Datum : 23.06.2018
Uhrzeit: : 10:33 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Metalhead - Demon
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Metalhead - Demon
  »Trackliste
1. Demon
2. Heavy Fucking Metal
3. Legions Of Death (March Of Destruction)

Release: 2006
WERTUNG
4.5 /6 Sternen
Stil: Heavy Metal
Laufzeit: 16.10 min
Format: CD Audio
Label: Killer Metal Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Irgendwie kann ich das ewige Gejammere, dass der klassische Heavy Metal tot sei, nicht im geringsten nachvollziehen. Im Ausland formieren sich haufenweise junge, frische Kapellen, die talentiert und eigenständig sind und sich trotzdem vor den alten Helden des Stahls verneigen und auch in Deutschland geht doch in der Richtung mittlerweile wieder Einiges. Es ist mir wirklich schleierhaft, warum große Mags wie das RockHard nur Metal Inquisitor als „Retro-Band“ abfeiern (bäh, was für ein Unwort… versteht mich jetzt nicht falsch, ich LIEBE Metal Inquisitor) , grade der deutsche Underground hat doch so viel mehr zu bieten. Eine der Bands, die für frischen Wind sorgen, sind Metalhead aus Essen, die 2006 nach einer Demo eine Single mit dem Titel „Demon“ veröffentlicht haben. Und das gute Scheibchen hat mich schon beim ersten Hördurchgang ziemlich weggeblasen. Die drei Tracks „Demon“, „Heavy Fucking Metal“ (hehe, geiler Titel, so muss das!) und „Legions Of Death (March Of Destruction)“ sind verdammt stark geworden und wecken das Verlangen nach mehr. 2007 soll ein vollwertiges Album kommen. Hoffentlich hört man da bald was Neues. An welche Bands erinnern Metalhead also nun, um mal wieder den tollen Retro-Begriff aufzugreifen? Die erste Assoziation, die vermutlich jedem Banger in den Sinn kommen wird, sind Mercyful Fate, schlicht und ergreifend wegen der Vocals von Frontmann Stefan Sadzio. Der Gute verfügt über ein sehr variables Organ, das sowohl in höchste King Diamond-Regionen (gut, wenn auch natürlich nicht ganz so perfekt wie der Meister ) vorstossen als auch in tieferen Regionen überzeugen kann. Ansonsten finden sich musikalische Querverweise zu den Größen der NWOBHM, Manowar und Metallica. Was mir an der Scheibe sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass sie es irgendwie hinbekommen haben, einen Gitarrensound zu kreieren, der an die ersten Metallica-Veröffentlichungen erinnert. Für alle, die es genauer wissen wollen, nun zu den drei Tracks im Einzelnen:

1. Demon
Los geht es mit „Demon“, einem klassischen Old School Banger, der in etwas gemäßigtem Tempo loslegt. Dass Sänger Stefan sich gern in King Diamond-Höhen bewegt, hab ich ja eingangs schon erwähnt. Meistens gelingt ihm das auch ganz passabel, den Pre-Chorus in diesem Song find ich allerdings reichlich strange. Dieser pseudo-mystische, schrecklich schräge Part geht einfach nicht und trübt den ansonsten sehr guten Gesamteindruck des ersten Tracks. Die Screams im Refrain gefallen nämlich wiederum sehr gut und auch die Gitarrenarbeit beeindruckt, besonders die langen, ausgefeilten Solo-Parts.

2. Heavy Fucking Metal
Geiler Song Titel und ein Klischee Metal Text at it´s best. Und wenn es auch keinen Originalitätspreis gewinnt und zum zigtausendsten Mal „Spikes, Chains and Leather gepriesen werden, sowas ist mir immer noch lieber als irgendein neumodischer Bullshit. Die Gitarristen Ansgar und Christoph liefern sich im Mittelpart packende Duelle und mit den „Metal Metal Metal!!“-Chören kommt der Track zu einem furiosen Abschluss. Für mich das stärkste Stück der Single.

3. Legions Of Death (March Of Destruction)
Die B-Seite enthält einen einzigen Song mit dem Titel „Legions Of Death“, der mit seinen siebeneinhalb Minuten allerdings schon fast epische Ausmaße hat. Stefan zeigt hier seine stärkste Gesangsleistung auf der Single. Allerdings gefällt mir der Refrain im ersten Part nicht so wirklich, er ist einfach ein bisschen lahm. Jedoch rettet die Band den Song im zweiten Teil, wo dann noch einmal auf das Gaspedal gedrückt wird. Dennoch fällt es mir etwas schwer, mir vorzustellen, wie er live funktionieren soll. Ich lasse mich jedoch gern eines besseren belehren. Metalhead würd ich sehr gern mal live erleben.

Fazit: Die “Demon” ist auf tausend Stück limitiert und kommt 800 mal in schlichtem schwarzen, 100 mal in blauem und 100 mal in klarem Vinyl. Das schlichte Artwork weiß gut zu gefällen, das Bandlogo sieht richtig geil aus. Hier müsst ihr für ein paar Euronen einfach zuschlagen, falls ihr, wie ich, zu den Anhängern des klassischen Stahls gehört. Der gut gewählte Bandname ist Programm – geiles Futter für jeden echten Metalhead! Von der Band wird man garantiert noch hören.


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