Datum : 23.01.2018
Uhrzeit: : 13:06 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Square Circle - Die Turbine brennt
» Square Circle - Die Turbine brennt
Homepage : www.squarecircle.info
 

Square Circle - Die Turbine brennt
  »Trackliste
1. Kommerzokratie
2. Die Zeit steht still
3. Der tote Engel
4. Wo bist du
5. Ein offener Brief
6. Mein Stern
7. Let me see you cry
8. Freitag Abend
9. Wiedersehen macht Freude
10. In vino veritas

Release: 2005
WERTUNG
0 /6 Sternen
Stil: Hard Rock
Laufzeit: 49.49 min
Format: CD Audio
Label: STF-Records

 

Man stelle sich vor, man ist Schüler, musikbegeistert, mit besonderer Vorliebe für Schwermetall und schreibt nebenbei für ein Online Magazin names Ruhrmetal.com . Nun, im Laufe der Schulzeit begegnen einem ja gelegentlich so genannte Schulbands, bei denen man geradezu zwangsläufig durch Schulkonzerte oder sonstige Anlässe in den „Genuß“ ihrer musikalischen Fähigkeiten kommt. So erging es mir mit SQUARE CIRCLE nicht anders, auch wenn es sich nicht um eine Schulband in dem Sinne handelt, so war doch ein Großteil der Musiker bei mir auf der Schule und so konnte mir dieser Act nicht entgehen, zumal sie in der alternativen Szene Gelsenkirchens relativ angesehen und bekannt sind. Trotzdem, da die Band musikalisch unsagbarer Durschnitt ist, hatte ich sie, nachdem die Leute meiner Schule den Rücken gekehrt hatten, schnell wieder vergessen. Mit einer Mischung aus Erstaunen, Entsetzen und Belustigung registrierte ich dann, dass die Band Ruhrmetal eine Kopie ihres Albums „Die Turbine brennt“ geschickt hatte, die nun für ein Review bereitlag. Wir sind zwar ein Metal-Mag, aber ich denke, da man SQUARE CIRCLE öberflächlich als eine schlechte Kopie der Onkelz darstellen kann, fallen sie so gerade eben noch in unseren Zuständigkeitsbereich. Die Vorstellung, mich durch dieses Album hören zu müssen, das zuvor auch an unserer Schule verkauft worden war und bei dem selbst Leute, die von Musik nicht die geringste Ahnung haben, mir sagten, dass es grottig und todlangweilig sei und die es nur gekauft hatten, um ihre ehemaligen Schulkameraden zu unterstützen, erfüllte mich zwar nicht gerade mit Begeisterung, aber da ich das hier guten Gewissens keinem meiner Kollegen zumuten konnte, nahm ich mich nun der brennenden Turbine höchstselbst an.

Es geht los mit „Kommerzkratie“. Ist der Titel selber noch ein einigermaßen originelles Wortspiel, so ist der Text doch wesentlich weniger originell. Derartiges haben andere Bands zuvor schon tausendfach geäußert und zwar auch musikalisch wesentlich besser. Die Musik lässt sich, wie oben bereits erwähnt, als eine vollkommen druck– und saftlose Kopie der Onkelz charakterisieren, die Produktion ist sehr laff und bringt überhaupt nichts rüber. „Kommerzkratie“ ist musikalisch total einfallslos, gehört aber im Gesamtbild noch zu den stärkeren Songs. Ein weiterer Hauptkritikpunkt ist der grausame Gesang, die Investition in einen richtigen Sänger würde sich lohnen. „Die Zeit steht still“ – ja, ein derartiges Gefühl habe ich bei diesem Lied auch, es will einfach nicht vorbei gehen. Das hier ist so durschnittlich und nichtssagend, die Musik plätschert aus den Boxen an einem vorbei, ohne auch nur den geringsten Eindruck zu hinterlassen. „Der tote Engel“ (was für ein toller Titel!) bringt mich wenigstens mal zum Lachen, auch wenn das wahrscheinlich nicht Absicht der Band war. Selten einen so dämlichen Text gehört, es handelt sich wirklich um Poesie für die Ärmsten der Armen. Wie kann man nur sowas auf den Markt schmeißen, das tut doch schon weh! Ah ja.. „Wo bist du ?“. Naja, hoffentlich nicht im Plattenladen, um dieses Album zu kaufen. Warum denn zwei so Kitschsongs hintereinander? Der Song ist an dieser Stelle deplaziert, ein Rocker wäre angebrachter gewesen. Unsägliche 5 Minuten plätschert diese grauenvolle Ballade aus den Boxen, in mir steigt das Verlangen nach einem kühlen Bier und einer Runde Slayer. Bei „Ein offener Brief“ handelt es sich wenigstens endlich wieder um ein rockiges Stück, dass sogar halbwegs annehmbar geraten ist. Zu den Lyrics fällt mir nur noch ein: Wenn ein Künstler absolut NICHTS zu sagen hat, dann soll er es doch lassen!! Derartige Inhaltsleere erinnert mich irgendwie an Bands wie Pur oder so. Ein dementsprechendes Grausen verursacht auch der Titel des nächsten Songs, „Mein Stern“, wieder Kitschfaktor hoch 10, wieder musikalisch unsagbar schlecht, obwohl die Wechsel zwischen langsamen und schnelleren Parts zumindest etwas Abwechlsung reinbringen. Es folgt mit „Let me see you cry“ ein englischer Titel. Aus einem unerfindlichen Grund überkommt mich grade die Assoziation, dieses Lied könnte Soundtrack von einem dieser typischen amerikanischen Teenie-Schnulzen Filme sein, der genauso schlecht ist wie dieses Album. „Freitag Abend“ überrascht mit einem Keyboard–Intro, das vollkommen deplaziert wirkt. Was soll das? Da gibt es wirklich bessere Saufsongs. Also, meine Geduld ist endgültig aufgebraucht, in die letzten beiden Lieder hab ich nur noch kurz reingehört, die sich erwartungsgemäß als genau solche Nullnummern rausgestellt haben wie der Rest von diesem musikalischen Abfallprodukt.

Fazit: Ja, was soll ich zu dieser Band noch sagen ? Jungs, ihr habt alle Abi auf dem Gymnasium gemacht und alle beruflichen Chancen, aber lasst es sein mit der Musik!!
Das hier braucht niemand.


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