Datum : 19.01.2018
Uhrzeit: : 16:47 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Verge - Verge
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Verge - Verge
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1. Thousand Names for one Presence
2. The Foreseen Deprivation
3. Purification Through inner Destruction I
4. Purification Through inner Destruction II
5. Break the Mass Formulas
6. Requiem


Release: 2005
WERTUNG
3 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 26.55 min
Format: CD Audio
Label: Christhunt Productions

 

Irgendwie sieht man Parallelen zwischen einem handelsüblichen Porno und Verges Demo von 2005. So wie ein Mann und eine Frau in einem Schmuddelfilm zusammenkommen und es dann sofort zur Sache geht, so trifft auch Verges Demo auf meine Anlage und es geht sofort zur Sache. Die "Sache" ist hier Black Metal, handelsüblicher Black Metal. Obwohl die 6 Stücke auf der Veröffentlichung durchaus Parts haben, die einen aufhorchen lassen, ist und bleibt es schlichtweg Durchschnitt. Weder mehr noch weniger. Aber schauen wir es uns mal genauer an.

"Thousand Names for one Presence" schrammelt und dröhnt erbarmungslos auf einen ein, wenn man beginnt das kleine Stück Musik auf sich wirken zu lassen. Während ich schon nach der ersten Minute resigniert habe, dass es sich hier eventuell um etwas Besonderes handelt, werde ich im Laufe des einen Songs hin und wieder doch überrascht. Was geboten wird ist schlichter, einfacher Black Metal mit typischen Parts die erst knüppeln, sich dann beruhigen und Platz für Melancholie lassen, die in Form von verzerrten Melodien runtergezetert wird. Leider muss man aber sagen, dass die Songs unstrukturiert wirken. Man verliert nach längerem Hören Lust daran weiter der Scheibe zu lauschen und erwischt sich selbst dabei, mit dem Gedanken zu spielen, einfach mal das Hören zu verschieben. Der Schlagzeuger spielt wie nach einem Handbuch des BM-Drummings, sodass es wirklich nichts Besonderes ist, was er da leistet. Der Sänger hingegen hat durchaus was Besonderes an sich. Er mischt zwischen den kreischenden, ("natürlich") verzerrten Schallausstößen, hin und wieder Growling-Parts, sodass nicht alles immer gleich klingt. Ein kleines Detail, dass ich erwähnen möchte, weil ich der Meinung bin, dass es, wenn man es bemerken sollte, irgendwie Atmosphäre in den Song mischt, ist, dass man den Herrn am Mikrofon hin und wieder nach einem klagenden Schrei einatmen hört. Es wirkt, als würde der Schreihals dort wirklich seine komplette Kraft in das Malträtieren seiner Stimme legen, was definitiv ein Pluspunkt ist. Soviel Initiative wird belohnt!
"The Foreseen Deprivation" ist mein persönlicher Liebling auf der Veröffentlichung. Eingeleitet wird das Liedchen vom Mainriff des Songs, was nach ein paar Sekunden aber verstummt und eine akustische, hallende Melodie zum Vorschein bringt. Diese, vermischt mit den herzzerreißenden Klagelauten des Sängers, erschafft eine depressiv und kalt angehauchte Stimmung. Ein hübscher Wechsel in ein neues, vor Melancholie triefendes Riff schließt sich an und endet wieder mit einem akustischen Part, der ein bisschen schwungvoller ist, aber noch immer das Empfinden bei dem Song gedämpft und traurig hält. Das darauf folgende Teilstück des Liedes keult noch mal alles um und walzt den Black Metal Wald bis aufs Unterholz runter um Platz zu bieten für eine unharmonische, kranke Melodie, welche dann zusammen mit noch mehr verstörenden Geräuschgewittern das Ende des Tracks darstellt.
Da wären wir auch schon bei meinen zwei Problemkindern "Purification Through inner Destruction" I und II. Man kann sich nicht so recht mit den beiden Songs anfreunden. Allein das unharmonische geklampfe am Anfang zerrt und sägt an Nerven und mein einer Mundwinkel hebt sich parallel zu meinen Augenbrauen. Die beiden Songs schreien den Durchschnitt förmlich heraus, den das Demo verbildlicht. Das Soundgewirr zieht an einem vorbei, man horcht hin und wieder bei melancholischen Parts auf, um danach wieder auf "da rein, hier raus" zu schalten und zu hoffen, dass es sich noch zum Guten wendet.
Leider wird man aber enttäuscht. "Break the Mass Formulas" ist fast noch durchschnittlicher als seine beiden Vorgänger auf dem Album und hat mit ihnen den Attribut einfach mal überhört zu werden.
Das fehlende Intro wird darauf mit dem Outro, "Requiem", ausgeglichen, welches aus einem schleppenden Schlagzeugrythmus mit viel Hall und einem unheimlich dumpf klingenden Geräuschhintergrund besteht. Man erkennt Strukturen eines Songs, in dem Gewimmel aus Bass und Rauschen, die man aber nicht so recht einordnen kann. Na ja, wen stört es?!

Fazit: Das Demo ist die pure Mitte. Nicht mehr und nicht weniger. Ein typisches Werk aus dem Hause Christhunt, welches zwar einen wirklich gelungenen Song beinhaltet (The Foreseen Deprivation), aber sonst nur das zu bieten hat, was man schon von anderen Bands kennt. Der Sound ist schlicht gehalten, Qualität steht, wie oft im Black Metal, einfach mal im Hintergrund. Weder besonders schlecht noch gut, diese Tatsache. Genau wie dieses Demo.


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