Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:20 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Asmodi - Schattenwald
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Homepage : www.asmodi.org
 

Asmodi - Schattenwald
  »Trackliste
1. Prolog
2. Wigrid
3. Des Brandes Brunst
4. Interludium
5. Schattenwald
6. Herbstblut
7. Epilog

Release: 2006
WERTUNG
5.5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 27.04 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion Kommentar / Userwertung eintragen

 

Was für ein Brett haben uns die Jungs von Asmodi aus dem nördlichen Schleswig-Holstein da abgeliefert! Asmodi, das sind Daevas, Bilwis, Morvan, Joetun und Volac und sie haben sich inbrünstig dem Black Metal mit Pagan Einflüssen gewidmet. Als musikalische Einflüsse nennen die Jungs unter Anderem Helrunar, Nocte Obducta, Endstille, aber auch Bands wie Opeth und Behemoth. Ihr Debut „Schattenwald“ hat meine Erwartungen an das erste Langeisen einer Band mehr als gesprengt. Den geneigten Hörer erwartet ein langsames Gitarrenintro. Stimmungsvolles Raunen und Flüstern erzeugt von Anfang an eine düstere und mysteriöse Aura. Dieser fast drei Minuten lange Prolog macht neugierig auf das, was da so kommen mag… Mit einem ohrenbetäubenden Odin-Growl wird der zweite Song eingeläutet – „Wigrid“. Was Bilwis Stimmbänder an rauen Gesang und Gegröhle erzeugen, lässt einem Schauer über den Rücken wandern. Der Gesang kommt zudem sehr klar rüber und wechselt stetig zwischen Schreien, Krächzen und Growlen. Ebenso klingt das Schlagzeug satt und deutlich und hämmert sich direkt einmal durch das bierverseuchte Metallerhirn. Hut ab vor der wirklich gelungenen Aufnahmequalität!
„Des Brandes Brunst“ ist ein Song der definitv einiges an Headbang-Qualitäten mit sich bringt. Wer die Jungs vor kurzem live Open Air in Kiel sehen konnte, weiß sicherlich was ich meine. Die wetzenden Gitarren, das fette Drumming und der wirklich urig tiefe Growlpart in der Mitte des Liedes machen dieses über fünf Minuten lange Stück zu einer Perle des Albums. Das im Gegensatz dazu eher ruhige Interludium unterbricht mit einer fast schon fröhlichen Melodie die düstere Stimmung des Schattenwaldes. Wie ein kleiner Sonnenstrahl, der zwischen den dunklen Bäumen hervorsticht. Windrauschen und ruhiges Trommeln mitsamt einer mittelalterlichen Melodie bilden den Auftakt von „Schattenwald“. Dieser Song brettert unverhofft wie ein Orkan mit rasenden Gitarren, schreiendem Gesang und Blastbeats los.
„Trostlose Seelen, ein Blick ins Moor, deine Hände greifen nach mir, ein Rinnsal aus Blut….“ so leitet eine raunende Stimme das stück „Herbstblut“ ein. Nach einem langsamen Gitarrenauftakt jagt das Schlagzeug los und schrilles Kreischen und Schreien lässt mich darüber nachdenken, ob dem Sänger wohl die Stimmbänder explodiert sind. Ein sehr abwechslungsreicher Song und mein persönlicher Anspieltipp des Albums! Der Epilog lässt den Puls mit sanftem Wellenrauschen und ruhigen Akustikgitarren dann wieder gen Normalwert pendeln. Ein gelungener Ausklang.

Mein Fazit: Das ist wohl eines der wenigen Debutalben, bei dem einem wirklich die Kinnlade runterklappt. Der Sound ist durchweg sehr gut, klar und gut abgemischt. Das Schlagzeug, was bei Debuts nur allzu oft schrummelig im Hintergrund rumrumpelt, ist detailliert und gut zu hören. Die Songs sind abwechlungsreich und die Texte, welche leider nicht im Booklet enthalten sind, sind düster und doch poetisch. Ich hätte mir lediglich ein „richtiges“ Booklet gewünscht (die CD hat nur ein Front-, Innen- und BackCover) was allerdings nicht weiter dramatisch ist. Um noch mal aus den Songtexten zu zitieren: „Nicht so rasch soll unser Ruhm verrauschen, unsre Namen wird die Nachwelt nennen…“ Wenn ihr so weiter macht, bin ich mir da ganz sicher! Das sind verdiente 5,5 Sterne.


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