Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:18 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Majesty - Hellforces
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Majesty - Hellforces
  »Trackliste
01. The blessing
02. Hellforces
03. Dance with the demon
04. Sons of a new Millennium
05. Heavy metal desire
06. March for victory
07. Like a raptor
08. Guardians of the dragon grail
09. Freedom heart
10. Fight forever
11. Nowhere man
12. Metal law 2006

Release: 2006
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Heavy Metal
Laufzeit: 48.14 min
Format: CD Audio
Label: Massacre Records

 

Dem ein oder anderen mag bekannt sein, dass Meinereiner auch zu der Sorte Metaller gehört, der gerne einmal sinnlos, arrogant, intolerant, kitschig und manchmal einfach nur peinlich über „true“ oder „untrue“ diskutiert. Und genau bei diesem Thema scheiden sich auch bei MAJESTY die Geister. Sind die Jungs um den selbst ernannten „Metal Son“ Tarek Maghary nun die letzten Vertreter des einzig wahren Edelstahls und würdige MANOWAR-Erben oder ham’ die Spacken nur einfach nicht mehr alle Latten am Zaun? Um es vorweg zu nehmen auch „Hellforces“ kann diese Frage nicht klären.

Das gesprochene Intro „The Blessing“ wirkt aufgrund des Verbratens von so gut wie ALLEN jemals auserkorenen Klischeewörtern wie „ancient“, „venom“, „evil“, „blood“, „lord of the damned“, „guardians“, „forcing“, „shadow“, „blackness“ und „hail“ einfach nur PEINLICH. Total überraschend geht das, mit mystischen Klängen unterlegte Intro nahtlos über in den Titeltrack „Hellforces“. Dieser ist für MAJESTY-Verhältnisse, sowohl musikalisch als auch lyrisch, recht traditionell gehalten im Gegensatz zum folgenden „Dance with the Demon“, welches eine eindeutige Hommage an MANOWAR zu „Warriors of the World“ Zeiten darstellt. „Sons of the new Millenium“ kommt da schon wesentlich peppiger daher. Der Titeltrack der gleichnamigen Vorab-EP überzeugt durch eingängige Melodie und Mitsingchorus. Mit „Heavy Metal Desire“ ist der erste flottere Song a la ACCEPT mit von der Partie. Der treibende Drumsound und der klischeehafte „Metal über alles“-Text dürfte die versammelte „true“ Fangemeinde mehr als zufrieden stellen. Mit „March for Victory“ kommen MAJESTY ungewöhnlich „happy“ daher. Zwar kann der Song mit seiner Mischung aus 80er Stadionrock und Italo-Power Metal irgendwo überzeugen, will jedoch so überhaupt nicht ins Gesamtkonzept, geschweige zum Titel der Platte passen. Auch das etwas lustlos wirkende „Like a Raptor“ kommt eher wie ein depressiver Jon Bon Jovi, als ein truer Metaller rüber. Die auf diesem Album veröffentlichte, sehr flotte, wenn auch etwas zu sterile Version von „Guardians of the Dragongrail“ kann wesentlich mehr überzeugen als die orchestrale der „Sons of the new Millenium“-EP und das angesichts der Tatsache, dass der Song auch auf der letzten NIGHTWISH Platte hätte stehen können. Die unverzichtbare Power Ballade „Freedom Heart“ ist kurz gesagt genauso überflüssig wie langweilig. Da macht der Midtempostampfer „Fight Forever“, der unheimlich groovend und geradezu rotzig präsentiert wird, wesentlich mehr Spaß, genauso wie das folgende, technisch hoch versierte „Nowhere Man“. Die abschließende Neuaufnahme von „Metal Law“, welches erstmals auf dem gleichnamigen Doppel-Live-Album veröffentlich wurde, markiert den Höhepunkt der Platte. Nicht nur, dass die etwas rauere Produktion dem Song wesentlich besser zu Gesicht steht und der Drumsound noch einmal gewaltig aufgepeppt wurde, als Gastsänger konnte Udo Dirkschneider (ACCEPT, U.D.O.) verpflichtet werden, womit dem Song eine wahnsinnig prägnante Note verpasst wird.

Fazit:
Das eigenproduzierte Debüt „Keep it True“ ist kult. „Sword & Sorcery“ setzte die Messlatte mit ausschließlich hitpotentiellen Songs ganz schön hoch. „Reign in Glory“ hatte seine Momente. „Hellforces“ geht leider den weg seines Vorgängers und kann die Klasse des Labeldebüts nicht im Entferntesten halten, weiß aber dennoch zu überzeugen. Fans von Klischeecombos wie MANOWAR, SACRED STEEL oder WIZARD wird sicherlich auch das neuste stählerne Machwerk aus dem Hause MAJESTY zusagen.


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