Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 18:04 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Dark Forest - Sodomized by Depraved Goat
» Dark Forest - Sodomized by Depraved Goat
Homepage : www.no-colours-records.de/sadistic.htm
 

Dark Forest - Sodomized by Depraved Goat
  »Trackliste
Side A:
1. Intro / Troopers of Satan
2. Nightfall in the Forest
Side B
1. The great Army is coming to War
2. Black Metal (Venom Cover)

Release: 2003
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 20 min
Format: CD Audio
Label: Curse of KvN Sadistic

 

Wenn man sich die Wertung anschaut, wird sich der eine oder andere denken: „Hossa! Das muss ein Pflichtkauf sein!”. Nun würde jeder erwarten, dass ich dem widerspreche, aber nein, ganz im Gegenteil. Unterstützt Dark Forest! Jeder, der nun auf den oben aufgeführten Link klickt, wird sich aber nicht auf einem der typischen Black Metal Labels wie „Black Attakk” oder „Peaceville” wiederfinden, sondern landet auf „Curse of KvN Sadistic”. KvN heißt hierbei „Kanwulf von Nargaroth” und ist, wie der Name vemuten lässt, Kanwulfs kleines, überschaubares Label. Er vertreibt darüber hauptsächlich Tapes und supportet damit ordentlich den Underground, was, wie ich finde, eine gute Sache ist. Viele Bands, die wirklich was drauf haben, kommen nicht zum Zug etwas zu veröffentlichen, weil einfach das Geld dazu fehlt. Und um solche Fälle kümmern sich kleine Labels, wie das von Kanwulf und bringen damit ein geiles Stück Musik in die Welt.
Aber kommen wir zur Band zurück: Das Tape, welches eine Spielzeit von ca. 20 Minuten beinhaltet, ist vom Design her hübsch und schlicht gehalten. Ein schwarzes Cover, das Logo am oberen Rand, der Name des Tapes am unteren und in der Mitte posiert eine schwarz-weiß-Aufnahme eines „becorpsepainteten” Nagelkeulenträgers. Das „Booklet”, also die Innenseite des Tapecovers, zeigt jeweils ein Bild vom Sänger und Gitarristen „Lord Caronte” und vom 4-Saitenquähler und zweiten Keifer „Chaos”. Wer nun denkt, es seinen nur die beiden, die die blasphemische Musik produzieren, irrt, denn wenn man weiterschaut, sieht man, dass die Truppe in Form eines Quartetts den schwarzen Stahl brodeln lässt. Die weitere Aufmachung des kleinen Beiblatts ist typisch schwarzmetallisch gehalten, kitschig satanisch, was in dem Fall nicht negativ betrachtet werden sollte (!), in Graustufen gedruckt und einfach so, wie es im Buche steht. Professionell gemacht auch das Tape mit ordentlichem, weißen Druck auf einer schwarzen Kunststoff-Kassette. Schön nostalgisch das Ganze. Erfreulicherweise auch das Klangmaterial.

Hach, schön, das Rauschen einer Kassette in der Anlage! Nostalgie. Irgendwie fühlt man sich zurückversetzt, auch wenn ich selbst zu der Zeit mit der Musik nichts am Hut hatte, zu einem der typischen Bootlegs, die man damals nur über 1000 Ecken von einem Bekannten in die Hand gedrückt bekommen hat. Nostalie. Für ein Bootleg ist die Kassette aber schon wieder zu gut produziert, was aber kein bischen Atmosphäre von dem Demo nimmt.
Endlich beginnt die Musik: Sofort fällt einem der Gitarrensound auf. Es klingt verdammt verstimmt, der Verstärkersound ist dreckig und rotzig und das Riffing klingt unkomplex und dishamornisch. ABER GENAU DAS IST BLACK METAL! Als die Drums einsetzen, beginnt ein blasphemischer Ritt auf dem Teufel selbst und der Sänger, der gesanglich an die Old School Thrasher Venom erinnert, keift nach Bathory-Growling-Art ins Mikro und grummelt die Zeilen über Hass auf Christen, den allmächtigen Teufel und seine Armee runter in einer Art, die verdammt nochmal geil klingt. Nostalgie. Man merkt deutlich die Einflüsse von Mayhems Deathcrush, einer typischen Old School Black Metal Platte, mit der man auch den Stil von Dark Forest vergleichen kann. Der Refrain, des ersten Songs „The Troopers of Satan” verleitet zum mitkeifen und bringt mit dem thrashigen Rythmus mehr Farbe in den Song.
Sofort nach dem verrauschten, dreckigen Soundgewirr kommt „Nightfall in the Forest”, was von einem melodischen, klagenden, hasserfüllten Riff eingeleitet wird, um dann wieder in Thrash Metal zu verfallen, den man einfach nur lieben kann. Trotzdem hat genau das Stil, dieses Schmutzige mit dem die Demo sich zur Zierde befleckt hat, passt wie die Faust aufs Auge. KEINE 100% gute Produktion, KEINE Effekte, einfach Metal! Weiterhin zeigt der Song Fragmente von Azhubham Haani, die sich damals ebenfalls auf das Banner der alten Schule verewigt haben und ich freu mich wie ein kleines Kind über die Tatsache, dass es sowas noch gibt. Nach ca. 5 Minuten endet der zweite Track in einem keuchenden Schrei von „Lord Caronte” und der Playknopf des Kassettendecks klappt hoch, um anzuzeigen, dass die Hälfte um ist.
Fast schon traurig wende ich das Tape und lasse Seite B anlaufen. Das erste was einem entgegenschallt ist „The great Army is coming to War”, was passend zum Titel mit einem Marschrythmus und einem düsteren Riff begonnen wird. Nostalgie. Schnell gleitet das Gitarrengeschrammel zu einem schnellen, harten Riff mit rasantem Drumming über, welches im Laufe der Minuten immer wieder zwischen Thrash und Black Metal hin und her tänzelt und den Song zu einem perfekten Partysong werden lässt. Das abschließende Stück der Kassette lässt nochmal alle Herzen höher schlagen. Ein sehr gelungenes Cover von Venoms Klassiker „Black Metal” knüppelt aus den Boxen und schallt danach noch als Ohrwurm im hintersten Stübchen des Gedächtnisses nach. Fast wie eine Anekdote an Venoms schlechte Live-Qualität hört man hier hin und wieder Verspieler und Fehler, die aber nicht stören, sondern die Stimmung auf der Veröffentlichung widerspiegeln. Nostalgie.

Fazit: Deutlich muss man betonen, dass es sich bei der Kassette nur um ein Demo handelt. Doch die 4 performten Songs überzeugen einfach in allem, was sie bieten. Doch Vorsicht! Soundqualität ist hier NICHT groß geschrieben. Es geht um die Musik, die einfach geil rüberkommt und Stimmung auf mehr altes Thrash und Black Metal Zeug macht. Fans der ersten Mayhem und vor allem Fans von Venom sollten zugreifen und sich das auf 200 Kopien begrenzte Stück nicht entgehen lassen. Ich persönlich hoffe, dass sich am Sound der Band nichts ändert, weil genau dieser Atmosphäre erzeugt, die das Tape ausmacht. Man kommt sich in vergangene Zeiten zurückversetzt vor und Neueinsteiger der Schattenseite des Heavy Metals können ein Stück Musikgeschichte nochmal erleben. So wie es mal war, als „Svart Metal” nicht von Bands wie Cradle Of Filth dargestellt wurde. Nostalgie.


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