Datum : 23.06.2018
Uhrzeit: : 10:32 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Morrigan - Headcult
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Morrigan - Headcult
  »Trackliste
1. Morrigans Flight Over Celtic Lands
2. Crom Cruach
3. Where Rainbows End
4. Bloody, Blue Faces
5. They Can't Tame The Devil
6. Headcult
7. Talisain
8. Beyond The Convent
9. Spell Of The Mountain King

Release: 2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 61.50 min
Format: CD Audio
Label: Undercover Records

 

Mit ihrem nun schon vierten Album „Headcult” melden sich „Morrigan” zurück aus dem Underground. Seit 2000 macht das Duo, bestehend aus Balor und Beliar, als „Morrigan” nun schon die Szene unsicher. Beide haben aber schon zusammen in der Band „Mayhemic Truth” gezockt, die im Jahr '92 gegründet wurde und bei uns ins Deutschland schon fast Kultstatus gewonnen hatte. Schließlich begleiteten „Mayhemic Truth” schon Größen wie Immortal und Marduk auf ihrer „Sons of Northern Darkness”-Tour. Was das Aus für die eine Band bedeutete, verhieß einen Neuanfang. So entstand aus den Überresten der alten „Mayhemic Truth” phönixgleich „Morrigan”. Zur Namensgebung diente ein alter Song von M.T. um den Bezug zur Band zu wahren. (Der Begriff Morrigan stammt aus der keltischen Mythologie und betitelt eine Schlachtfurie.) Die Band, die man sicherlich auch als deutsche Bathory bezeichnen könnte, macht keinen Hehl aus ihrer Vorliebe für die schwedische Kultband. Jedoch möchte ich hier nicht wieder irgendwelche paranoiden Vergleiche ziehen, die der Band mittlerweile sicherlich schon aus dem Halse hängen müssten. Nach einigen Problemen mit ihrem früheren Label „Barbarian Wrath”, unter dem die beiden Werke „Plague, Waste & Death” und „Enter The Sea Of Flames” erschienen und nachdem das dritte Album „Celts” in Eigenproduktion aufgenommen wurde, setze man unter der Flagge von Undercover Records mit „Headcult” seinen Thriumpfzug fort. Nun erfreuen wir uns am neusten Werk der Epic Pagan Metaller.

Das Intro der Scheibe ist ein sehr melodisches Instrumentalstück, das einem das Gefühl gibt, sich direkt auf einem Schlachtfeld zu befinden und katapultiert den Zuhörer in längst vergangene Zeiten. Ebenso gut wie als Opener hätte das Stück auch als Theme für Filme á la Braveheart stehen können. Mit dem zweiten Stück „Crom Cruach” beginnt die Scheibe dann richtig und die Jungs geben alles. Dieses Stück besticht vor allem durch seinen schweren langsamen Sound und die episch unterlegten Passagen, die allerdings mehr den Hintergrund betonen. Nachdem der Song „Where Rainbows End” ein wenig holprig beginnt, fängt sich das ganze doch wieder und wird von ruhigeren Fragmenten abgelöst, in denen Beliar einen klageartigen Gesang zum Besten gibt. Mit „Bloody, Blue Faces” steigt das Tempo dann wieder ein wenig an, wobei sich allerdings nicht viel am Grundschema ändert. Der Track „They Can't Tame The Devil” vereint Hektik mit treibenden Drums. Ruhige Momente. Düstere Atmosphäre macht sich beim Titelsong „Headcult” breit, zudem mischen sich hier unheilvolle Vocals und herausfordernde Drums die den Zuhörer geradezu das Bild in den Kopf zwängen, sich einen Krieger vorzustellen, der den von Blut tropfenden, abgetrennten Schädel seines Kontrahenten zelebrierend gen Himmel hebt. „Talisain” lockert die beklemmende Stimmung weitgehend, und was bleibt, sind kompatible Tempowechsel gepaart mit massenhaftem Choralgesang, der hier und da mal durch ein nettes Gimmick wie Rabengeschrei abgelöst wird. Dieses wird am Anfang des nächsten Songs „Beyond The Convent” verheißungsvoll weitergeführt, doch beläuft man sich schnell wieder auf gewohnte Formen und fällt in seinen alten Trott zurück. So wird man, trotz ruhiger Momente, auch beim letzten Song der Scheibe „Spell Of The Mountain King” keine wirkliche Überraschung erleben.

Wer hier nach wirklich neuen Ideen sucht, der sucht hier vergebens. Denn dazu halten sich Morrigan ein wenig zu genau an ihre Favoriten Bathory. So erhalten Überraschungen doch eher Seltenheitsgrad und die Musik wirkt stellenweise sehr vorhersehbar. Um die Songs richtig genießen zu können sollte man sie allerdings am besten in den eigenen vier Wänden hören, da Aufgrund der teils doch enormen Länge, stolze 6 - 10 min. sind da nicht außergewöhnlich, wo auf 'ner Party doch sicher mal Langeweile auftreten kann. Ansonsten wäre eine Live-Performance des Duos sicherlich mal interessant. Wen Bathory verzückt und nicht auf glatt gebügelten Sound steht, sollte hier auf jeden Fall zugreifen, da der Geist von Quorthon hier würdig fortgesetzt wird!



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