Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 13:45 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Nomans Land - Raven Flight
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Homepage : www.nomansland.ru
 

Nomans Land - Raven Flight
  »Trackliste
01. To the far lands
02. Sea battlefield
03. Torir scald
04. Bridge warder
05. Mjolnir
06. Hail Normann!!!
07. Raven flight
08. Dragon's grin
09. Beard of storm
10. War song
11. Back with glory

Release: 2006
WERTUNG
3.5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 41.24 min
Format: CD Audio
Label: Einheit Produktionen Kommentar / Userwertung eintragen

 

Die Russen sind zurück! Nomans Land beehren uns nach dem Vorgänger Hammerfrost nun mit Ihrem neusten Machwerk „Ravenflight”. Um es vorweg zu nehmen:
Die Klasse des Vorgängers wird nicht erreicht obwohl der Produktionsstandard im Vergleich zum vorherigen Album deutlich besser ist. Oder besser zumindest partiell!
Was direkt heraussticht ist, dass die Kompositionen teilweise einfach langweiliger und arg aneinander gereiht wirken.
Nach dem wirklich belanglosem Intro dröhnt einem der erste Song „Sea Battlefield” entgegen. Hmmm. „Der Song klingt direkt wie ne Gravewormkopie” ...schießt es mir durch den Kopf.
„Nur anders - schwedischer” ... Bei dem nächsten Song das Gleiche...„Hast Du doch schonmal gehört” klingelt´s in der Rübe - „Ah ja...... Running Wild mit alten Enslaved
Elementen”. Das Problem setzt sich allerdings fort: Bis auf zwei, drei Songausnahmen klingt die Musik wesentlich identitätsloser als noch auf dem Hammerfrost Album, was nicht heißen soll, dass die Scheibe durchgehend schlecht ist!
Die schönen aber manchmal nicht so dolle produzierten Gitarrenmelodieführungen arbeiten jetzt eher im Hintergrund und die Synthies bieten ebenfalls keine Höhepunkte.

Was mir allerdings wirklich negativ auffällt ist der unterdurchschnittliche Gesang. Beim ersten Mal hören habe ich mich noch gewundert. „Wenns passt is´ es ja nicht so schlimm”. Die Heiser-Krächz Vocals (das trifft es am besten) haben immer eine Ebene und kommen so gut wie ohne Akzentuierungen, Schreie und sonstige interessanten Ausbrüche aus. Monotonie stand wohl auf der Speisekarte!

Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim Klargesang ab: Ebenfalls wird in äußerst akzenthaltigem Englisch versucht durch schmalbrüstigen Gesang eine Art folklastige „Wikingerstimmung” aufkommen zu lassen. Die „heidnische” Urspünglichkeit geht, dadurch das fast jeder gesungene Part am Ende in der Stimme gleich abfällt, voll in die Hose und befindet sich somit auf Duschgesangniveau. Das nervt einfach total und wirkt mitunter leider auch belustigend! Aber vielleicht is´es ja auch so richtig und muss so sein.

Neben der soliden Produktion mit Schwächen (nicht jeder Produzent ist auch ein Produzent) haben wir vom Songwriting her (denkt man sich den Gesang mal weg) also eine eher durchschnittliche Platte. Tolle Momente und nette Songs sind wie gesagt vorhanden, bilden aber, im Gegensatz zur Hammerforst, dennoch die Ausnahme. Ravenflight ist also NUR für die Pagan Szene interessant und das mit starken Einschränkungen. Die Einschränkung deshalb, weil mir die Scheibe ein weiteres Mal das Gefühl gibt, dass sich die ganze Möchtegern Paganszene
mit Pauken und Trompeten selbst nach Helheim jagt. Da wird im Augenblick kein Klischee ausgelassen, so auch bei Nomans Land. Das aktuelle Cover gibt ein gutes Beispiel dafür: Wir sehen in einer blutroten Kulisse einen (unverhältnismäßig großen) Raben (und viele, viele kleine in der Luft), ein Ballsall toter Krieger, einen aufgespießten Protagonisten, ein Schwert und das dazugehörige Drachenboot. Toll umgesetzt aber irgendwo hört´s mal auf... Klar kann man das Rad nicht neu erfinden aber deswegen muss ich noch lange keine Vollgummireifen fahren.

Ich kann daher nicht verstehen wie andere Magazine oder einzelne Redakteure solche Scheiben mit Höchstnoten abfeiern bzw. hypen. Klar ist es letztendlich wohl Geschmacksache aber die Vergabe einer Höchstnote bedeutet mindestens das die Musik handwerklich perfekt ist, Eigenständigkeit besitzt und die Produktion angemessen ist. Das ist bei Ravenflight absolut nicht der Fall.

Fazit: Schwächeres Nachfolge Album zu Hammerfrost, solide Produktion, stellenweise mit Hängern im Songwriting und Gesang. Nur für die Pagan Szene mit Einschränkungen interessant.

Anspieltipps: Torir Scald + Mjolnir.


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