Datum : 24.06.2018
Uhrzeit: : 01:34 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Morgart - Die Schlacht (In acht Sinfonien)
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Homepage : www.morgart.ch
 

Morgart - Die Schlacht (In acht Sinfonien)
  »Trackliste
1. Sinfonie 1 - Einleitung
2. Sinfonie 2
3. Sinfonie 3
4. Sinfonie 4 - Die Schlacht
5. Sinfonie 5 - In A-Dur
6. Sinfonie 6
7. Sinfonie 7
8. Sinfonie 8 - Finale

Release: 2005
WERTUNG
3 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 33.40 min
Format: CD Audio
Label: Black Tower Kommentar / Userwertung eintragen

 

Was mich direkt an der Scheibe begeisterte war das Konzept und der interessante, geschichtliche Hintergrund (Schlacht am Morgarten im Jahr 1513 gegen die Habsburger).
Die Umsetzung in Form von 8 Sinfonien fällt ebenfalls zum Großteil, aus der Undergroundperspektive betrachtet, positiv aus. Die beiden Schweizer Protagonisten bewegen sich in den Gefilden von SUMMONING, LIMBONIC ART und den frühen TROLL, jedoch größenteils ohne Gesang (Sinfonien eben). Keyboards und Drumcomputer nehmen dem textlichen Konzept somit das Rahmenprogramm und stehen klar vor den Gitarren.
Soweit so gut. Was das Konzept angeht haben die beiden Recken versucht die Geschehnisse rund um die Schlacht in den Sinfonien widerzuspiegeln. Im Booklet sind pro Sinfonie die Bilder von den Örtlichkeiten mit kurzen Infos dokumentiert.
Geht die Sache auf? Die Antwort ist ja und nein!
Da die Gitarren im Hintergrund agieren, sind die Keyboards maßgeblich bei der Prägung des Sounds beteiligt. Das ist der Schwachpunkt der CD: Streckenweise ist die Umsetzung, welche vermutlich für ein geringes Budget verwirklicht wurde, durchaus akzeptabel und macht auch eine Weile Spaß. Allerdings stören bei einigen Songs/Sinfonien einzelne Sounds und deren Verwendung. Oft sind Begleitmelodien sehr einfach gespielt und wirken mit unter deplatziert z.B. bei Verwendung / Spieltechnik von Cembalo, Klavier oder Choirsound. Hinzu kommt, dass es gerade beim Streichersound einfach zuviel ähnliche
Keyboardsoundvarianten sind, sodass die Kompositionen nicht so gut rauszuhören sind, wie sie es eigentlich hätten können. Der Sound der Keys/Synths ist, neben den genannten Punkten, auch eher "antik" und nahezu identisch mit den Sounds der Erstlingswerke oben aufgeführter Referenzbands.
Trotz dieser Mankos kommt oft eine nette Atmosphäre auf und auch die Gitarren in Verbindung mit den Drums machen einigen Druck. Hier sind wir auch bei Kritikpunkt Nr. 2 angelangt:
Die Drumprogrammierung ist wirklich überdurchschnittlich gut, aber manchmal ist weniger einfach mehr. Will heißen: Die Drums bieten bisweilen zuviel (schnelle) Rhythmusvariationen, sodass beim Hören der Fluss der Sinfonien verloren geht! Oder anders gesagt: Es kommt ein netter Part daher, der dann aber durch die mehrmalige Rhythmusänderung wieder an Druck verliert und somit den Spannungsbogen sinken lässt. Allerdings machen die Kompositionen, sowie die guten Ideen und anderen Stimmigkeiten, dieses Manko größtenteils wieder wett. Man hört deutlich, dass die beiden, allerdings vollkommen unpassend zum Layout / zur
Musik, geschminkten Recken mit viel Herzblut hinter der Sache stehen und auch ihre Instrumente beherrschen.

Wenn das nächste Output ohne o.g. Mankos auskommt und die Sinfonien deutlicher herausgerarbeitet werden, ist sicherlich auch ´ne bessere Wertung drin.
So bleibt´s jedoch bei 3 von 6 Punkten... Und somit eine eingeschränkte Kaufempfehlung.

Fazit:
Die Schlacht - von Morgart. Für Metalheads welche auf frühe SUMMONING, LIMBONIC ART und TROLL stehen. Solider bis guter Underground-Synthi-Blackmetal ohne Gesang. Oft mit Tiefgang aber auch mit partiellen und teilweise deutlichen Schwächen/Längen. Blackmetal-Synthie Fans mit Hang zur reinen Instrumentalen sollten auf jedenfall ein Ohr riskieren!
Gute Musik für Hintermalung eines Roleplaying-Games a la Obilivion...



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