Datum : 24.04.2018
Uhrzeit: : 18:05 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Legion of the Damned - Sons of the Jackal
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Homepage : www.legionofthedamned.net
 

Legion of the Damned - Sons of the Jackal
  »Trackliste
01. Sons Of The Jackal
02. Undead Stillborn
03. Avenging Archangel
04. Death Is My Master
05. Sepulchral Ghoul
06. Seven Heads They Slumber
07. Infernal Wrath
08. Atomicide
09. Ten Horns Arise
10. Diabolist


Release: 2007
WERTUNG
5.5 /6 Sternen
Stil: Thrash Metal
Laufzeit: 36.12 min
Format: CD Audio
Label: Massacre Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Die niederländischen Todesbleier von OCCULT dürften wohl nur noch eingefleischten Death Metal Maniacs und Underground Spezis ein Begriff sein, konnten die Jungs doch unter diesem Namen nicht mehr als Achtungserfolge verbuchen. Da man zum Jahreswechsel 2005/2006 die musikalische Entwicklung von OCCULT am Ende sah, die Bandmitglieder aber keinesfalls getrennte Wege gehen wollten, entschlossen sich Frontschnauze Maurice Swinkler, Klampfer Richard Ebisch, Tieftöner Harold Gielen und Schlagwerker Erik Fleuren kurzerhand unter dem Namen LEGION OF THE DAMNED einen Neuanfang zu wagen. Der Rest ist Geschichte. Die Death Metal Anteile wurden reduziert und dafür um einen riesigen Batzen Thrash ergänzt. Folgerichtig schlug das „Debüt“ „Malevolent Rapture“ letztes Jahr ein wie eine Bombe. Zahlreiche Festivalauftritte und eine ausgiebige Tour bescheinigten der Band amtliche Livequalitäten und sorgten prompt für eine breite Fanbasis.

Und kaum sind die Nachwehen des ersten Albums abgeklungen, da kloppen die Jungs uns nicht einmal ein Jahr später bereits ihr zweites Machwerk namens „Sons of the Jackal“ um die Ohren. Was den Vorgänger bereits auszeichnete wird auf diesem Album fast bis zu Perfektion getrieben. Unglaubliche Aggressivität, brachiale Gitarrenarbeit, ein Sound der besser nicht hätte produziert werden können und richtig schön die Gehörgänge zum glühen bringt sowie die Tatsache, dass gleich der eröffnende Titeltrack klar macht, dass LotD keinerlei Kompromisse einzugehen gedenken. Songs wie „Undead stillborn“ und „Avenging Archangel“ zeugen noch deutlich vom Death Metal Hintergrund der Holländer, während im weiteren Verlauf die beiden Thrash Metal Mekkas dieses Planeten, nämlich die Bay Area und der Ruhrpott, zu einem abartig genialen Bastard verknüpft werden. Ob nun SLAYER und EXODUS oder DESTRUCTION und KREATOR, die Einflüsse sind unüberhörbar präsent und Weiterentwicklungsextremisten werden der Band vielleicht das ein oder andere übernommene Riff vorwerfen, wer jedoch seinen Helden in solcher Manier huldigt und es dennoch schafft seinen eigenen Sound zu kreieren, dem sei dies verdammte scheisse noch mal erlaubt. Die Mitte des Albums bietet mit „Seven Heads they slumber“ eine kurze Akustikklampfen-Verschnaufpause bevor mit „Infernal Wrath“ unwiderstehlich groovig die zweite Hälfte der Scheibe eingeläutet wird. Die folgenden schon unheimlich starken Stücke „Atomicide“ und „Ten Horns arise“ knüppeln auf brutalste Art und Weise den Weg frei für das abschließende „Diabolist“, welches, nicht zuletzt aufgrund seiner Mitsingqualitäten, mit ziemlicher Sicherheit zu einem DER Livehits der nächsten zehn Jahre mutieren wird. In diesem Sinne öffne ich jetzt das Fenster meines Arbeitszimmers und schreie es in die Welt „Son of Sin, DIABOLIST!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“

Fazit:
Das große Manko, welches viele meiner Schreiblingkollegen LotD teilweise zu recht vorwerfen, nämlich die nüchtern betrachtete Eintönigkeit der Arrangements dieses Albums, werte ich persönlich als großen Pluspunkt. War der Vorgänger noch etwas verspielter prügeln die Holländer auf dieser Scheibe jeden einzelnen Song in brachialer Manier aus den Boxen. Ob die oben genannte Eintönigkeit dabei aus mangelnden Songwriting-Ideen resultiert oder mit voller Absicht so produziert wurde um der Platte in bester SLAYER-Manier eine außergewöhnliche Härte zu verleihen (ich tendiere zu letzterem) bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass „Sons of the Jackal“ unheimlich Spaß bereitet und wer unbedingt mehr Spielereien hören will soll sich doch gefälligst ‚ne DREAM THEATRE Platte reinziehen. Dennoch stehen LEGION OF THE DAMNED mit ihrer zweiten Scheibe definitiv am Scheideweg ihrer Karriere. Entweder entwickeln sich die Jungs in Zukunft in die totale Belanglosigkeit und es heißt eines Tages: „Hörst du eigentlich LotD?“, „Ja aber nur die alten Sachen“ oder sie gehen in die Annalen des Heavy Metal ein.



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