Datum : 25.04.2018
Uhrzeit: : 00:29 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Summoning - Oath Bound
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Summoning - Oath Bound
  »Trackliste
1. Bauglir
2. Across the Streaming Tide
3. Mirdautas Bras
4. Might and Glory
5. Beleriand
6. Northward
7. Menegroth
8. Land of the Dead

Release: 2006
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Epic Metal
Laufzeit: 69.05 min
Format: CD Audio
Label: Napalm Records Kommentar / Userwertung eintragen

 


Höchste Wertung. Muss ich mehr sagen? Hmm, ach, eigentlich kostet es mich schon viel Überwindung etwas über das Album zu schreiben. Warum? Weil ich die Zeit auch heroisch, glorreich und mit erhobenem Schwert auf einem Berg stehend und Summoning hörend verbringen könnte!
„Oath Bound” ist ein Erfolg. Durch und durch ist dieses Album unschlagbar. Während man es gewohnt war, dass bei Sommoning jeder Song auf einem Album geil war, aber immer wieder kleine Perlen herausstachen, die dann den Rest des Tonmaterials in seiner Qualität unterdrückten, so ist es beim neuen Silberling der Band nicht der Fall. Nein, jeder Song der beiden Herrn der Ringe ist eine Perle. Da kommt selbst der Klassiker „Dol Guldur” nicht ran.

Nach so jahrelanger Wartezeit ist die Erwartung ja relativ hoch. „Let mortal Heroes sing our Fame” war das bisher keyboardlastigste Album. Bei der neuen Scheibe, hat sich das nicht geändert. Die Keys klingen nur besser (ja, das ist möglich!). Gitarrenfetischsten mag das ärgern, doch die Melodien, die völlig synthetisch erstellt werden sind zu göttlich, als das man es Summoning übel nehmen könnte.
Schon beim Intro „Bauglir” hört man es. Diese Fanfaren, diese epische Atmospähre ist überwältigend. Man wird mitgerissen in eine Welt voller Elfen, Orks und Zauberern und schon nach dem 2. Song „Across the streaming Tide” greife ich zur „Herr der Ringe”-Trilogie und beginne zum tausendsten mal, das Fantasie-Epos zu lesen.
Hallende Gitarrenwände überschallen hin und wieder den Key-Sound und die Nazgul-Stimmen der beiden Battle-Orks kreischen und keifen die texte über Berge, Wesen und Schlachten in hasserfüllter Stärke in die Ohren des Hörers, bei dem Song „Mirdautas Bras” sogar komplett in orkisch! Da kann ich mit meinen mikrigen Sindarinkenntnissen (für alle Unwissenden: Elbisch) nicht anstinken. Samples von Kriegsschreien und Marschgeräuschen verbinden sich perfekt mit dem rythmischen Kunstgetrommel Protectors.
„Might and Glory” ist anfangs recht gitarrenlastig, doch verfällt zunehmend wieder dem Restcharm des Albums, bei dem Drums, Gesang und Keys im Vordergrund stehen. Harmonische, unvergleichliche Wechsel in den Songs zeugen von dem Einfallsreichtum der Band. Noch nie bei Sommuning gehörte Instrument-Klänge von Tröten und anderen Instrumenten bringen immer neuen Individualismus in die Musik.
Hymnen mit himmlischen Breaks, die entspannt im Grundtempo des Albums vor sich hintuckern verbinden sich nahtlos mit der Atmosphäre und bringen irgendwann jeden dazu, posierend vor der Musikanlage zu stehen. Die klaren Männerchöre sind akustische Beweise für das Talent der beiden Mannen, die während des Albums das Mikro immer wieder an den anderen abgeben, um klar und laut singen zu können. Würde man die Texte in dem kleinen, aber stilvollen Booklet finden, würde man sicherlich mitsingen.
Doch wirken nicht alle Songs so friedlich und stolz. Nein, auch drohend und basslastig kommt es einem manchmal um die Ohren. „Bereliand” offenbart sich mit genau einer solchen Atmosphäre und solch einem Sound.
Es rammt sich jeder Ton ins Hirn und es ist schwer, eine dieser unvergleichlichen Melodien nicht noch tagelang als Ohrwurm vor sich hin zu pfeifen. „Land of the Dead” ist dafür das perfekte Beispiel. Der Chor, der irgendwas von „Far, far away” singt und einer wundervollen Melodie folgt ist unvergesslich. Das perfekte Ende für ein durch und durch geiles Album.

Fazit: In einer Szene, die sich streng an sowas wie „Richtlinien” hält, ist es seltsam das es Summoning gibt. Man hört immer wieder Sätze wie „Keyboards haben im Metal nicht zu suchen!” oder „Metal ist Gitarrenmusik”. Ich bin da nicht anders. Aber Summoning dürfen das! Warum? Weil es Summoning ist! Nein, mal im ernst: Das Album ist ein melodischer Leckerbissen für jeden Metaller. Da muss sich weder jemand für schämen, noch darf es einer wagen Summoning als schwul zu bezeichnen. Die Band hat einfach geile Ideen und auch, wenn die Drums nicht echt sind, der Sound ist unvergleichlich. Ein echtes Drumset würde die Atmosphäre nur zerschlagen. Aber genug geschrieben! Ich gehe jetzt in den Wald mit Kettenhemd, Helm, Schwert und Schild und kämpfe gegen Orks, während Summoning im Hintergrund die perfekte akustische Untermalung bieten!


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