Datum : 20.01.2018
Uhrzeit: : 13:42 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Black Horizonz - Khavoid
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Homepage : www.blackhorizonz.com
 

Black Horizonz - Khavoid
  »Trackliste
1. khavoid
2. Battles of Modern Art
3. Echo in the Empyrean
4. Beyond the Cosmic Forces
5. Archetype of a New Existence
6. Purifying Onset of Winter
7. Avant-garde

Release: 2007
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 36.17 min
Format: CD Audio
Label: Unholy Fire Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Myspace kann schon eine feine Sache sein. Auch wenn ein Haufen Selbstdarsteller, die in ihren Profilen Satan beschwören und sich als wahre Heiden im Namen Wotans outen, einem schon derb auf die Nüsse gehen können, ist das Portal ebenso eine Möglichkeit, Bands und neue Musik für sich zu entdecken. So ging es mir mit „Black Horizonz“ aus Kamen. Ein Bekannter schickte mir einen Link zu ihrer Myspace-Seite, es wurde sich die Musik mal angehört und schnell dran gefallen gefunden. Nächster Klick: www.unholyfire-records.de und den neuen Longplayer der Jungs bestellt. Schnell kam das Päckchen und ich lauschte...

Doch vor dem Lauschen nahm ich erst mal das Äußere des Scheibchen auseinander ... im Sinne dieses Reviews natürlich. Der Silberling kam in einer DVD-Hülle bei mir an, die ausgekleidet mit schwarz-weiß Ausdrücken und einer Limitierung von 150 Stück darauf schließen ließ und lässt, dass an der Vermarktung ein wenig gespart werden musste. Denn die Produktion des „Booklets“ und des Covers war auf das Spartanischte begrenzt, so dass das alles auch mit einem handelsüblichen Tintenstrahldrucker hätte arrangiert worden sein können. Grund dafür wird wohl die verdammt gute Produktion des Scheibchens sein. Doch davon lässt man sich ja nicht beirren, zumal es als Gimmick ein nettes Poster mit der Band da drauf gab. Und das alles für nur 10€.

Zur Musik muss ich sagen, dass ich eigentlich rockigen, straighten Black Metal erwartet hatte, jedoch zum ersten Song eine Low-Tempo-Nummer auf die Ohren bekommen habe. Nach einer Weile des Umstimmens auf das Unerwartete ließ ich mich schließlich auf das schleppende Geschrammel ein ... und fand bald wahres Gefallen daran. Denn statt zu langweilen, wird eine tiefschwarze, kalte Atmosphäre erschaffen, die mich an viele Bands erinnert, die ich jedoch irgendwie nicht so recht zu definieren weiß.
Zwar mag einem das Schleppende und Düstere gefallen, doch wünscht man sich auch irgendwann Abwechslung, die einem dann auch pflichtbewusst entgegenkommt. Die folgenden Songs rocken im Mid-Tempo und ordentlicher Härte und erfrischen des Hörers Gemüt. Abwechslungsreiche Riffs à la Carpathian Forest vermischt mit Secrets of the Moon werden in chaotischer Manier aus den Boxen geknallt, ohne Langeweile entstehen zu lassen.
Stampfendes Drumming lassen eine primitive, dem Black Metal entsprechende Atmosphäre entstehen, die einen in seinen Bann zieht und zum Bangen bringt.
Selten wird Platz für Melodie geboten. Doch wenn, dann reiht sie sich passend in die nachtschwarze Atmosphäre ein und birgt mit Disharmonien Überraschungen in sich selbst.
Auf Intros und Outros der Songs legt man kaum wert, so will man doch direkt zu knüppeln anfangen, was an sich auch ganz gut so ist. Bei „Beyond the Cosmic Forces“ erbarmt man sich eines Zwischenparts mit Akustikgitarre und Bass, was auffällt und den darauffolgenden Knüppelpart szenegerecht einleitet.
Besonderes Gefallen findet man schon bald an der Stimme Austis, die in brachialer Weise ziemlich fetzt. So kann man sich gut vorstellen, dass der junge Mann oft Halsschmerzen hat, wenn er von langen Proben heim kommt. Respekt! So die Stimme zu strapazieren, ohne auf Tricks wie Verzerrer zuzugreifen, ist beachtlich.
Mein Lieblingsstück des Albums ist „Purifying Onset of Winter“, was mal fett rockt und in stampfendem Rhythmus versucht, den Teufel aus der Hölle zu klopfen. Wem dabei nicht das Köpfchen wackelt, der weiß nicht, was er verpasst.

Fazit: Schön zu sehen, dass es noch nette Newcomer-Bands aus der Umgebung gibt, die nicht Pagan oder Viking Metal machen, sondern einen sehr eigenen Stil mit viel Variation, die jedoch nicht den Rahmen sprengt, hat. Ich werde sie mir mal live einführen (hehe) und vielleicht dann mal einen Konzertbericht beifügen. Bis jetzt kann ich nicht viel an der Band beanstanden. Keine schwere Kost, aber auch keine allzu Leichte. Gute Kost.


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