Datum : 24.06.2018
Uhrzeit: : 01:36 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Blood Tsunami - Thrash Metal
» Blood Tsunami - Thrash Metal
Homepage : www.bloodtsunami.com
 

Blood Tsunami - Thrash Metal
  »Trackliste
1.Evil Unleashed
2. Let Blood Rain
3. Rampage of Revenge
4. Infernal Final Carnage
5. Devoured by Flames
6. Torn Apart
7. Godbeater
8. Killing Spree

Release: 2007
WERTUNG
4 /6 Sternen
Stil: Thrash Metal
Laufzeit: 42.57 min
Format: CD Audio
Label: Candlelight Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Ich hatte die Hoffnung, dass dieses Jahrtausend noch einmal frische, wohlgemerkt echte und zudem gute, Thrash Metal Bands hervorbringen würde, schon fast aufgegeben. Und das mir jetzt bloß keiner mit Grottenolmen wie HATESPHERE kommt. Diese Band hat mit Thrash ungefähr soviel zu tun wie meine tote Oma, Wotan hab sie selig, oder mit der Love-Parade. Doch die Rettung naht und zwar aus einem Land, das ansonsten eher dafür bekannt ist, grimmig drein schauende Black Metaller am Fließband zu produzieren. BLOOD TSUNAMI (über Sinn bzw. Unsinn des Bandnamens möchte ich an dieser Stelle nicht weiter philosophieren) aus Norwegen gründeten sich bereits 2004, orientieren sich musikalisch sowohl an der Bay Area als auch am Ruhrgebiet und haben mit ihrem schlicht als „Thrash Metal“ betiteltem Debüt ein starkes Scheibchen am Start.

Gleich die erste Nummer „Evil unleashed“ gibt die Marschrichtung vor. Der schnelle Song klingt zwar stark nach alten EXODUS-Kamellen, besticht aber durch ein modernes Soundgewand. Auch das folgende „Let Blood rain“ steht diesen Attributen in keinerlei Weise nach. Einzig die Stimme von Sänger und Gitarrist Pete Evil erinnert beim ersten Hören an neuzeitliche Hardcore-Shouter. Der Bengel könnte ruhig anstreben, ein klein wenig rotziger zu Werke zu gehen, indem er versucht, nicht all zu böse zu klingen. Das stark rifflastige „Rampage of Revenge“ zeichnet sich besonders durch das tadellose Schlagwerk von Bard „Faust“ Eithun (EMPEROR) aus. Es folgen mit „Infernal final Carnage“ ein satter Midtemposong, „Devoured by Flames“ eine viele Breaks enthaltende Nummer und mit „Torn apart“ ein echter Nackenbrecher, welcher ein hörenswertes Solo besitzt. Mit dem zehnminütigen Instrumental (!) „Godbeater“ ist den Thrashern ein rockiges Experiment gelungen, welches unbedingt per Kopfhörer genossen werden muss. Das abschließende „Killing Spree“ versprüht den Charme des guten alten Teutonen-Thrash und bietet spannende Gitarrenduelle.

Zu guter letzt muss noch eine Sache erwähnt werden: Dass die Jungs, sowohl was das coole Albumcover als auch ihren Sound betreffend, ziemlich Old-School-mäßig rüber kommen, ist mir allemal einen Pluspunkt wert. Was jedoch gar nicht geht, ist das arg Hardcore-lastige Outfit einiger Bandmitglieder. Sorry aber das Auge hört nun mal mit.

Fazit:
BLOOD TSUNAMI lassen meine verwöhnten Ohren zwar nicht in Jubelorgien ausbrechen, für den schnellen Thrash-Kick zwischendurch ist die Platte dank der starken Produktion und dem erfrischenden Old School Sound jedoch durchaus geeignet. Da die Band einen Deal über zwei weitere Platten via Candlelight bereits in der Tasche hat, bleibt abzuwarten, ob mit dem Nachfolgealbum das an sich hohe Niveau gesteigert und individualisiert werden kann.


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