Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 13:55 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Onslaught - Killing Peace
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Homepage : www.onslaughtfromhell.com
 

Onslaught - Killing Peace
  »Trackliste
1. Burn
2. Killing Peace
3. Destroyer Of Worlds
4. Pain
5. Prayer For The Dead
6. Tested To Destruction
7. Twisted Jesus
8. Planting Seeds Of Hate
9. Shock 'n' Awe


Release: 2007
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Thrash Metal
Laufzeit: 44.13 min
Format: CD Audio
Label: Candlelight Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Das verdammt geiler Thrash Metal nicht zwangsläufig aus der Bay Area oder dem Ruhrpott stammen muss, haben die britischen Krachwerkler von ONSLAUGHT mit ihren Götteralben „Power from Hell“, „The Force“ und „In Search of Sanity“ Mitte bis Ende der glorreichen 80er Jahre eindrucksvoll bewiesen. Retrospektiv betrachtet war die Auflösung der Band im Jahre 1991 vielleicht nicht das schlechteste, bestand doch die Gefahr, dass sich diese old-school Truppe angesichts des relativ experimentellen Albums „In Search of Sanity“ in den 90ern jenem verabscheuungswürdigen Eiterpickel namens Neo Thrash zugewandt haben könnte. Den Göttern sei Dank ist dieses Horrorszenario nicht eingetreten und so gibt es nun nach Sechzehn Jahren mit „Killing Peace“ wieder ein brutales Lebenszeichen von ONSLAUGHT. Aus der Urbesetzung von 1983 sind noch Gitarrist Nige Rockett, Drummer Steve Grice und was mich besonders freut „The Force“-Sänger Sy Keeler an Board. An den Saiten bekommt die Band nun eindrucksvolle Verstärkung durch Klampfer Alan Jordan und Tieftöner James Hinder, welcher auch auf „ISoS“ für ordentlich Groove sorgte.

Das Auf-die-Fresse-Festival wird mit dem recht modernen „Burn“ eröffnet. Ein Killerriff trägt Stück für Stück die Sinneshärchen im Innenohr ab, während zahlreiche Breaks für ungewohnte Abwechslung sorgen. Der Titeltrack überzeugt durch kompromisslose Härte, reichlich Melodik und die Textzeile „Spitting Blood in the Face of God“, welche ab sofort zum Stimmungshit auf zukünftigen Liveauftritten werden wird. „Destroyer of Worlds“ klingt zwar arg nach EXODUS, weiß aber gerade deswegen die olle Runkel zum bangen zu animieren. „Pain“ beginnt als ultraschnelles Aggressionspotential, wandelt sich aber zu einem fiesen, stampfenden Headbanger, der den Orthopäden dieser Erde neue Kundschaft sichert. „A Prayer for the Dead“ und „Tested to Destruction“ bestechen durch ausgewogene Grooves, Mid-Tempo und eignen sich dadurch perfekt als Soundtrack für einen ranzigen Zombiefilm. „Twisted Jesus“ ist mit seinen über Sechs Minuten Spielzeit zwar der längste, deswegen aber nicht zwangsläufig der facettenreichste Song dieses Albums. Das Arrangement schwankt zwar zwischen Hochgeschwindigkeit, langsamen Lyrik betonten Teilen und weiß durch ein ordentliches Solo zu überzeugen, weist jedoch sonst keine Überraschungen auf. Solide Kost halt. „Planting Seeds of Hate“ besitzt das Potential zum perfekten Live-Opener, da getragenes Mid-Tempo und mitgröhl-taugliche Anteile überwiegen. Das abschließende „Shock & Awe“ wirft als würdiger Rausschmeißer noch einmal geballte Brutalität ins Gefecht, so muss Thrash Metal, scheisse noch mal, klingen.

Positiv überrascht bin ich von Produzent Andy Sneap, dessen Arbeiten in den letzten Jahren merklich nachgelassen haben und viel zu steril klingen, was sich gerade auf die Thrash Metal Produktionen logischerweise negativ ausgewirkt hat. Für ONSLAUGT hat Sneap es jedoch geschafft den Geist der guten alten Zeit wiederzubeleben und einen kompromisslosen, rohen und dennoch zeitgemäßen Sound zu kreieren.

Fazit:
„Killing Peace“ ist definitiv kein logischer Nachfolger von „In Search of Sanity“ sondern ein Quantensprung der sich auf alte Werte bezieht, aber sich dennoch in einem modernen Gewand präsentiert und dabei locker zwei Dekaden Musikgeschichte völlig außer Acht lässt. Der eine Punkt, den ich bis zur Bestnote abziehe resultiert ausschließlich aus der Tatsache, dass ich erwarte, dass ONSLAUGT es hoffentlich vermögen in den nächsten Jahren ein Album zu veröffentlichen, welches sich in die höchsten Höhen des Thrash Metal Olymps neben „Kill `em all“, „Reign in Blood“, „Bonded by Blood“ und „The Legacy“ schwingt. Der Thron des Old-School-Thrash’s wird zwar nach wie vor von EXODUS gehalten, ist aber nun durch „Killing Peace“ mehr als gefährdet.


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