Datum : 18.06.2018
Uhrzeit: : 23:22 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Die Apokalyptischen Reiter - Riders on the Storm
» Die Apokalyptischen Reiter - Riders on the Storm
Homepage : www.die-apokalyptischen-reiter.de
 

Die Apokalyptischen Reiter - Riders on the Storm
  »Trackliste
01 Friede Sei Mit Dir
02 Riders On The Storm
03 Seemann
04 Der Adler
05 Revolution
06 Wenn ich träume
07 Soldaten dieser Erde
08 In The Land Of The White Horses
09 Liebe
10 Schenk mir heut Nacht
11 Himmelskind
12 Feuer (bonus)
13 Mmmh
14 Peace May Be With You (bonus)

Release: 2006
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 45.15 min
Format: CD Audio
Label: Nuclear Blast Kommentar / Userwertung eintragen

 

Schon geschlagene zwei Jahre sind vergangen, seit sich die Apokalyptischen Reiter mit ihrem recht experimentierfreudigen Album „Samurai“ in die Oberliga des deutschen Metal katapultiert haben. Auf „Riders on the Storm“ lassen es die Reitermaniacs nun deutlich weniger exotisch, dafür aber wesentlich eingängiger angehen. Die bereits vorab veröffentlichte Single und zugleich Albumopener „Friede sei mit dir“ gibt den schlagenden Ton für die restlichen Songs an. Ein schneller Rhythmus, eingängiger Refrain und ein für Reiterverhältnisse selten gehörter Heavy-Faktor verursachen stehenden Fußes zugleich einen lupenreinen Ohrwurm. Auch der Titeltrack bewährt sich aufgrund des ähnlich gestrickten Grundmusters. Einen, in lyrischer Hinsicht, absoluten Knaller haben die Jungs mit der Sehnsuchtshymne „Seemann“ am Start, dessen Chorus sich zum Schluss gleich in drei Sprachen präsentiert. „Der Adler“ (potentielle nächste Singleauskopplung) fliegt mir persönlich eine ganze Ecke zu poppig durch die weiten Lüfte, hier könnten ein paar Grunzer wahre Wunder wirken. Die „Revolution“ stellt eine der wenigen experimentellen Songs dar, wenn man den Einsatz von Bläsern noch unter „experimentell“ fassen mag. Die angesprochenen Bläserparts wechseln sich jedoch gekonnt mit Blastbeat ähnlichen Abschnitten ab, was dem Song zusammen mit den unvorhersehbaren Breaks einen gewissen Charme verleiht. Einen echten Tritt in die Fresse politisch und religiös motivierter Kriegstreiber, wie gewisse westliche Supermächte und gewisse nahöstliche Extremisten, stellt „Soldaten dieser Erde“ dar. Der Song verfügt über einen unheimlich spannungsgeladenen Chor-Refrain, der eine Gänsehaut nach der anderen verursacht. Das Keyboardinstrumental „In the Land of the white Horses“ wirkt an dieser Stelle des Albums mehr als deplatziert und lädt eher zum drücken der Vorwärtstaste, als zum seeligen dahinschwelgen ein, was man von der zunächst schmalzigen Hymne an die „Liebe“ überhaupt nicht sagen kann. Diese steigert sich nämlich im Laufe von gut vier Minuten zu einer Riff betonten Nummer, vor der sich auch Black Sabbath zu besten Zeit hätten verstecken müssen. Mit „Schenk mir heut' Nacht“ ist die zweite exotische Nummer des Albums am Start. Jazzige Bläser wechseln sich mit fast schon psychedelischen Gitarrenparts und den Reiter-typischen Uptempoparts ab. Die folgenden Stücke „Himmelskind“ und „Feuer“ ziehen die Höllenreiter in gewohnter Manier aus dem Ärmel. Tief gestimmte Gitarren verstärkt mit aggressiven Gebrüll, unterbrochen von einem epischen Chorus wissen zu überzeugen. Mit „Mmmh“ ist lediglich eine einzige Nummer vertreten, die nicht gleich beim ersten Hören hängen bleibt. Das progressiv eingesetzte Didgeridoo trägt daran wohl den größten Anteil. Als Bonus gibt's dann den Opener in Form von „Peace may be with you“ im reinsten Oxford-Angelsächsisch.

Fazit: Die oben angesprochene Experimentierfreudigkeit der letzten Alben hat spürbar nachgelassen, was der heavyness und der zum Teil extrem tiefgründigen Lyrik zu gute kommt. Zwar vermisse ich etwas die herrliche Brutalität der frühen Reiteralben, wage jedoch zu behaupten, dass Fuchs und Co. mit „Riders on the Storm“ das beste Album ihrer Karriere abgeliefert haben.



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