Datum : 24.06.2018
Uhrzeit: : 01:36 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Unleashed - Midvinterblot
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Homepage : www.unleashed.se
 

Unleashed - Midvinterblot
  »Trackliste
01. Blood Of Lies
02. This Is Our World Now
03. We Must Join With Him
04. Midvinterblot
05. In Victory Or Defeat
06. Triumph Of Genocide
07. The Avenger
08. Salvation For Mankind
09. Psycho Killer
10. The Witch
11. I Have Sworn Allegiance
12. Age Of The Warrior
13. New Dawn Rising
14. Loyalty And Pride
15. Valhalla Awaits

Release: 2006
WERTUNG
5.5 /6 Sternen
Stil: Death Metal
Laufzeit: 46.16 min
Format: CD Audio
Label: SPV Kommentar / Userwertung eintragen

 

Im November wird die ultimative Death-Metal-Walze Europa überrollen und zwar in Form des mehr als fetten „Masters Of Death“ – Package mit ENTOMBED, GRAVE, DISMEMBER und UNLEASHED. Ich freue mich bereits wie ein kleines Kind auf dieses Konzert, schließlich genießen alle Bands zu Recht Legendenstatus und haben die Todesmetall Szene in ihren Anfängen entscheidend mitgeprägt. Besonders UNLEASHED sind meine persönlichen Götter, eine Band mit unverkennbarer Authentizität, live eine absolute Macht, jedes Konzert ein nahezu magisches Erlebnis, Musiker und Fans eine Einheit, wie man sie bei anderen Acts kaum finden wird. Essen wird am 08.11 erbeben, wenn aus mehreren hundert Kehlen der Schlachtruf erschallt: „Death Metal Victory!“

So möge man mir es vergeben, wenn es mir nicht gelingen sollte, mich diesem Album unvoreingenommen zu nähern, welches UNLEASHED einen guten Monat vor dem Konzert in Essen in Deutschland veröffentlichen und dann live präsentieren werden. Wer Alben wie „Where No Life Dwells“ oder das grandiose „Victory“ aufgenommen hat, muss eigentlich niemanden mehr etwas beweisen, dennoch war ich unendlich gespannt, als ich die Promo endlich in meinen CD-Schacht werfen konnte. Es war klar, dass dieses Album richtungsweisend für die Band sein würde: sollte es ihnen gelingen, das Level des 2004er-Outputs „Sworn Allegiance“ zu halten oder gar zu steigern oder würde man wieder in musikalischer Kraft- und Belanglosigkeit versinken wie auf dem schwachen „Hell´s Unleashed“ Comeback-Album? Nun, nach wenigen Durchläufen war für mich bereits klar: UNLEASHED haben den Death Metal-Thron endgültig zurückerobert!

Schon der brachiale Opener „Blood Of Lies“ sagt eigentlich alles über „Midvinterblot“ aus: bereits nach wenigen Takten überkommt mich eine wohlige Gänsehaut. Ich fühle mich erinnert an den Moment, als ich zum ersten Mal „Dead Forever“, den Opener des „Where No Life Dwells“ Albums gehört habe. Das hier ist der gleiche Spirit, die gleiche Magie, die gleiche immense Kraft der 90er Alben, nur im modernen(nicht im negativen Sinne!), viel druckvolleren Soundgewand. Hell Yeah! So gehört vernünftiger Death Metal gespielt, alle Poser Schwuchteln dieser Welt, kniet nieder und betet die Götter an oder verpisst euch!! Der Song ist ultraschnell, gespickt mit schönen Soli und geilen Mosh Parts. Ich muss mich erstmal beruhigen, aber dazu lässt „This Is Our World Now“ eigentlich keine Chance. Was für ein Groove-Monster! Erinnert ein wenig an „Destruction (Of The Race Of Men)“ vom letzten Album. „We Must Join With Him“ ist böse und brutal, auch wenn der Text mich ein wenig zum Grinsen bringt, denn hier geht es nicht um Luzifer, sondern wieder einmal um „Herr der Ringe“ und die Schweden stellen sich natürlich auf die Seite Saurons. Wirkt auf mich ein bisschen arg albern, soll aber nicht weiter stören, den musikalisch ist diese Granate über jeden Zweifel erhaben. Der Titeltrack fordert dazu auf, die Hörner zu heben und Thor zu huldigen, wie auch auf dem Cover dargestellt, welches mir persönlich nicht so gut gefällt, aber das ist sicher eine Geschmacksfrage. Da inzwischen ein Großteil der Metal Szene scheinbar zu Hobby-Paganisten mutiert ist, sollte es bei der breiten Mehrheit der UNLEASHED-Jünger durchaus ankommen und man muss der Band ja auch zu gute halten, dass sie schon über Odin und Thor gesungen haben, als die meisten heutigen Hammerträger noch Windeln getragen haben. „In Victory Or Defeat“ gehört zu meinen absoluten Favoriten, Old-School-Schwedentod vom Allerfeinsten und sollte mit Sicherheit eines Tages zu den Klassikern in der Setlist jeder UNLEASHED-Show gehören. Könnte gar zu neuen Hymne der Band und ihrer Fans werden. Aber es wird noch besser: „The Triumph Of Genocide“ ist ein absoluter Oberknaller, an dem es einfach nichts auszusetzen gibt. Auch „The Avenger“, eine Anrufung Odins, geht gut nach vorne, wenn die Nummer auch etwas monoton ist und ein wenig abwechslungsreicher hätte gestaltet werden können. Überhaupt muss man sagen, dass auf „Midvinterblot“ kein richtiger Füller vertreten ist, die auf den Vorgängern zuhauf vertreten waren und was angesichts von 15 (!) Songs doch einiges über die Qualität dieses Albums aussagt. Deshalb werde ich auch darauf verzichten, die restlichen Lieder weiter einzeln durchzunudeln. Die ersten sechs Tracks sind wirklich der absolute Oberhammer, von mir aus können UNLEASHED die komplette erste Hälfte des Albums live spielen, sofern nicht einige wichtige Klassiker der früheren Schaffensperiode vernachlässigt werden. Auch die zweite Hälfte ist keinen Deut schlechter. Es fallen maximal ein bis zwei Stücke etwas ab im Vergleich zum Rest, aber das mindert nicht den Wert dieses Albums und um wirkliche Lückenfüller handelt es sich in meinen (rosaroten Fan-) Augen auch nicht. Langeweile kommt jedenfalls zu keinem Zeitpunkt auf, „Midvinterblot“ kann man gut durchlaufen lassen, ohne ein einziges Mal die Skip-Taste betätigen zu müssen. Sicher, UNLEASHED werden kein zweites „Victory“ Album aufnehmen, genauso wenig wie Slayer ein zweites „Reign In Blood“. Nichtsdestotrotz bekommt „Midvinterblot“ von mir verdammt starke 5,5 Punkte.


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