Datum : 26.04.2018
Uhrzeit: : 20:59 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Helritt - Trotzend dem Niedergang
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Helritt - Trotzend dem Niedergang
  »Trackliste
01. Das Mahl
02. Die Jagd
03. Berge
04. Brennende Stürme
05. Wotans Esch
06. Ehrvoller Weg
07. Trotzend dem Niedergang
08. Windsang

Release: 2007
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 37.54 min
Format: CD Audio
Label: Det Germanske Folket Kommentar / Userwertung eintragen

 

Nein, dass ist ja mal was ganz Neues:
Eine Pagan/Viking Metalband aus dem schönen Thüringen. Irgendwie scheint es im grünen Herzen Deutschlands (seid wann sind Herzen eigentlich grün???) ein gewaltiges heidnisches Nest zu geben, welches mehr oder minder talentierte Bands am Fließband ausspuckt. Die Betonung dabei liegt auf „minder“, da 90% der Ossiheiden, mal ehrlich, schrammeligen möchtegern Black Metal produzieren, welcher mit klischeehaften „Heil Wotan, lass ma’ Christen abschlachten“-Lyrics garniert wird. Schön, dass es dann aber auch noch Bands wie HELRITT gibt, die auf ihrem Debütalbum „Trotzend dem Niedergang“ zwar auch nicht auf ihre Black Metal Wurzeln verzichten(ganz im Gegenteil), diese jedoch mit getragenen Melodien, anspruchsvollen Texten und rhythmusbetonten Gitarrenriffs veredeln.

„Das Mahl“ läutet die Platte zunächst atmosphärisch bzw. akustisch ein, bevor es nach wenigen Augenblicken das volle Black Metal Brett zu bestaunen gilt. Ein schnell gespieltes, an jüngere MENHIR erinnerndes, Riff trifft genau jenen abgrundtiefschwarzen Punkt der metallische Glücksgefühle auslöst. Auch das folgende „Die Jagd“ macht da keine Ausnahme, kommt jedoch eine Ecke ruhiger daher. Nix zu bemängeln gibt es auch bei dem abwechslungsreichen „Berge“ und dem infernalen „Brennende Stürme“. Spieltechnisch ist alles topp und auch der abwechselnd kreischige und der unvermeidliche, pathetisch klare Gesang wissen zu überzeugen. Besonders letzter verkommt bei einem Großteil der Genrekollegen zum peinlichen Aushängeschild. Sänger Reki besitzt zwar nicht das Potential ein Meisterbarde zu werden, setzt seine Stimme jedoch im Rahmen seiner Möglichkeiten und nicht darüber hinaus perfekt ein. Einziger Wermutstropfen stellt bis dato die, für heutige Verhältnisse, grottenschlechte Produktion dieser Scheibe dar. In Zeiten, in denen jeder Hanswurst am heimischen Laptop halbwegs passable Eigenproduktionen hervorbringen kann, stößt dieser Sound schon mächtig auf. Die Tatsache des Debütalbums hier als Ausrede an Land zu ziehen, greift in diesem Fall nicht, da alle Beteiligten durchweg erfahrene und zweifelsohne talentierte Musiker sind und die Scheibe im Studio von XIV DARK CENTURIES eingespielt wurde, welche bekanntermaßen einen deutlich besseren Sound zu Stande bringen. Sei’s drum. Weiter geht’s mit dem flotten aber dennoch stampfenden „Wotans Esch“ und dem fiesen „Ehrvoller Weg“ (saugeiles Riff) bevor der Titeltrack mit seiner felsenfesten Gitarrenwänden hervorsticht. Das abschließende Akustikstück „Windsang“ schließt die Platte auf melancholische Art und Weise würdig ab.

Fazit:
HELRITT erfinden den schwarzmetallisch beeinflussten Pagan Metal zwar bei weitem nicht neu, dies ist angesichts des guten Gesamteindrucks aber auch nicht nötig. Ein Lob gebührt der Band daher, dass sie auf Schnickschnack wie Synthies und Chöre verzichtet und es dennoch vermag den typischen „Thüringer Pagan Sound“ hinzubekommen. Hörbarer Black Metal, der durch seine Melodik auch nicht Blackies gefallen dürfte. Die mythologischen, geschichtlichen und naturverbundenen Texte wissen zu überzeugen und werden dem geneigten Heiden besinnliche Stunden bescheren.


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