Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 02:53 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Blind Guardian - Imaginations from the other side
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Homepage : www.blind-guardian.com
 

Blind Guardian - Imaginations from the other side
  »Trackliste
1. Imaginations from the other side
2. I'm Alive
3. A Past and Future Secret
4. The Script for My Requiem
5. Mordred's Song
6. Born in a Mourning Hall
7. Bright Eyes
8. Another Holy War
9. And the Story Ends


Release: 1995
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Power Metal
Laufzeit: 51.00 min
Format: CD Audio
Label: Sweet Silence Studios

 

Das nenne ich Fantasy-Power-Metal vom Feinsten! Aber was erwartet man sonst von Deutschlands Fantasy-Poeten Nr. 1? Großer Name, großes Album.
Sie schaffen es einfach immer wieder, mit jedem Stück aufs neue diesen wohlbekannten "Blind Guardian-Flair" aufleben zu lassen. Düstere Gestalten, unerschrockene Helden des Lichts, Trolle, Elfen, mächtige Zauberer und gigantische Schlachten in musikalischer Perfektion. Man muss kein Anhänger von Tolkien-Romanen sein, um in den Bann dieser Kompositionen gezogen zu werden. Hat man jedoch bereits ein Fable für alles Übernatürliche, dann ist jedes Hören der CD ein Ritt in eine fast vergessene Zeit, in der Drachen noch die Welt regierten und eine flinke Klinge einem so manches mal das Leben rettete.
Die Zeit der Magie droht jedoch unterzugehen, wird ersetzt und gerät langsam in Vergessenheit. Das sahen auch die vier Süddeutschen und produzierten daraufhin diese (ihre sechste) Scheibe, deren Titelsong die ganz klare Absicht trägt, die vergessene Welt wieder in Erinnerung zu rufen. Gesungen aus der "Ich-Perspektive" erzählt Leadsänger Hansi Kürsch davon, wie er all seine Erinnerungen langsam verliert und es nicht schafft sie festzuhalten. Merlin der Zauberer, Frodo der den Ring trug, ja selbst Peter Pan und Alice im Wunderland finden einen Platz in diesem Stück.
Bedroht von bösen Schatten, gefangen in einem Käfig, verloren in einem Labyrinth. Auch in Track 2 bekommt Mr. Kürsch keine Ruhe. Nochmals versucht er zu verdeutlichen, nicht in den grauen Fluten der Massen unterzugehen und gibt die Hoffnung nicht auf allem zu entkommen. "i´m alive"
Weiter geht es mit einer Ballade in das Königreich Camelot. Merlins song of the End. Die Sage um König Arthus hat es den Mannen von Blind Guardian offenbar besonders angetan. Mordred, Arthurs Neffe, besingt in Titel 4 sein Leid, wie man ihn um die Krone Camelots und seinen Ruf und Namen brachte.
"Geboren in einer Trauerhalle". Das alltäglich graue Leben schmeckt den 4 Jungs nicht. Das spürt man nocheinmal deutlich in Track 5. "Gefangen in einem Netz genannt Leben" Man merkt deutlich, dass sie am liebsten die Rüstungen anlegen und für immer in die Welt des Fantastischen verschwinden würden. Doch wer macht dann für uns gute Musik?
Der Nächste Titel, "bright eyes", ist, finde ich, leider ein wenig schwächer geraten und überzeugt nicht ganz so wie seine Vorgänger. Betrachtet man jedoch das Gesamtwerk, ist das voll und ganz zu verzeihen.
Der Vorletzte Song, "another holy war" erfüllt fast alle Spitzenreiter-Voraussetzungen ("i´m alive" übrigens auch!):
Tempo, eingängig gute Melodie und Abwechslung. Ein Klassiker.
"and the story ends", ein guter Abschluss eines sehr guten Werkes. Vor allem der Gesang besticht und wird noch durch die backing vocals, denen sich Blind Guardian immer gerne bedienen, eindrucksvoll unterstützt. Klasse!!
Was mich bei Blind Guardian immer wieder aufs neue fasziniert, ist die Abweichung vom "Standart-Powermetal". Ein wenig aggressiver und auch musikalisch anspruchsvoller, vor allem aber abwechslungsreicher und unterhaltsamer sind die Jungs im Gegensatz zu ihren Geschwistern und das gefällt. Außerdem lohnt es sich schon fast allein wegen des Cover-Artworks eine CD zu kaufen. In Andreas Marschall haben sie einen exzellenten Zeichner gefunden, welcher vor allem in diesem und im Folgewerk "nightfall in middle-earth" sein Können astrein zu Tage bringt.



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