Datum : 24.06.2018
Uhrzeit: : 01:34 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Schandmaul - Mit Leib und Seele
» Schandmaul - Mit Leib und Seele
Homepage : www.schandmaul.de
 

Schandmaul - Mit Leib und Seele
  »Trackliste
01. Vor der Schlacht
02. Lichtblick
03. Kein Weg zu weit
04. Abschied
05. Feuertanz
06. Die Tür in mir
07. Das Mädchen und der Tod
08. Der Untote
09. Zauber der Nacht
10. Mitgift
11. Wolkenberge
12. Dunkle Stunde
13. Grosses Wasser
14. Der Poet
15. Das Spiel
16. Käptn Coma
17. Wie sie ist

Release: 2006
WERTUNG
3.5 /6 Sternen
Stil: Folk Metal
Laufzeit: 55.34 min
Format: CD Audio
Label: F.A.M.E. Recordings GmbH Kommentar / Userwertung eintragen

 

Nach 2 Jahren Releaselosigkeit melden sich Schandmaul nach ihren diversen Touren und Auftritten wieder. "Mit Leib und Seele" nennt sich das neue Stück Bandgeschichte und überraschend ruhig und sanft fällt das 17-titelige Scheibchen aus. Entweder der Albumtitel passt nicht auf das Album, oder Schandmaul sind "mit Leib und Seele" ziemlich melancholische Leutchen. Aber gehen wir den Silberling mal durch.

"Vor der Schlacht" überfällt einen sofort und stellt sich als ein ziemlich langweiliger Track dar, der keine Höhepunkte hat und generell eher lasch rüberkommt. Gott sei Dank folgt darauf "Lichtblick", einer der schönsten Tracks des Albums. Die ruhige Strophe ist hübsch gespielt und der Refrain ist ein schöner Gegensatz dazu. Dieser knüppelt sogar ein bisschen und hat ziemlichen Ohrwurm-Charakter.
Die Hauptthematik des Albums scheint die Liebe zu sein. Egal ob nun glückliche Liebe oder unerwiderte, irgendwie wird alles mal aufgegriffen ... und mehr oder minder gut umgesetzt. "Kein Weg zu weit" ist recht lahm während das darauffolgende Stückchen, zwar ziemlich ruhig, nur mit akustischen Instrumenten und der hübschen Stimme Lindners ausgestattet, wieder gut rüberkommt. Ebenso wie "Feuertanz". Während man hinter dem Lied einen fixen Tanz erwartet, stellt sich der Song als liebevolles, intensives Lied über Liebe und eine Frau dar. Ein hübsch harmonisiertes Stück, das nicht aufwühlerisch ist, aber den Hörer ein bisschen mehr anspricht als die vorherigen Titel.
Diese Harmonie wird leider vernichtet durch "Die Tür in mir". Die nervige Anfangsmelodie versaut einem den Spaß am Song, doch wieder muss man Gott danken, denn er verändert sich zu einem basslastigen, schwungvollen Song, mit schaurigem Text, der trotzdem stellenweise die melancholische Grundstimmung des Albums aufgreift.
Ein rein instrumentales Zwischenspiel scheint jedoch die Atmosphäre der Scheibe umlenken zu wollen. Feierlich in Schandmaul-Manier regt "das Mädchen und der Tod" zum mitwippen mit dem Kopf an und lockert die betrübte Stimmung auf.
"Der Untote" ist wie ein Anschluss auf seinen Vorgänger und erinnert an alte „Subway to Sally“-Sachen. Nett, doch nicht toll. "Zauber der Nacht" hingegen ist wieder hübscher. Das Liebesliedchen hat einen hübschen Text und bereitet auf das folgende Stück "Mitgift" vor. Dieser Track lässt einen erstmal aufhauchen. Das rhythmische Lied ist nicht melancholisch, sondern eher fröhlich und lässt einen hüpfen und mitsummen.
Leider wird die Fröhlichkeit vernichtet und verfällt wieder in die vorherige Atmosphäre. Eine traurige, betrübte Stimmung zieht sich durch den Rest des Tonmaterials. Die einzigen Tracks die noch besonders hervorstechen sind "Der Poet" und "Käptn Coma", die eher lockerer kommen und wieder ein bisschen fröhlicher sind. Doch ... es ist und bleibt "mit Leib und Seele" betrübt.

Fazit: Was ist los mit Schandmaul? Wer ist gestorben? Haben alle auf einmal Schluss nach einer jahrelangen Beziehung, oder ist das der Anti-Effekt zum Frühlingsgefühl? Zugegeben, ich weiß es nicht. Fest steht, dass "Mit Leib und Seele" ziemlich melancholisch ist. Eigentlich mag ich das ja, doch es ist bei Schandmaul doch irgendwie komisch. Naja, alle die gerade was schmerzliches erfahren haben, könnten was mit dem Material anfangen. Schandmaul-Einsteiger sollten lieber auf andere Werke zurückgreifen.


Ruhrmetal.com