Datum : 25.04.2018
Uhrzeit: : 00:36 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Obscurity - Schlachten und Legenden
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Homepage : www.obscurity-online.de
 

Obscurity - Schlachten und Legenden
  »Trackliste
01. Ydalir
02. Bergische Löwen
03. Götterdämmerung
04. Die letzte Schlacht
05. Legenden
06. Der Weg des Kriegers
07. Ruhm und Ehr’
08. Schatten
09. Skuld
10. Runen von Einst

Release: 2007
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 46.55 min
Format: CD Audio
Label: Massacre Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Zugegeben ich selbst bin in Bezug auf OBSCURITY erst durch deren Zweitwerk „Thurisaz“ aus dem Jahr 2003 aufmerksam geworden. Da mich seinerzeit diese Platte und im Nachhinein auch das Debütalbum „Bergisch Land“ sowie die beiden exquisiten Demos „Christian Decay“ und „The Rebirth of the dark Empire“ vollends überzeugten, ist es mir an dieser Stelle nun eine besondere Freude die neuste Langrille der fünf Raubritter aus dem Bergischen rezensieren zu dürfen.

Eins vorweg. OBSUCIRTY erfinden sich auf ihrem Drittling zwar nicht gerade neu, dennoch sind einige markante Veränderungen im nach wie vor stark schwarzmetallisch angehauchten Pagan Metal der Jungs zu verzeichnen. Die Band leugnet ihre Black Metal Wurzeln zwar zu keinem Zeitpunkt und Brutalität, Aggressivität sowie schonungsloses Gedresche haben noch immer ihren festen Platz, werden anno 2007 jedoch durch deutlich mehr hymnenhafte Elemente verstärkt, welche aber vollkommen auf jedwede Art von pompösen Kitsch verzichten. Des Weiteren lassen sich gerade im Rhythmusbereich mehr Todesbleianteile finden, die den Gesamteindruck etwas auflockern und die Spielkunst der Klampfenfraktion unterstreichen. Zu guter Letzt sei vermerkt, dass auf „Schlachten und Legenden“ vollkommen auf den Gebrauch der angelsächsischen Sprache verzichtet wird, was den Wikinger/Germanen Lyrics wesentlich mehr Authentizität verleiht.

Los geht mit dem eher gemächlich startenden, sich jedoch schnell in einen epischen Klopper aller erster Sahne wandelnden „Ydalir“, welcher schnell, brutal und doch irgendwie abwechslungsreich daherkommt. Im Folgenden lässt die Band wieder ihren schonungslosen Lokalpatriotismus raushängen und haut uns mit „Bergische Löwen“ den würdigen Nachfolger zu „Bergisch Land“ um die Ohren, welcher sich im satten Midtempo präsentiert. Ebenfalls unglaublich schnell zieht die „Götterdämmerung“ einher, während das Folgende „Die letzte Schlacht“ unglaublich episch und gleichzeitig äußerst aggressiv dargeboten wird. Für mich das klare Highlight dieser Scheibe. Leider können die beiden folgenden Stücke „Legenden“ und „Der Weg des Kriegers“ das verdammt hohe Niveau der vorangegangenen Songs nicht halten, was nicht bedeuten soll, dass diese totale Ausfälle wären, aber wer die Messlatte einmal hoch legt sollte versuchen sie nicht mehr zu unterschreiten. Gewohnte Kost halt, knallt gut löst aber keine Ohrorgasmen aus. Den dicken Schwanz bekomme ich jedoch gleich bei den ersten Tönen von „Ruhm und Ehr’“ welches dank seines stampfenden Rhythmus stark an AMON AMARTH’s „Victorious“ March“ erinnert, während das nicht minder begeisternde „Schatten“ eher wieder die Black Metal Schiene fährt und durch teils extrem hohes Tempo und punktgenaue Breaks überzeugt. Das anschließende „Skuld“ könnte getrost als kleiner Bruder des voran gegangenen Songs durchgehen, da sich die Arrangements doch arg ähneln, was den Song natürlich nicht schlecht macht. Das abschließende „Runen von Einst“ zieht noch einmal alle Register des bergischen Könnens und weiß besonders durch seine mitgröhl-tauglichen Anteile zu überzeugen – ein künftiger Livekracher.

Fazit:
Da das dritte Album einer Band, historisch mehrfach erwiesen, über „make it or break it“ entscheidet, dürften die Jungs bei der Produktion ordentlich Nervosität geschoben haben. Sollte dem so sein, merkt man dies dem Album jedoch zu keinem Zeitpunkt an. Die Produktion knallt, die Riffs fräsen sich dauerhaft ins Ohr und die geschaffene Atmosphäre macht Bock mehr.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich nun nicht nur das Veröffentlichungsdatum, sondern auch den 12. Mai 2007 dick im Kalender markieren, da an diesem Tag im Essern Turock die exklusive Releaseparty zum neuen Album steigen wird, welches dort einmalig für den Sonderpreis von gerade mal 10 Euro angeboten werden wird.


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