Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 02:49 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Carpathian Forest - Fuck You All!!!!
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Carpathian Forest - Fuck You All!!!!
  »Trackliste
01. Vi Apuer porten til HELVETE...
02. The frostbitten Woodslands of NORWAY
03. Start up the INCINERATOR (Here comes another useless Fool)
04. Submit to SATAN !!!
05. DIABOLISM (The SEED and the Sower)
06. DYPFRYST / Dette er mitt HELVETE
07. Everyday I must SUFFER ! (Featuring Nordavind)
08. The first CUT is the DEEPEST
09. Evil EGOCENTRICAL Existencialism
10. SHUT UP. There is NO use to live...


Release: 2006
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 46.14 min
Format: CD Audio
Label: Season of Mist Kommentar / Userwertung eintragen

 

Bei Shows der Band, auf den Shirts, auf den Armbändern, überall die Phrase "FUCK YOU ALL !!!". Da haben sich schon einige gefragt, warum die 5 aus dem Wald gekommenen nicht mal ein Album danach benennen. Und das haben sie mit ihrem neuen Werk mal durchgesetzt. Entweder aus Einfallslosigkeit, kindlicher Spaßerei, oder weil Nattefrosts drogenzerfressenes Hirn nichts besseres mehr hergab. Wenn man jedoch das Album durchhört, merkt man das die paar heilen Hirnzellen noch dazu gereicht haben ein klassisches Carpathian Forest Album abzuliefern. Geil: Die Aufmachung des Silberlings, in der Special-Edition im unnötig teurem Metall-Gehäuse, ist von Nattefrost selbst während eines Kuraufenthalts gekritzelt worden. Das Resultat dessen sind kitschig satanische Symbole, Insekten und ein kleiner, norwegischer Comic, hinter den ich jedoch noch nicht gestiegen bin.

Den Einstieg in den Höllentripp bietet ein typisches Carpathian Forest Intro, mit Schreien, seltsamen Geräuschen und und und ... Also Black Metal Kitsch vom Feinsten. Danach beginnt es mit typischem Carpathian Forest Geknüppel und endet erst mit dem letzten Song. Gewohnt punkig und rock 'n' rollig wird hier die Anlage zerschmettert und Nattefrosts Stimmchen hat sich um keinen Deut verändert. Simple, "böse" Riffs, die nur so vor "Diabolus in Musika" triefen, werden hier geboten, mit denen der handelsübliche Black Metal Fan durchaus vertraut ist. Im Prinzip hat sich kaum was geändert bei den Pseudo-Mongolen. Die Drums sind brav unterschiedlich und nie langweilig, genau wie der Einsatz von Bass und Gitarren.
Was eher Seltenes passiert hin und wieder doch noch bei den Waldscheißern: Melodie (unglaublich, oder?) mischt sich zwischen die Tritonen und lockert hin und wieder das beinahe monotone Riffing auf. Zwar passiert das selten, aber immehrin fällt das auf.
Der typische Charm von Dreck und Perversion darf natürlich bei einem richtigen Carpathian Forest Album nicht fehlen. So wird´s auch hier zum Standard-Thema in den kitschigen Texten über Misanthropie, Drogen und den guten alten Gehörnten. Eine interessante Entwicklung wie ich finde: Während der Pagan-Hype der letzten Jahre den Teufel im Black Metal völlig zur Seite gedrängt hat, merkt man nun eine rasante Rückentwicklung. Die Bands, oder zumindest die Urgesteine, verfallen immer mehr dem Rotzrock und weniger dem Melodischen, was man zunehmend in der Szene spürt. Darkthrone klingen wie Punk und Carpathian Forest wie langsamerer Thrash.
Was sehr deutlich bei dem Machwerk Carpathian Forests hier wird ist der Wechsel von langsamen zu schnellen Parts. Deutlich wird dieser besonders bei Songs wie dem zweiten Titel des Albums "The frostbitten Woodslands of NORWAY". Durch dieses Element bekommt die Scheibe partweise etwas verdammt bedrohliches, ohne den schmutzigen, aggressiven Grundcharakter zu verlieren.
Sehr thrashig wird es teilweise auch. Bestes Beispiel dafür ist der Song "Submit to SATAN !!!", der auch von Venom stammen könnte. Und sein Nachfolger "DIABOLISM (The SEED and the Sower)" wirkt wie eine langsamere Version dessen, was kurz davor geboten wird. Insgesamt bietet sich genau sowas perfekt an, um live rübergebracht zu werden. Bang-Mucke halt!
Gegen Ende wird das Album wieder langsamer, so wirkt es insgesamt wie eine wellenreiche Kurve mit viel Dreck, Blut, Schweiß und Sperma dazu. Lecker wie immer also.

Fazit: Hach, das Leben wär doch langweilig ohne Bands, die ihren Stil beibehalten. Manche müssen sich garnicht weiterentwickeln und so ist es bei Carpathian Forest. Ein bißchen thrashiger gehts hier zu, aber das ist nicht schlimm, sondern ist nur Symbol für den Old School-Charm, der mit Vorreitern wie Sodom entstand und hier die Grundstimmung und Atmosphäre dessen bestimmt, was die Leute rüberbringen. "Black 'n' Roll", ein von einem Bekannten (danke Öl) oft benutztes Wörtchen für die Musik CFs ist eine verdammt treffende Beschreibung. Unharmonischer, auf-die-Fresse-, Drogen-, Schmutz-, Blut-, Teufel-, Sperma-, Sex-, Misanthropie Rock 'n' Roll. Sehr passend dazu auch der Aufdruck auf einem Shirt Nattefrosts im Booklet: "A Satanic Drug thing you couldn't understand". Herrlich!


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