Datum : 21.06.2018
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Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Various Artists - Metalmessage Vol. 2
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Homepage : www.metalmessage.de
 

Various Artists - Metalmessage Vol. 2
  »Trackliste
1. Tyrant - Fallen Angel Of Plague
2. Unlight - Fukked By The Devil
3. Weird Fate - Schmach
4. Knowhere - April 14th, 9:15 a.m.
5. Wolfchant - Clan Of Cross
6. Suffering Souls - Escape Into A World Of Dreams
7. Converge - Clockwork Paradise
8. Schattendasein - Im Abglanz der Wälder
9. Nebelhorn - Asgard
10. Odroerir - Odroerir
11. Horn - Die Schänke tief im Laubwald
12. Klabautamann - The River
13. Baltak - World Burning
14. Black Messiah - Feld der Ehre

Release: 15.10.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Sampler
Laufzeit: 74.49 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

Ich persönlich finde, dass Sampler mit weniger bekannten Bands eine lohnende Investition sind, weil man in erster Linie ja den Underground unterstützt und zweitens befindet sich meistens mindestens eine Band darauf, die man nach weiterem Durchhören Lieb gewinnt und sich im Laufe der Zeit weiteres Material von dieser zulegt. MetalMassage Vol. 2 wird, wie auch nicht anders erwartet, von dem Online Magazin „MetalMassage.de” in einer Auflage von 500 Stück auf den Markt geworfen, wobei man sich diesmal stärker auf den Viking/Pagan/Black Metal Sektor konzentriert.
14 Bands finden auf dem knapp 74-minütigen Silberling Platz, der mit einem hübsch gemalten, aber recht tristlosen und vor allem zu dunkel geratenen Cover versehen ist. Das Booklet besteht zwar nur aus wenigen Seiten, aber wichtige Informationen, wie z.B. E-Mail-Anschrift, Webseite, sowie das aktuelle Line-Up und Photos der Bands sind abgedruckt. Ich hätte mir an dieser Stelle noch eine kurze Bio der Band gewünscht, aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Der Zeichner des Covers ist übrigens Kristian Wählin, der schon für „Bathory - Nordland I / II”, „Blood on Ice”, „Graveworm - Engraved in Black”, „Benediction - Organised Chaos” und für diverse andere Metal Sampler Cover und Artworks am Zeichenbrett stand.

