malnatt" hier beim ersten Song "La guêra di inbezéll" abliefert, reißt einen doch schon zu ersten Freudenschreien hin. Epische Streicher, vermischt mit erhabenen Trommelschlägen und folkigem Gefidel leiten den Song gebührend ein. Das ganze gipfelt in wunderbar schnellem, folkig fröhlichem und sehr groovigem Pagan Metal mit leichten Black Metal Elementen, wie er auch von Szenegrößen wie Moonsorrow abgeliefert hätte werden können. Ein spitzenmäßiger Song, der Lust auf mehr macht. Der nächste Track geht dann doch schon wieder eine andere Richtung. Mit einer deutlich düstereren Grundstimmung und nur gelegentlich eingesträuten folkigen Melodien, fühlt man sich hier an die blackigeren Finntroll Lieder erinnert. Und auch der nächste Song strebt wieder in eine andere Richtung. Noch eine Spur mehr ins schwarzmetallische gehend, nehmen die Melodien hier keinen so großen Teil wie noch zuvor ein. Lediglich ein Keyboard im Hintergrund und zwischenzeitlich eingestreuter klarer Gesang lässt noch Gemeinsamkeiten zu den vorherigen Tracks erkennen. Als wäre die Metamorphose nun perfekt, haben wir im Song "Misantronia" nun nahezu reinen Black Metal vorliegen. Auch das zwischenzeitlich einsetzende Keyboard verhilft dem ganzen in keinster Weise zu einer Pagan Metal ähnlichen Wirkung, sondern erinnert eher an Cradle of Filth. Dieser Richtung bleibt die Band auch im folgenden Track treu, nur um dann bei "Nót trancuèlla" wieder deutlich stärker in Richtung Pagan zu tendieren. Wieder viel mehr an Moonsorrow angelehnt, findet sich auch immer wieder klarer "lalala" Gesang mit folkigen Melodien und Rhytmen. Doch nach diesem Aufwärtstrend dann wieder die Ernüchterung. "Bulaggne" könnte am ehesten noch als blackige Ballade beschrieben werden, steht aber in keinerlei Beziehung zu den restlichen Tracks.
Doch zum Glück geht es danach mit dem absolutem Glanzstück des Albums weiter. "Siamo Galli" beginnt sehr ruhig, mit Melodien die ans Mittelalter und Renaissance angelehnt sind, um dann in einen flotten &bdquote;Humpa&rdquote; Teil zu gipfeln, dessen Energie sich letztlich in stampfendem und mitreißendem Pagan Metal alà Moonsorrow und Co. kanalisiert. Wirklich ganz herausragend gelungen und kompositorisch schier genial.
Das letzte Lied ist dann doch eher wieder durchschnitt und geht wieder in eine düsterere Richtung.
Wirklich schade, dass die Band so Unkonsequent und scheinbar Konzeptlos vorgegangen ist. Die Songs "La guêra di inbezéll", "Al Barbarén", Nót trancuèlla" und "Siamo Galli" sind wirklich ausgezeichneter Pagan Metal, der Lust auf mehr macht. Leider wird nicht mehr geboten, denn die restlichen Songs sind nicht viel mehr, als sehr durchschnittlicher, melodischer Black Metal. Diese Brüche vermiesen einem doch gehörig das ansonsten durchaus gegebene Hörvergnügen.
All jene, denen die zuvor genannten Tracks zusagen, könnten vielleicht drüber nachdenken, sich das Album zu holen und entsprechende Lieder in eine gesonderte Tracklist zu packen. Durch die motivationslosen, anderen Tracks jedoch kann sicherlich keine allgemeine Kaufempfehlung ausgesprochen werden und es bleibt zu empfehlen, am besten mal vorher reinzuhören.


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