Datum : 20.06.2018
Uhrzeit: : 01:57 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Enslaved - Ruun
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Homepage : www.enslaved.no
 

Enslaved - Ruun
  »Trackliste
1. Entroper
2. Path To Vanir
3. Fusion Of Sense And Earth
4. Ruun
5. Tides Of Chaos
6. Essence
7. Api-vat
8. Heir To The Cosmic Seed

Release: 2006
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 46.02 min
Format: CD Audio
Label: Tabu Recordings Kommentar / Userwertung eintragen

 

Ziemlich genau zwei Jahre lang haben die Jungs von ENSLAVED, von einer Live DVD abgesehen, wenig bis gar nichts von sich hören lassen. Kein Wunder, war doch die Zeit nach dem 2004 erschienenen Album „Isa“ die erfolgreichste Zeit der Bandgeschichte. Besagtes Album verschaffte der Band nicht nur nationale Verkaufsrekorde, sowie einen norwegischen Grammy für die beste Metal Veröffentlichung, sondern auch den internationalen Durchbruch, welcher für reichlich Anerkennung, auch außerhalb des Zielpublikums, sorgte. Gewaltiger Druck belastet also das brandneue Album „Ruun“. Der Vergleich mit der Vorgängerscheibe scheint fast unausweichlich, ENSLAVED schaffen es jedoch sich dem zu entziehen, indem sie das tun, was sie zwischen „Below the Lights“ und „Isa“ nicht getan haben, sie bringen eine leichte aber erfrischende Veränderung in ihren Stil. Das Stichwort heisst Progressiv. Zwar reicht die Liebäugelei über den Tellerrand nicht bis in Gefilde in denen sich normalerweise FATES WARNING oder DREAM THEATER tummeln, aber eine reichliche Portion BORKNAGAR ist auf „Ruun“ nicht zu leugnen. Fans der ersten Stunde dürften sich beim Opener „Entroper“ freiwillig die Kopfhaut epilieren, da hier von den Black Metal Wurzeln nur noch ganz dezent etwas zu vernehmen ist.
Zum hoch melodischen „Path to Vanir“ haben die Norweger bereits einen Videoclip abgedreht, in dem die Band, aufgeputscht durch ein paar digitale Effekte, in einer Schneelandschaft posiert. „Fusion of Sense and Earth“ stellt eine aussagekräftige Symbiose der beiden unterschiedlichen Einflüsse auf „Ruun“ dar. Leider gelingt die Symbiose nur in dieser Hinsicht, dass der Prog-Anteil viel zu dominant ist. Der Titeltrack zeigt wie man es richtig macht. Relativ hohes Tempo und entsprechend verfrickelte Parts. Eine absolute Nichtigkeit stellt „Tides of Chaos“ dar. Unzusammenhängende Arrangements gepaart mit langweiligen Riffs dominieren und ruinieren damit den Eindruck dieses Songs. Auch beim folgenden „Essence“ will der Funke nicht wirklich überspringen. Live-tauglich ist bis dato nur ein geringer Prozentsatz des neuen Materials. „Api-vat“ jedoch macht so einiges wieder wett. Anleihen im Rotzrock, im urigen Black Metal und sogar in leicht psychodelischen Sphären überzeugen von Beginn an. Das abschließende, sehr bombastische „Heir to the cosmic Seed“ dürfte BATHORY Fanatiker der „Hammerheart“ Jahre eine Erektion nach der anderen verpassen, Anhänger von Quorthon’s Debüt jedoch werden die Ohren bluten.


Fazit:
„Ruun“ ist nicht wie „Isa“. Soll es auch nicht. Wie Eingangs erwähnt überraschen ENSLAVED Fans und Kritiker mit einer relativ gewichtigen Veränderung ihres Stils. Der frische, progressive Wind schwingt die Band zu ganz neuen musikalischen Horizonten, welche nun ausgelotet und beim nächsten Album vertieft werden können. Sollte dies der Fall sein, muss die Band sich jedoch darauf einstellen viele alte Fans zu verlieren.


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