Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 13:59 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Fäulnis - Letharg
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Fäulnis - Letharg
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01. Letharg

Release: 2006
WERTUNG
2.5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 20.03 min
Format: CD Audio
Label: Christhunt Productions Kommentar / Userwertung eintragen

 

Fäulnis haben (oder hat?) mit ihrer (oder seiner?) ersten Demo für aufsehen gesorgt: Wer das Objekt in den Händen hielt, hatte gleichzeitig auch noch ganz persönliches Material des Musikers in der Hand! Die Erklärung: Die Demo war mit netten Blutspritzern versehen. Eine geile Idee! Aber hier geht´s ja nicht um die Demo. Nein, es geht um das Album "Letharg". Schlägt man im Duden nach wird als "Lethargie" eine Bewusstseinsveränderung durch Schlafmangel genannt. Naja, wieder was gelernt.
Dass Ein-Mann-Projekte zwingend depressiv sind, ist ja nicht ein Gesetz, aber irgendwie tendieren alle, die alleine versuchen sich in der harten Untergrund Black Metal Waldscheißerei zu bewehren, dazu sich der Melancholie hinzugeben. Hier auf Fäulnis. Ob´s gelingt oder nicht, das könnt ihr beim weiterlesen erfahren.

Das Scheibchen besitzt nur einen Song ... und der ist 20 Minuten lang. Eigentlich recht mager für einen Longplayer, aber nicht die Fülle zählt, sondern die Qualität. Naja, die Soundqualität ist klasse. Reines Heraushören der Instrumente ist problemlos möglich. Die Stimme ist ebenso hörbar, klar und deutlich und gut herausstechend zwischen den Instrumenten. Leider verliert eine solch klare Produktion im Black Metal immer ein wenig an Spirit und Atmosphäre, aber wenn der Song gut ist, ist das nicht allzu tragisch.
Leider jedoch ist der Song nicht unbeschreiblich oder vom Hocker schmetternd. Was geboten wird, ist depressiver Black Metal, mal lahmarschig und chillig und mal schneller und keulend. Trotz der relativen Vielfalt, versickert die Musik in Ideenlosigkeit und man stößt auf kaum neues.
Den Anfang setzt komisches, weibliches Gekicher (Bewusstseinsveränderung bei Schlafmangel?), was geradlinig zu einem langsamen Intro führt, dessen Riff sich über scheinbare Jahre hinzieht. Zwar klimpert immer mal wieder eine zweite Gitarre im Hintergrund und der Gesang variiert zusammen mit den Drums, doch das ewiggleiche Riff zermürbt selbst die größten Fans monotoner Musik. Wo wir beim Gesang sind: Da haben wir schon besseres Gehört! Neben einem Pseudo-Aaskereia Gekreisch wird komisches Geknurre geboten, was einfach schlecht ist. Schade drum.
Die Monotonie wird jedoch auch mal durchbrochen. Von komischen Orgel- und Keyboadstreicherparts die zwar die Eintönigkeit durchbrechen, jedoch nur kurz befriedigen, weil sie nicht gerade vom spielerischen Können zeugen. Unterlegt wird das alles mit Regensamples. Beim Weiterhören (nach 14 Minuten Langeweile) wird man von einem pseudo-depressiven und möchtegern-intellektuellen Gequatsche genervt, über das ach so traurige Leben, Cutting und Suizid. So zu sagen eine Zusammenfassung eines Gothic-Gedicht-Lebenswerkes. Wenn das endlich ein Ende hat komme wieder Gitarren und Gekreisch. WOW! Ein anderes Riff, dass nochmal bis zum Kotzen ausgelullt wird. Zumindest ein bisschen schneller und man wird mit einem aprupten Ende und einem eingesampelten, pseudo-tiefsinnigen Spruch belohnt. Naja.

Fazit: Es ist nicht schlecht, aber auch nicht toll. 08/15 Depri-Mucke, zum "im Hintergrund laufen lassen, wenn man einschläft". Ein paar nette Samples aus Filmen drin. Eins, das ich ziemlich cool finde, weil´s aus meinem momentanen Lieblingsfilm "Oldboy" ist. So, ich schmeiß die Platte mal aus meinem Laufwerk und hau´ Thrash Metal rein. Das brauch ich danach erstmal!


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