Datum : 23.06.2018
Uhrzeit: : 10:32 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Darkened Nocturn Slaughtercult - Hora Nocturna
» Darkened Nocturn Slaughtercult - Hora Nocturna
Homepage : www.slaughtercult.de
 

Darkened Nocturn Slaughtercult - Hora Nocturna
  »Trackliste
1. Das All-Eine
2. Tempestous Sermonizers of forthcoming Death
3. Bearer of Blackest Might
4. Unearthing Cosmic Decay
5. Hora Nocturna
6. Malignant Deathcult
7. Cimonar de Nuit
8. ...to Necromancy

Release: 2006
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 41.35 min
Format: CD Audio
Label: Twighlight Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Na, da haben wir sie ja wieder. Deutschlands selbst erklärte Black Metal Elite DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT holen zu ihrem vierten Langrillenschlagabtausch namens „Hora Nocturna“ aus. Schwarzmetall-Fremdlinge die sich nun fragen, wer zur Hölle DNS eigentlich sind, denen sei das ultra-true-evil-scheisse-labern Interview in der Sendung Tracks des deutsch-französischen Kultursenders Arte in Erinnerung gerufen. Wer diesen Meilenstein des geistigen Durcheinanders noch nicht begutachten konnte, dem sei geraten doch schleunigst die Suchbegriffe „DNS“ und „Arte“ bei YouTube zu benutzen.

Ok, die geistige Unausgewogenheit einiger Bandmitglieder dürfte somit bestätigt sein. Diese soll jedoch zu meinem Bedauern, im Gegensatz zu den musikalischen Erzeugnissen, nicht Gegenstand der folgenden Kritik sein. Beginnen wir mit dem Opener „Das All-Eine“. Eine düstere Geräuschkulisse ertönt aus den Boxen, undefinierbare Laute kataklysmischer Herkunft ertönen, eine gequälte Stimme flüstert „Ich bin das All-Eine“, im Hintergrund ein dumpfer Chor. Eine Gitarre beginnt ein einfaches, aber mitreißendes Riff zu spielen. Zunächst kaum hörbar, dann stetig lauter werdend. Simpel arrangiert geht der Song spürbar unter die Haut. Beim darauf folgenden unaussprechlichen Stück standen die ollen Norweger nicht nur für die Namensgebung, sondern auch für die musikalische Gesamtleitung Pate. „Bearer of blackest might“ zeichnet sich neben zahlreichen Breaks vor allem durch ein Nackenwirbel vernichtendes Riff im Mittelteil aus, während „Unearthing cosmic decay“ auf pure Hochgeschwindigkeit setzt. Beim Titelsong handelt es sich leider nicht um Musik, sondern um atmosphärisch vorgetragene düstere Lyrik, die dem geistigen Nährwert von Astro-TV entspricht. Zum Glück entzündet „Malignant Deathcult“ daraufhin wieder ein infernalisches Feuer, welches im Mittelteil unerwartet durch einen kurzen Akustikteil ergänzt wird. Die bis dato vorherrschende Gitarrendominanz tritt mit den letzten beiden Stücken „Cimonar de Nuit“ und „…to Necromancy“ zu Gunsten der nun deutlich hervorgehobenen Drums in den Hintergrund.

Mir ist durchaus bewusst, dass 99% aller Schreiberlingkollegen bei diesem Album den Vergleich zu IMMORTAL’s „Pure Holocaust“ heranziehen und auch ich möchte der Band diesen Einfluss keinesfalls absprechen, womit wir das ganze aber auch schon auf den Punkt gebracht haben. Sich von einem Album beeinflussen zu lassen, oder selbst eines zu erschaffen, welches mit dem großen Vorbild auf einer Stufe steht, sind zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten. Also liebe Kollegen da draußen, lasst die Butter bitte wo sie hingehört, nämlich bei den Fischen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Bassist Grigorr bis zum bitteren Ende kaum wahrnehmbar ist, was eingefleischten Black Metallern sicherlich egal sein dürfte. Was auf die Dauer ein wenig nervt ist der unglaubliche Hall, der auf die Stimme von Frontfrau Onielar gelegt wurde. Genau da haben wir im Übrigen auch den Kasus Knacktus ihres Gesangs. Ich möchte der Dame keinesfalls attestieren, dass sie nicht singen könnte, aber mit soviel Hall würde selbst meine Kehlkopfkrebs kranke Omma so evil brüllen, dass sich der Gehörnte vor Angst in die Buchse scheissen würde.

Fazit:
Das Musiker, die psychisch total einen an der Waffel haben trotzdem tolle Mucke machen können, hat sich wieder einmal bestätigt. Wer über das teilweise peinliche Kinderschreck-Image der Band hinwegsehen kann, dem bietet „Hora Nocturna“ rohen, anspruchsvollen und gut produzierten Black Metal alter norwegischer Schule, an dem nicht nur Puristen ihre düstere Freude haben dürften.



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