Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 14:10 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Odal - Wilde Kraft
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Odal - Wilde Kraft
  »Trackliste
1. Einklang
2 . …wilde Kraft entfesselt
3. Aus hassgeschwellter Brust
4. Der Worte Gewalt
5. Die Rast unter der Eiche
6. Flammendes Schwert
7. Um frei zu sein Pt .II
8. Gabe der Vollkommenheit
9. Ausklang ( Das Siegeslied)


Release: 17.10.2005
WERTUNG
5.5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 44.33 min
Format: CD Audio
Label: Christhunt Productions

 

ODAL sind mir bereits durch ihre MCD „Einst verehrt von allen” bekannt, die, meiner Meinung nach, ein wenig unterbewertet ist, da die Band zwar musikalisch mit sehr simplen Mitteln arbeitet, was aber ja gerade im Bereich des Black Metals durchaus nichts Schlechtes ist. Schon auf besagter MCD gelang es ODAL, eine unglaublich kalt und majestätisch wirkende, schwarze Tonkunst zu kreieren. Dementsprechend erfreut war ich, als ich erfuhr, dass mir die Ehre zu Teil würde, mich nun intensiv mit dem neuesten Werk „Wilde Kraft” auseinander zu setzen.

Bevor die „wilde Kraft entfesselt” wird, stellt zunächst „Einklang” den perfekten Einstieg ins Album dar, da sich bereits hier die ODAL – typische Stimmung entfaltet und man die Vorfreude auf das nun Kommende kaum unterdrücken kann. „ ... wilde Kraft entfesselt” beginnt mit einem wunderbar treibenden Riff, dass das Herz eines jeden Old-School Black Metallers höher schlagen lassen sollte. Man taucht ein in die Welt von ODAL, genießt den rauen, ursprünglichen Sound und fühlt sich in eine eisige Winterlandschaft versetzt. Das nachfolgende Riff besticht durch wunderbare Harmonieführung mit melancholischem Anschlag, bevor der Song in einen längeren, stampfenden Mittelteil übergeht, der schließlich wieder zum Ausgangsriff führt. Hier überzeugt die Band bereits durch das Songwriting und geschickt eingesetzte Rhythmus - und Tempowechsel. Viel besser kann man es eigentlich nicht machen. Doch auch „Aus hassgeschwellter Brust” ist keinen Deut schlechter als sein Vorgänger. Black Metal Hasser mokieren ja gerne die Einfallslosigkeit vieler Bands aus diesem Bereich, doch davon kann bei ODAL nicht die Rede sein. Hier gibt es keine langweiligen, sich immer wiederholende, monotone Standard Black Metal Riffs. Wie auch der Vorgänger überzeugt „Aus hassgeschwellter Brust” durch die geschickt eingesetzten Breaks und das mitreißende Riffing. Wen es jetzt noch nicht gepackt hat, der hat mit Black Metal wohl allgemein wenig am Hut, oder sollte sich lieber der kommerziellen Schiene dieser Musikart widmen. Bei „Der Worte Gewalt” wurde das Tempo ein wenig rausgenommen, doch auch dieser Song ist wiederum sehr gelungen. Hier gefällt mir besonders das leicht melancholisch angehauchte Riffing. Es handelt sich keinesfalls um „Depri- Mucke”, die viele Metaller aus anderen Sparten ja auch nicht beim Black Metal mögen, sondern dieses melancholische Element drückt in Verbindung mit dem perfekt zum Sound passenden Gesang und den treibenden Drums Gefühle wie Hass und Trauer aus, aber gleichzeitig wird auch Kraft und die für ODAL so kennzeichnende Majestätik durch die Musik perfekt dargestellt und das ist es, was mich an dieser Band so fasziniert. Mit der „Rast unter der Eiche” wird dem Hörer in Form eines gelungenen, akustischen Zwischenspiels kurz Gelegenheit zum Ausruhen gegeben, bevor dann das „Flammende Schwert” folgt. Ebenfalls sehr gelungen, besonders das Drumming fällt positiv durch Abwechslungsreichtum auf (manche Durchschnittsunderground Kapelle könnte sich hier in Sachen Songwriting wirklich mal eine Scheibe abschneiden) und die vermittelte Gefühlsintensität steigert sich sogar noch. Der Anfang von „Um frei zu sein Pt. II” erinnert einen kurz an Isengard, bevor es dann wieder unverkennbar nach ODAL klingt. Hier wurde wieder ein wenig auf die Geschwindigkeitsbremse getreten und von der vorherigen Melancholie ist nicht mehr viel zu spüren, trotzdem überzeugt der Song durch Atmosphäre, wenn er auch insgesamt, im Vergleich zu den anderen Liedern, qualitativ ein wenig abfällt. „Gabe der Vollkommenheit” bildet dafür einen umso gelungeneren Abschluss des Albums, da von einem ruhigen, monotonen (hier im positiven Sinne!) Riff ausgehend geschickt Spannung aufgebaut wird, die einen bis zum Ende fesselt. Zum Ausklang überrascht die Band mit dem „Siegeslied”, man höre und staune, durch den Einsatz mittelalterlicher Klänge. Eine nette Idee, auch wenn vielleicht nicht ganz passend und außerdem auch ein wenig schief klingend (beabsichtigt?).

Fazit : Ein Album zum Genießen, besonders geeignet für die kalte Jahreszeit. Ich möchte nicht die Höchstpunktzahl vergeben, da ich hier wieder den Vergleich zu den ganz großen Klassikern dieses Genres herbeiführen würde, und wegen einiger kleinerer Mängel, aber 5.5 von 6 Sternen hat diese Album auf jeden Fall verdient und es handelt sich mit Sicherheit um das Beste, was ODAL bisher veröffentlicht haben


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