Datum : 23.06.2018
Uhrzeit: : 10:34 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Besatt - Sacrifice for Satan
» Besatt - Sacrifice for Satan
Homepage : www.besatt.net
 

Besatt - Sacrifice for Satan
  »Trackliste
1. Gloria causa Satani
2. Toast of Victory
3. Time for Gathering
4. Fallen Angel
5. The Kingdom of Hatred
6. The Circle of Disdain
7. Spiritual Explosion
8. Hellish Whispers

Release: Januar 2004
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 40.22 min
Format: CD Audio
Label: Undercover Records

 

Was kommt eigentlich so aus Polen? Die Krakauer ... ehm ... schlechte Feuerwerkskörper ... hmm ... ach ja, Besatt! Wie konnte ich sie vergessen?! Obwohl, wenn ich so überlege, bis auf den Namen war die Band in meinem Gehörgang nicht mehr als typischer Black Metal aus dem Osten. Zwei Dinge unterscheiden die Jungs aber von anderen Gruppen:
1. Sie machen keinen „slawischen Pagan Black Metal” sondern reines, satanisches Schwarzmetall und
2. Sie sind nicht nur „eine typische Band aus dem Osten”. Nein, die Jungs haben durchaus viel Potential und, was ich besonders löblich finde, viel Eigenständigkeit.
Genau davon lassen die 40 Minuten von dem im Januar 2004 veröffentlichten Album „Sacrifice for Satan” hören und überraschen mit dämonischen und melodischen Riffgewittern, hammergeilen Blastparts und Geknüppel bis der Kopf unweigerlich im Takt der Musik hin und her wackelt.

Irgendwie ist man es nach einer Weile gewohnt: Das Intro muss natürlich irgendein Latein-Gebet mit Orgel-Klängen im Hintergrund darstellen. Am Anfang ist es ja noch ganz schön stimmungshebend, wenn man ein „böses” Gebet hört, aber nach der 1000. Band, die das macht, wirkt es doch recht einschläfernd. Doch die anfängliche Enttäuschung, mal wieder eine Standartplatte in die Finger bekommen zu haben, verfliegt verdammt schnell und bietet Platz für eine Menge Geknüppel. „Toast of Victory” ist der Einstieg in einen melodiösen Song mit einem hammergeilen Ende, dessen Text von mir schon beim ersten Mal nachgekreischt wurde. VIKTORY! VIKTORY! VIKTORY! AND DEATH! GLORIA! GLORIA! GLORIA! SATANAS! Geil! Einfach geil! Ein Song, der zu einer ordentlichen Party passt und ein toller Einstieg in eine Bühnenshow wäre. Gerademal 3 Riffs (sofern ich richtig gezählt habe) rammen sich den Song durch, werden aber durch die Variationen des Drummings nicht langweilig, sondern eher noch in ihrer Einprägsamkeit verstärkt. Die Drums an sich sind nichts Besonderes, doch durch den häufigen Wechsel der selbigen, wirkt der Song fassettenreicher und doch strukuriert. Ein dicker Pluspunkt. Als ich mich dann von „Toast of Voktory” lösen konnte, donnerte mir „Time for Gathering” in feinster Thrash-Manier entgegen. Der Anfang des Songs und ein kleines Solo, was man ja recht selten im reinen Black Metal zu hören bekommt, hat irgendwie was von Slayer. Doch die Schlachter müssen sich schnell verziehen, da nahtlos eine Black Metal Horde anrollt und die nächsten 5:33 Minuten alles runterwalzt. Der Song besticht vor allem durch einen Zwischenteil, in dem man eine hübsche, akustische Melodie vermischt mit verzerrter Gitarrenbegleitungen hört. Das nächste Stück, „Fallen Angel”, erinnert teilweise an Dark Funeral durch die typischen Harmonien, doch zeigt in der Geschwindigkeit deutliche Unterschiede zu den Schweden. Besatt treten bei dem Song stellenweise auf die Bremse und wechseln dabei einmal sogar zu einem heroisch anmutendem Riff, das wieder von einem Mitgröhltext begleitet wird und entfernt an Nargaroths „Herbstleyd” erinnert. Das darauffolgende „The Kingdom of Hatred” ist ein schnell übersehener Track auf dem Album. Er schließt sich sofort an seinen Vorgänger an und wirkt deshalb, und wegen der Tatsache des ähnlichen Aufbaus, wie eine Verlängerung zu „Fallen Angel”. Schade. Noch viel bedauernswerter ist aber, dass genau dieser Minuspunkt sich fast bis zum Ende des Albums durchzieht. Die Songs wirken ab da liebloser und langweiliger als die Knüller, die einem am Anfang entgegenschallten. Hin und wieder bohren sich einzelne Parts, wie die an den „Herrn der Ringe” erinnernden Geräusche in der Mitte von „The Circle of Disdain” ins Trommelfell, doch große Veränderungen spürt man nicht mehr. „Spiritual Explosion” rauscht beispielsweise völlig eindruckslos an einem vorbei und brennt nur eine Kerbe von einigen, häufigen Geschwindigkeitswechseln ins Gehirn. Doch bevor der Leser sich nun denkt, wo meine plötzliche Eupherie und Lobung des Albums hin ist: Der letzte Track des Albums kann wieder überzeugen. „Hellish Whispers” bringt wieder mehr Melodie ins Album, knüppelt ein bisschen weniger rein, aber wirkt interessanter durch melancholisch heroische Melodien, als die beiden enttäuschenden Songs davor. Der Refrain hat mal wieder potential einen Black Metaller die Stimmbänder vibrieren zu lassen. Eine kleine Bassmelodie mit hintergründigen Windgeräuschen schließt das Lied zusammen mit dem Album rund ab.

Fazit: Auch wenn es hier wirklich viel Eigenständigkeit gibt, fehlt mir irgendwie was. Löblich sind die netten Melodien mit denen die Veröffentlichung ausgeschmückt ist und die Stimme des Sängers, die man zwar in ähnlicher Variation schon bei anderen Bands wie z.B. Darkthrone gehört hat, aber sehr gut in das satanische Konzept der Band passt. Zuletzt bleibt nur zu sagen: VIKTORY! GLORIA! SATANAS! ;-)


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