Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:23 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Rhapsody - Live in Canada 2005 (The Dark Secret)
» Rhapsody - Live in Canada 2005 (The Dark Secret)
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Rhapsody - Live in Canada 2005 (The Dark Secret)
  »Trackliste
01. The Dark Secret
02. Unholy Warcry
03. Wisdom Of The Kings
04. The Village Of Dwarves
05. Erian`s Mystical Rhymes
06. Dawn Of Victory
07. Lamento Eroico
08. Nightfall On The Grey Mountains
09. The March Of The Swordmaster
10. Emerald Sword
11. Gran Finale

Release: 2006
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Power Metal
Laufzeit: 60.11 min
Format: CD Audio
Label: Magic Circle/SPV Kommentar / Userwertung eintragen

 

Man mag über RHAPSODY denken und sagen was man will, von „Pussy Metal“ bis hin zu „dat hat mit Metal schon lange nix mehr zu tun“ musste die Band wohl jede nur denkbare Beleidigung über sich ergehen lassen. Für die erlauchte, gar nicht mal so kleine Fangemeinde der italienisch/deutsch/französischen Symphonic Epic Hollywood Metaller dürfte jedoch feststehen, dass in den letzten Jahren kaum eine zweite Band gekonnt flotten Power Metal mit symphonischen Klängen so harmonisch kombiniert hat.

Nach nun über acht Jahren gemeinsamer Arbeit und sechs regulären Studioalben, sowie unzähligen Touren durch die Weltgeschichte, wurde es nun aber auch allerhöchste Eisenbahn endlich einmal ein amtliches Livealbum an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Der 14. Juni des Jahres 2005 wird wohl ab nun fester Bestandteil der RHAPSODY Bandhistorie werden, da die Jungs an diesem denkwürdigen Abend im Vorprogramm von MANOWAR das schier unmögliche wagten und besagte Liveplatte im schönen Montreal/Kanada auf Band festhielten. Nun ist das Thema „Live“ in Bezug auf Bandleader/Gitarrist Luca Turilli und Co. ja immer so eine Sache. Unbestreitbar ist natürlich, dass RHAPSODY saugeile Platten mit hammermäßigen Songs abgeliefert haben, die zu ihrem „spielbaren“ Nachteil jedoch (in den letzten Jahren immer zusehender) mit mehr und mehr Bombast und orchestralen Elementen zugepackt wurden. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, ein RHAPSODY Konzert zu besuchen, der weiß, wie sehr es auf die Stimmung drücken kann, wenn mindestens 50% der vernommenen Klänge vom Band abgespielt werden.

Völlig unüberraschend beginnt auch diese, wie jede andere RHAPSODY Platte mit einem bombastischen Intro, zu dem Schauspiellegende Christopher Lee (Gastsprecher auf dem letzten Studioalbum „Symphony of enchanted Lands Part:2“) kurz seinen Senf gibt und die Band den wartenden Fans stimmungsvoll ankündigt. Das Intro geht nahtlos über in „Unholy Warcry“, dem besten Song des gerade angesprochenen letzten Albums. Nach dem folgenden „Wisdom of the Kings“ werden zwei Dinge sehr schnell klar. Zwischen den Studio- und den Liveversionen liegen zwar nur kleine, aber dennoch ausschlaggebende Unterschiede. Dadurch, dass die Songs eine Ecke schneller gezockt werden, wird der metallische Charakter der Stücke deutlicher betont, was ein wenig über den Einsatz der mehr als zahlreichen Soundsamples (Reichweite von barocken Instrumenten bis zu klassischen Chören) hinwegtröstet. Gleichzeitig verleiht der raue Ton der Liveaufnahme, gemischt mit den recht sauberen Samples, dem Gesamtsound eine für RHAPSODY Verhältnisse frische Note, was zusammen mit dem teilweise recht gut hörbaren Publikum zu einem glaubhaften Liveerlebnis verschmilzt. Im Folgenden entwickeln sich demnach Stücke wie „The Village of Dwarves“, „Dawn of Victory“ und das unverzichtbare „Emerald Sword“ zu echten Krachern. Doch es gibt auch Anlass zu eher negativer Kritik. „Erian’s mystical rhymes“ beispielsweise ist zwar ein unbestritten großartiger Titel, ist jedoch aufgrund seiner Länge von einer knappen Viertelstunde und dem übermäßigen Einsatz von Tonbändern denkbar ungeeignet um auf diesem Livealbum veröffentlicht zu werden. Diese vergeudete Zeit hätte mit fehlenden Klassikern wie „Warrior of Ice“, „Holy Thunderforce“ „Rain of a thousand Flames“ oder „Power of the Dragonflame“ besser genutzt werden können. Auch die italienische Ballade „Lamento eroico“ kommt beim Publikum nicht sonderlich gut an. „Nightfall on the grey Mountain“ passt aufgrund seines banduntypischen Tempos schon von Haus aus nicht zum übrigen RHAPSODY Sound und kann auch in der vorliegenden Version nicht überzeugen.

Fazit:
Wie gesagt, „live“ ist bei RHAPSODY immer so eine Sache. „Live in Canada 2005“ wird die Metalwelt in Bezug auf diese Band sicherlich noch mehr spalten, als dies ohnehin schon der Fall ist. Hassern bietet die Scheibe noch mehr Stoff zum ausbuhen und ablästern. Den eingefleischten Fans dürften jedoch sämtliche Vorwürfe am Arsch vorbeigehen.


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