Die melodischen Black Metaller „Tyrant” eröffnen den Sampler mit dem Stück „Fallen Angel of Plague” von dem dritten Album „Grimoires”, welches 2005 erschien und gute Resonanz in der fernöstlichen Szene bewirkte. Die schnellen und vor allem melodischen Klänge erinnern anfangs stark an die Finnen „Alghazanth”, die aber bei weiterem Durchhören gänzlich verschwinden, vor allem als der Solopart der Violine einsetzt.
Die Deutsch-Schweizer „Unlight” gehen mit dem Track „Fukked By The Devil” von der „Inferno” (2005) in Kampfstellung und verzichten komplett auf lange melodische Parts. Wie in guter alter Black-/Thrash-Manier brettern die Jungs über alles hinweg, was sich ihnen in den Weg stellt. Klasse Band, die sehr viel potenzial und zerstörerische Kraft mit sich bringt.
Bei „Weird Fate”, dem dritten Interpret auf der Scheibe, wird kurz auf die Bremse gedrückt. Das Stück „Schmach” von der 2004 erschienenen Demo „Seelenschmerz” dümpelt harmonisch vor sich hin und beschert uns ein leicht verstimmtes Klavier.
Die Black Metaller „Knowhere” aus der schönen Schweiz sind mit dem Stück „April 14th, 9:15 am” von dem Album „The Mascot” vertreten. An dem Material gibt es persönlich nicht viel auszusetzen, außer dass der Titel sehr gewöhnungsbedürftig klingt und wohl eine tiefsinnige Bedeutung für die Band darstellen wird, oder auch nicht. Besonders interessant bei der Band ist die Arbeit des Drum-Tieres Kov, der auch, wie bei den Schweden „Manegarm”, für die Vocals sorgt. Top Arbeit!
Nun schwenken wir in die tiefen Wälder von St. Oswald, wo sich vor gut 3 Jahren eine interessante Formation zusammen gerauft hat. „Wolfchant” sind jedem Hobby-Wikinger seit ihrem Debütalbum „Bloody tales from disgraced lands” und der guten Rezensionen in diversen Magazinen, auch bei uns ( http://www.ruhrmetal-mag.de/reviews/index.php?page=show&id=185&oft=1, wohl bekannt. Auch die wohltuenden Melodien beinhalten hohen Erkennungswert. Ihre melodische Hymne „Clan of Cross” macht den Anfang an Pagan Bands auf dem Siberling und sorgt nach dem bisherigen harten Tobak für Abwechslung.
Weiter geht’s mit den Melodic Death Metallern von „Convergence” (Austria) und den leicht Suizidgefährdeten „Schattendasein” , die einen rohen Black Metal auf´s Parket legen. Weiter auf die zwei Bands einzugehen muss wirklich nicht sein, da sie nichts Innovatives bieten und mehr schlecht als recht dahin vegetieren.
Mr. WIELAND, bekannt auch unter dem Bandnamen „Nebelhorn”, präsentiert sein außergewöhnliches Stück „Aasgard” von dem Minialbum „Utgart”, welches von einem Gastmusiker eingeknüppelt und eingesungen wurde. Parallelen zu den Thüringer-Größen „Menhir” sind unverkennbar, dennoch sind eigenständige Ideen deutlich hörbar. Hoffen wir mal, dass Mr. Wieland bald möglichst eine feste Truppe bekommt, um seine Hymnen auch Live zu präsentieren.
Die Thüringer von „Odroerir”, bestehend aus „Menhir” und „XIV Dark Centuries” sind mit der Ballade „Odroerir” von der „Götterlieder” am Start.
Übrigens kommt der Name „Odreorir” aus dem aus dem Germanischen und bezeichnet den göttlichen Met, der auch als Dichtermet bezeichnet wird und für Muse, Inspiration, Poesie und Dichtkunst steht.
Platz 11 auf der Order gehört der Pagan Band „Horn”. Nun ja, von einer ganzen Band kann man nicht sprechen, da „Horn” nur aus einem einzigen Recken besteht. Vocals, Horn und alle Instrumente wurden vom Herrn „Nerrath” persönlich eingespielt. An der Stelle: Top Leistung, denn der Song „Die Schänke tief im Laubenwald” geht sehr ins Ohr und verleitet zum mitsingen und -bangen, falls man den Text versteht, obwohl die Melodie sehr schlicht klingt und die Qualität echt beschissen ist.
Das Schlusslicht bilden „Klabaut” mit „The River” von der Scheibe „Der Ort”, „Baltak” aus Australien mit „World Burning” von dem Album „Macedonian War”, sowie die Ruhrpott-Wikinger „Black Messiah” mit dem Track „Feld der Ehre” aus dem „The Oath of a Warrior”-Album. Bei „Klabaut” und „Baltak” handelt es sich um einfach gestrickten Black Metal mit viel Geknüppel. Wundert mich sehr, dass am Ende noch mal auf die Zwölfe gehauen wird, da der Knüppelfaktor durch „Odroerir” und „Horn” stark abgebremst wurde. Die letzte Band und wohl der perfekte Ausklang aus dem Material bilden die Gelsenkirchener „Black Messiah” mit ihrer Ballade „Feld der Ehre” und der wohltuend klingenden Violine.
Nun schwenke ich zu meinem Fazit, welches recht positiv ausfallen wird:
MetalMessage Vol. 2 ist ein echter Top-Sampler mit guter Bandauswahl, der eine sehr gute Promotion für kleinere Bands bietet.
Also Pflichtstoff!


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