Datum : 19.01.2018
Uhrzeit: : 16:49 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Caedes - Blood War Perversion
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Homepage : www.thetruecaedes.de
 

Caedes - Blood War Perversion
  »Trackliste
1. Funeral March
2. Pestbeulen des alten Kults
3. Blood War Perversion
4. Die Offenbarung
5. Fegefeuer
6. Das fliegende Metall
7. Nach der Apokalypse
8. Hass
9. Gewissenlos und geisteskrank
10. The Executioner
11. Sense

Release: 2005
WERTUNG
3 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 40.43 min
Format: CD Audio
Label: Christhunt Productions Kommentar / Userwertung eintragen

 

Im Metal, sowie in jeder anderen Musikart werden gerne massig Haare gespalten. Welche Richtung schlägt Interpret A ein und in welche Schublade stecken wir Band B? Klingt das Quartett C nicht eher nach X, Y, Z? Wem jetzt der Schädel vor Algebra raucht, sollte nicht verzweifeln, denn ich geb´ den Kindern jetzt Namen. Gruppe C ist Caedes und die Jungs spielen Black Metal unter dem Banner des "Sick/Pervert Black Metal". Aber was genau ist das "sick"e und "pervert"e daran eigentlich? Mal hören!

Eigentlich kann man das Scheibchen "Blood War Perversion" mit einem mal ganz gut durchhören. Deftiges Gedresche aus gutbürgerlichen, deutschen Landen, mit teils englischen, teils deutschen Parts und hin und wieder ein paar Sekunden Grindcore. Aber wenn ich schon einen Satz mit "eigentlich" anfange muss es auch ein paar Kritikpunkte geben. Und die gibt es: Die Produktion an sich ist ja ganz nett, alles schön fett und wuchtig umgesetzt, aber die Stimme des Sängers klingt, als würde er auf einem Bahnhofsscheißhaus singen. Demnach überhallt leider auch das die Gitarren, die zu stark hinter dem Schlagwerk, das stetig straighte Rhythmen rauskloppt, so schon verschwindet.
Aber das, was man sonst so von den Riffs geboten bekommt ist ganz nett. Ein paar Songs stechen in der Hinsicht besonders heraus, wie das mit bombastischem Militär-Intro eingeleitete "Fegefeuer", das sich wirklich ins Hirn brennt, wie sein Titel schreibt. Vor allem gegen Ende nimmt der Song ein beinahe drastisches Ende und haut nochmal fett auf die Kacke. Sonst vernimmt man sehr straighten Black Metal mit Einflüssen aus dem Death Bereich, die mir persönlich stellenweise etwas zu dominant rüberkommen. Beispielsweise ist "das Fliegende Metall" und sein Nachfolger "Nach der Apokalypse" zu lasch und eintönig, als das man den Songs durch ihre Akzente aus dem Todesmetall horchen will. Zudem übernimmt bei ersterem ein für mich völlig verständnislos eingesetzter pseudo-clean-Gesang die Leitung durch den Song.
Ein paar Songs bergen sogar eine melodiöse Leadgitarre, die leider bei der Produktion flöten geht. Nur einmal wird diese bei einem Solo schön in den Vordergrund gepackt ("Nach der Apokalypse"), was ein bisschen die recht eintönige Stimmung des Albums auflockert.
Die effektüberladene zweite Stimme ekelt einem auch beim Song "Hass" entgegen und sägt zusammen mit den Gitarren auf den Nerven herum. Stellenweise wird man dafür aber auch mit Melodie belohnt, was sich aber leider nicht allzu lang hält.
Ansonsten knüppelt, drescht und keult sich das Album durch die Boxen, stetig in höherem oder mittlerem Tempo, ohne wirklich bemerkenswerte Eindrücke zu hinterlassen. Man bewegt sich konstant in einem Misch-Masch aus alten Carpathian Forest, Camulos und Ad Hominem, obwohl viel Eigenständigkeit besteht und die genannten Bands nur eine Messlatte für gebotenes sein sollen und grob beschreiben, was man hier hört.

Fazit: Joa, ganz nett. Mal sehen, wie sich die Band noch so in der Zukunft entwickelt. Schlecht ist das gebotene hier wirklich nicht. Und wenn man nicht auf die Mucke steht, kann man sich immer noch am CD und Booklet Artwork ergötzen, welches nur so strotzt vor obszönen Bildern mit Fotzen, Titten, Sado-Maso-Zeug und Leichenteilen. Für jeden also was dabei.


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