Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:19 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Helrunar - Frostnacht
» Helrunar - Frostnacht
Homepage : www.helrunar.com
 

Helrunar - Frostnacht
  »Trackliste
1.Birke im Moor
2.Frostnacht
3.Unten und im Norden
4....bis die Seele gefriert
5.Nachtfrost
6.Der Trank des Gehängten
7.Neun Nächte
8.Älter als das Kreuz
9.Dreifach Dorn
10.Minis Brunnr (Gratr Önnor)


Release: 24.10.2005
WERTUNG
5.5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 52.13 min
Format: CD Audio
Label: Lupus Lounge

 

Helrunar konnten vor zwei Jahren mit ihrem Demo "Gràtr" nicht nur die Herzen aller Underground Black Metaller sondern auch die vieler Schreiberlinge im Sturm erobern. Nach der vor kurzem erschienenen Split EP zusammen mit Nachtmahr liegt nun mit „Frostnacht“ endlich das lang erwartete Debütalbum der Münsteraner vor.
Helrunar schlagen optisch (z.B. Bandlogo im jüngeren Futhark) zwar voll in die Pagan Ecke, jedoch bringt das Trio seine Texte überraschend unklischeehaft rüber. Der lyrische Grundgedanke gründet sich weder auf die nordische Mythologie noch auf den gehörnten Herrn der Unterwelt, sondern kann getrost als „poetisch dunkel“ umschrieben werden, ohne jedoch in all zu weinerliche Gefilde a la Dornenreich abzudriften. Die musikalischen Wurzeln liegen deutlich hörbar bei den norwegischen All-Stars der Black Metal Szene. Der Band gelingt jedoch das Kunststück die eigenen Einflüsse, teilweise neu interpretiert, in ihren Sound einzubauen und dabei doch etwas vollkommen Neues zu kreieren (im Black Metal eine Aufgabe mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad). Die vorhandenen, teilweise recht schönen Melodien, werden stets auf eine gar herrlich böse Art und Weise wiedergegeben. Dazu lassen die drei Pandabären noch einen Hauch Moonsorrow (Maultrommel forever!) in ihre Kompositionen mit einfließen, was den Songs eine unglaublich packende Atmosphäre verschafft.
Nach dem düsteren Intro „Birke im Moor“ zeigen Helrunar mit dem Titeltrack „Frostnacht“ gleich einmal wo der Hammer denn nun wirklich hängt. Schreihals Skald Draugir, weiß sofort durch seine stets krächzende Stimme zu überzeugen und auch Klampfer Dionysos schrammelt was das Zeug hält. Der Ordnung halber soll auch die äußerst gelungene Trommelleistung von Kollege Alsvartr nicht unterschlagen werden. „Unten und im Norden“ ist eine ziemlich flotte und kraftvolle Nummer die sich besonders durch den treibenden Grundrhythmus und den Gänsehaut verbreitenden Slow-Motion Mittelpart auszeichnet. „…bis die Seele gefriert“ klingt wie eine Mischung aus Satyricon und alten Iron Maiden, mit anderen Worten: einfach nur geil.
Kurze Verschnaufpause in Form des Akustikstückes „Nachtfrost“, bevor „der Trank des Gehängten“ wieder ordentlich zur Sache kommt. Der Song wandelt zwischen Highspeed und Mid-Tempo und kann außerdem neben einem kurzen Akustikpart auch cleanen Gesang vorweisen. Akustikgitarre pur bietet ebenfalls das folgende „Neun Nächte“, während das von schweren Glockenspiel eingeläutete „Älter als das Kreuz“ unglaublich griesgrämig und in bester Immortal Tradition daherkommt. Mit dem verhältnismäßig kurzem „dreifach Dorn“ beweisen Helrunar erneut, dass auch Maschinengewehrartige Riffsalven ihnen keinesfalls fremd sind. Das abschließende „Minis Brunnr (Gratr Önnor)“ vereint in sich dann noch einmal alle Höhepunkte der vergangenen dreiviertel Stunde, wobei das Hauptaugenmerk hier eindeutig auf die schnelle Zugänglichkeit in Form eines, zwar technisch nicht all zu anspruchsvollen, aber gelungenen Rhythmus, gelegt wird.
Fazit: Helrunar klingen frisch und dennoch halten die Jungs die Fahne des wahren Black Metal mit stolz geschwelgter Brust in Höhe. Die, teils recht poetisch ausgefallenen, deutschen Texte werden wohl dafür sorgen, dass Helrunar in einheimischen Gefilden schnell Kultstatus erlangen werden. Der deutsche Black Metal Thron, auf dem sich derzeit noch die WKII Fetischisten von Endstille breit machen, ist definitiv in Gefahr.



Ruhrmetal.com