Datum : 26.04.2018
Uhrzeit: : 20:57 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Falkenbach - Heralding the Fireblade
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Homepage : www.falkenbach.de
 

Falkenbach - Heralding the Fireblade
  »Trackliste
1. Heathen Foray (Neuaufnahme)
2. Of Forests Unknown
3. Havamal
4. Roman Land
5. Heralder (Neuaufnahme)
6. Laeknishendr (Neuaufnahme)
7. Walkiesjar
8. Skirnir


Release: 25.11.2005
WERTUNG
3.5 /6 Sternen
Stil: Viking Metal
Laufzeit: 41.54 min
Format: CD Audio
Label: Napalm Records

 

Ein Schritt vor, ein Schritt zurück. So, oder so ähnlich darf Falkenbach anno 2005 beschrieben werden. Dieser Tage erscheint mit „Heralding the Fireblade” das vierte Album aus dem Hause Vratyas Vakyas (furchtbarer Name, oder?). Neues Album, schön und gut. Leider war Kollege Vakyas in den letzten Jahren eher kontraproduktiv beschäftigt, so dass auf der neuen Scheibe größtenteils unveröffentlichte Songs aus den Anfängen der 90’er Jahre, sowie einige Neuaufnahmen bereits bekannter Songs zu finden sind. Womit wir auch prompt beim größten Manko dieser Platte angelangt sind: Es wird schmerzhaft deutlich, dass die Songs alles andere als in einer geordneten Probephase entstanden sind. Die unwiderrufliche Schlussfolgerung ist also, dass „Heralding the Fireblade” ganz und gar nicht wie aus einem Guss klingt, was für eigentlich atmosphärische Musik im Allgemeinen und Falkenbach im Speziellen, einen kaum zu übersehenden Makel darstellt. Scheisse, nun hab ich mein übliches Fazit schon verballert. Sei’s drum, weiter im Text: Das dargebotene Feuerschwert beginnt mit dem bereits unter dem Titel „Heathenisch Foray” veröffentlichtem „MHeathen Foray”. Damals wie heute ein ganz eindeutig grandioser Song, der in dieser Neuaufnahme klar von der besseren Produktion profitieren kann. In dieser Version eindeutig mit „When Bjalahorn will sound” auf eine Stufe zu stellen. Mit „Of Forests unknown” kommen die Black Metal Wurzeln des Wahl-Düsseldorfers wieder ans Tages- bzw. Zwielicht. Gestandene Underground-Pandabären dürfte der Song zwar nicht wirklich vom Hocker fallen lassen, dennoch ein hörenswertes Exemplar schwarz-metallischer Spielkunst. Logo, dass es im Folgenden mit einem, sagen wir mal, epischen Song weitergehen muss. „Havamal” wird von einer schleppenden Melodie getragen, die bei Borderline gefährdeten Personen für reichlich Rasierklingenverbrauch sorgen wird. „Roman Land” klingt wie eine Mischung aus Motörhead meets Satyricon meets Wikingerbeerdigung, was an und für sich nicht sonderlich interessant klingen dürfte, dennoch können die satten Gitarrenläufe und das leicht progressive Drumming für „Rübe zum schaukeln” bewegen. Weiter geht’s mit zwei bereits bekannten Titeln. Die Neuaufnahme von „Heralder” kann dabei durch die Violine im Mittelteil halbwegs überzeugen, während die aktualisierte Version von „Laeknishendr” in der musikalischen Geltungslosigkeit versinken dürfte. Das flotte „Walkiesjar” macht richtig Spass inne Backen. Zahlreiche Tempowechsel in Verbindung mit Vakyas aggressivem Gekreische überzeugen schlichtweg. „Skirnir” könnte sich zu einer wahren Livehymne entwickeln (mmuuhhahahah Falkenbach live *grins*, Anm. d. Verf.). Naja, Mitsingparts a la „ah-ah-ah” und „oh-oh-oh” ziehen halt immer.
Eigentlich soll die Scheibe auch noch eine weitere Neuaufnahme enthalten, aber leider fehlt auf der mir vorliegenden Version der alte Demotrack „Gjallar”. Schade eigentlich, denn gerade in diesem Fall hat sich die Neuaufnahme bestimmt gelohnt.
Fazit: Da ich mein Kanonenfutter bereits so gut wie verschossen habe, bleibt mir nicht mehr viel zu sagen. Von einem „neuen” Album kann sicherlich nicht gesprochen werden und an ein Götteralbum wie „Ok nefna tysvar ty” reicht „Heralding the Fireblade” keinesfalls heran. Dennoch werden mit größter Sicherheit Scharen von Möchtegern-Paganisten losrennen und den netten Leuten bei Napalm Records den kommenden Sommerurlaub finanzieren. Wer bis heute nix mit Falkenbach anfangen konnte sollte um „Heralding the Fireblade” jedenfalls einen weiten Bogen machen.


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