Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 09:53 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Böhse Onkelz - Adios
» Böhse Onkelz - Adios
Homepage : www.onkelz.de
 

Böhse Onkelz - Adios
  »Trackliste
1. Feuer
2. Immer auf der Suche
3. Superstar
4. Sowas hat man
5. Ja, ja
6. Lass mich gehn
7. Fang mich
8. Einmal
9. Kinder dieser Zeit
10. Haas-tler
11. Onkels vs. Jesus
12. Überstimuliert
13. Prinz Valium
14. Ihr hättet es wissen müssen
15. A.D.I.O.Z.

Release: 2004
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Hard Rock
Laufzeit: 57.03 min
Format: CD Audio
Label: Regel 23

 

Man mag über die Onkelz denken was man will. Mir persönlich gehen die elendig langen und ergebnislosen Diskussionen (und derer habe ich im Laufe der Jahre eine ganze Menge geführt) ob die Frankfurter Hardrocker nun rechts sind oder was weiß ich nicht alles so was von auf den Piss, dass kann man sich gar nicht vorstellen. Für mich steht fest und da bin ich sicherlich nicht alleine, dass die Onkelz einen ganz entschiedenen Schritt im meinem Leben markiert haben. Denn wie kaum eine andere Band haben mich die Jungs zur härten Seite der Musikwelt gezogen. Klar schon als kleiner Tünnes stand ich schon wie ein Bekloppter auf Papa’s Stones Platten und auch Black Sabbath war damals schon ein Begriff. Im heimischen Kinderzimmer liefen aber von den Ärzten, den Hosen und vielleicht Bon Jovi mal abgesehen aber kaum härtere Sachen. Und plötzlich bringt mein Kumpel eine Onkelz CD mit und alles is klar. Lügen und Anfeindungen die die Band zu diesem Zeitpunkt massiv zu spüren bekommt gelangen noch nicht an mein Ohr, nur dieser abgefuckt geile Sound und die aufwühlenden Texte von Stephan, Kevin, Gonzo und Pe. Zu diesem Zeitpunkt war mich noch nicht bewusst, was für eine Welle damit losgetreten wurde, denn ab dem Zeitpunkt hab ich auf die Mediacontrolcharts geschissen. Aber ich will an dieser Stelle keinen Nachruf halten, denn
nun nach fast fünfundzwanzig Jahren treten die Onkelz aus eigenen Antrieb heraus endgültig ab.
ADIOS heisst das passend betitelte letzte Studioalbum (wollen wir wetten es kommt noch eine weitere fette DVD) und rockt natürlich wieder ohne Ende. Sicherlich sind die ganz großen Glanztaten der Onkelz längst Geschichte und auch die eher düster melancholische Phase zu „Viva los Tioz“ Zeiten ist passe dafür setzen die Jungs ihren eher fröhlicheren Sound der mit „Dopamin“ begann konsequent fort. Lyrisch wird dabei natürlich noch ein allerletztes Mal mit allem und jedem der es verdient abgerechnet darunter (die Band selbst, Nazis, Drogen sowie „DSDS“ und Konsortenspacken). Los geht die letzte Reise mit „Feuer“ einem ordentlich Rocker mit straighten Riffs und groovigen Refrain. Auch das folgende sehr schnelle „Immer auf der Suche“ knallt voll in die Fresse. Zwar befinden sich auch echte Aussetzer auf dem Album wie das langweilige „JaJa“ oder das etwas stockende „Kinder dieser Zeit“ aber jeden einzelnen Titel nun in aller Ausführlichkeit zu besprechen würde sicherlich den Rahmen sprengen beschränken wir uns im Folgenden also auf die Highlights. Die bekannte Vorabsingle „Onkelz vs. Jesus“ dürfte jedem Fan ja hinlänglich bekannt sein. Von der selben eher schlichten Machart ist das flotte „Superstar“ aber auch zwei amtliche Rockballaden finden sich in Form von „Sowas hat man“ und dem allerletzten mit Text versehenen Onkelztrack „Ihr hättet es wissen müssen“. Zuvor dürfen wir uns aber noch mit dem etwas experimentellen „Überstimuliert“ anfreunden.
So schnell und gewaltig wie die Onkelz einst über die Welt des Rock hereingebrochen sind so ruhig und gelassen verlassen sie diese wieder mit der traumhaften Akustikballade „A.D.I.O.Z“
Fazit: Was soll ich noch große Worte verlieren. Alles was gesagt werden musste wurde gesagt. „Adios“ ist vielleicht nicht das Megaalbum, dass sich manch einer wünschen mag aber würdig ist es trotz der wenigen Patzer allemal. Genießt ein letztes Mal die beste deutschsprachige Hardrockband aller Zeiten. Und denkt dran: Findet die Wahrheit!!!!!!!!!!


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