Datum : 21.06.2018
Uhrzeit: : 06:48 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Fallen Yggdrasil - Prospect Of Prey
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Homepage : www.fallen-yggdrasil.de
 

Fallen Yggdrasil - Prospect Of Prey
  »Trackliste
1. Save Me (In The Name Of God)
2. In The Fire
3. Memory Assassin

Release: 2006
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Death Metal
Laufzeit: 13.43 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion Kommentar / Userwertung eintragen

 

Das Einzige, was mich an dieser Band so richtig aufregt, ist ihr Name. Was würdet Ihr euch unter FALLEN YGGDRASIl vorstellen, angenommen, Ihr hört zum ersten Mal von dieser Band? Vielleicht eine frühestens im Jahr 2004 gegründete, so richtige hippe Pagan Metal Band, die voll auf den Wotan–Nonsens–Zug aufgesprungen ist, weil sich damit ja Geld machen lässt. Jedenfalls wäre das meine erste Assoziation, wenn ich nicht - erstens - jede Menge Infomaterial zu der Band und - zweitens - besagte „Prospect Of Prey“ Promo vorliegen hätte.

Tja, so kann man sich irren. FALLEN YGGDRASIL ist mit Sicherheit keine Kiddie Pagan Band. Die Herren machen seit mittlerweile 10 (!) Jahren Musik und zwar feinen Death Metal mit melodischer Ausrichtung. Ihre erste Demo erschien im Jahr 1998, es folgte Einiges an weiteren Eigenveröffentlichungen, bevor dann bei dem Label Supreme Chaos Records eine MCD und ein vollwertiges Album erschien. Doch leider ging es vorerst nicht weiter aufwärts für die Band, es kam zum Split mit S. C. R. Wie es in den Infoblättern steht, soll die Promo „Prospect Of Prey“ in erster Linie als „Lebenszeichen“ verstanden werden. Zu kaufen gibt es sie nicht. Die drei Tracks können aber auf der Bandhomepage runtergeladen werden. Böswillig ausgelegt könnte man dies als ziemliche Anbiederung an mögliche Labels und die Pressevertreter deuten. Ich denke aber, man sollte diesen Schritt der Band respektieren als Versuch, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen, in Zeiten eines immer undurchsichtiger und korrupter werdenen Musikbusiness. Und wenn ich mir angucke, was für einen Müll heute zum Teil unter Vertrag genommen und hochgepusht wird, dann sollte es nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn eine ambitionierte Band wie FALLEN YGGDRASIL keinen Anschluss findet.

Sehr stilvoll gehalten ist die Cover-Gestaltung der Promo (könnt Ihr euch zusammen mit den Tracks auf der Seite runterladen). Los geht es mit „Save Me“, ein gut nach vorne gehender, schneller Song mit coolem, melodischem Riffing. Gut weiß der Wechsel zwischen schnellen und groovigen Parts zu gefallen. Fronter Simon mit seiner variablen Stimme gehört sicherlich zur oberen Liga der deutschen Death Metal Shouter. „In The Fire“ beginnt mit einem langsamen Riff und steigert sich bis zum brachialen Refrain konstant. Ordentlich knüppeln, das können sie, die Herren aus Tübingen. „In The Fire“ hat zum Teil sehr intensive Parts. Live sollte der Song sehr gut funktionieren. „Memory Assassin“ beginnt etwas schleppend und gefällt mir nicht ganz so gut, wie die anderen beiden Tracks. Besonders die Vocals im Refrain wirken etwas seltsam.
Insgesamt kann ich dieser Promo aber ruhigen Gewissens starke 4 Punkte geben. Diese Band hat definitiv Potential und es wird Zeit, dass die Plattenbosse das auch merken. Finger Weg vom Metalcore Scheiß, investiert in guten deutschen Death Metal. Es sollte (bzw. wird) sich für euch lohnen.

Noch eine kleine Anekdote zum Abschluss: Vor kurzem hatte ich auf dem Eisenwahn–Festival die Gelegenheit, FALLEN YGGDRASIL mal live zu erleben. Der Gig hat mich nicht so umgehauen, mein Alkohol Pegel zu dem Zeitpunkt allerdings schon. Daran hat es wohl gelegen (und an dem nicht ganz so tollen Eisenwahn–Sound), denn ein nicht trinkender Freund von mir war von der spielerischen Leistung der Tübinger durchaus angetan. Ich hoffe, dass ich mir noch mal eine Show der Band mit klarem Kopf anschauen kann und dazu kann ich euch auch nur raten. Macht euch selbst ein Bild. Es lohnt sich.


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